
Auf Deutschland mag das zutreffen, habe hier auch noch nichts Gegenteiliges erlebt. In anderen Ländern mit „Ganztagsschulpflicht“ sehe ich das anders. Nach den Hausaufgaben, dem Sport, Musik und Biologie Unterricht schließen sich die freiwilligen AGs an. Da wird in guten Schulen von Astronomie, Physik, Mathe über Tanz, Musik (von klassisch bis POP), Literatur bis hin zu Schwimmen, Turnen, Baseball so ziemlich alles angeboten was Kinder und Jugendliche interressiert. In diesen Ländern findet in den Schulen das statt, was hier Musikverein, Turnverein, DLRG, Volkshochschule und andere Initiativen anbieten. Ein sinnvoll gestalteter Ganztagsunterricht muß kein Abschieben bedeuten. Allerdings gibt es in der Richtung in Deutschland wohl kaum Ansätze.

Ich kann den Ausführungen Tamagos nur zustimmen. Kürzlich hatte ich die Gelegenheit im kanadischen Fernsehen eine Fortsetzungsserie über die Schulbildung in China zu sehen. Dort werden die Kinder schon im Kindergarten zur Leistung angespornt und zwar in pädagogisch angemessener Weise. Die ganze Schulausbildung ist auf Leistung und Disziplin ausgerichtet, die auch von den Eltern gegenüber ihren Kindern erwartet wird. Diese Filme machten mich sehr nachdenklich. Welche Möglichkeiten hat die künftige Generation Deutschlands gegenüber dieser Konkurrenz? In China werden hochmotivierte Eliten herangebildet! In Deutschland ist dies fast amoralisch.

... für Kinder. Wenn überhaupt etwas "kindgerecht" sein soll, dann ist es die zeitlich begrenzte Aufnahmefähigkeit in der Schule, ich denke, bei echtem "Lernstoff" trifft das auch für Erwachsene zu. Allerdings gehört aus Kindersicht, nicht aus egoistischer Lehrersicht, auch der Samstag zur Schule. Zur "Orientierung" genügt uns doch der landesinterne Vergleich in Deutschland, in dem Sachsen ja inzwischen trotz (oder wegen?) verkürzter Schulzeit im Pisa-Test an Bayern vorbeigezogen ist. Mit einem Kenntnisvorsprung vor Bremen von .... sage und schreibe .... 2 (in Worten zwei) Jahren!!! Wir leben also im Land der Ganztags-Gammelschulen.

was hat die Geburtenrate mit dem Schulsystem zu tun? Eine wirklich interessante Frage! Dazu muss ich aber leider korrigieren, Sie haben es ja schon indirekt erwähnt, dass die deutsche Geburtsrate n o c h niedriger ist, wenn man alle Ausländer wegrechnet, was bei uns leider verschämt aber konsequent unterlassen wird. "Man" regt sich auf über Ausländer, zählt sie aber immer mit, wenn es um die Geburtenrate geht. :-) Eine Vogel-Strauss-Politik, wie gelegentlich auch in der Schuldebatte, bei der Defizite hartnäckig geleugnet werden.

Vor 15 Jahren erreichte die Gleichmacherei im japanischen Bildungssystem ihren Höhepunkt. Im Sport fassten die Kinder sich an der Hand und liefen alle als Sieger über die Ziellinie. Vergleichbares galt für Japanisch und Mathematikunterricht. Nur seltsam, die renommierten Hochschulen wollten die Absolventen der Sekundarstufe II einfach nicht aufnehmen. Die Eltern akzeptierten das nicht und förderten einen beispiellosen Privatschulboom, auf den der Staat mit eigenen Eliteschulen reagierte. Das besondere: mehr als 90% der Aufgenommenen durchlaufen diese Schulen problemlos und haben gute Aussichten den Aufnahmetest an einer Top-Universität zu bestehen. Ein Masterabschluß an der Tokyo-, Kyoto- oder Keiouniversität gilt in Japan als „das große Los“. Diese Abschlüsse garantieren gute Arbeitgeber (Staat, Sony, Toyota...), Sicherheit, gutes Einkommen. Den Absolventen einer drittklassigen Schule bleibt oft nur der Weg zu einem Kolleg und danach ein Platz bei einer Leiharbeitsfirma. Ich persönlich habe volles Verständnis dafür, daß Eltern ihren Kindern eine Chance eröffnen wollen. In Deutschland ist eine vergleichbare Entwicklung von Privatschulen zu erwarten.

Herr Arnold vielleicht können sich Ihre "Ergebnisse" sehen lassen, das gleiche gilt ganz sicherlich nicht für die Qualität des deutschen Bildungssystems. Um noch mal über die Vereinbarkeit eines Jobs mit Halbtagsschulen zu schweigen.

Kinder SIND Lernmaschinen. So unsymathisch sich das für die meisten Leser wohl anhört, so sollte man doch einfache Tatsachen aus der Hirnforschung einfach zur Kenntnis nehmen und Kindheit weniger "romantisieren". Ein Kleinstkind schon "lernt" in unglaublicher ( viel schneller als später ) Geschwindigkeit, saugt begierig unendlich viele Erfahrungen auf, bildet dabei Synapsen aus, die es später zum "Wissen-Lernen" dringend braucht. Dieser Vorgang ist später nur sehr schwer nachholbar. Das bedeutet, dass ein früher Reichtum an unterschiedlichsten Reizen ( Angeboten ) positiven, auch negativen Erfahrungen ESSENTIELL ist für jede spätere Entwicklung. Schlichtes Pauken ist wenig förderlich. Es geht sehr viel klüger, wirkungsvoller. Schon der Volksmund weiss das Hans nicht lernt, was Hänschen nicht gelernt hat. Und meint damit letztlich das Ausbilden von Hirnstrukturen, die später um so leichter mit schlichtem Wissen "gefüllt" werden.

Unsere Schulleistungen sind in den letzten 40 Jahren eindeutig gesunken. Es ist merkwürdig, japanische Verhältnisse, die ich auch nicht will, als Anlass zu nehmen, die notwendige Kurskorrektur bei uns zu kritisieren. Ein Jahr weniger Gymnasium ist aus meiner Sicht, der die Schule nicht sonderlich begeistert besucht hat, eine Entlastung und keine Belastung.

Wie wohl sie doch Recht haben, aber wer will den schon in einer kapitalistischen Gesellschaft, reife Menschen. Diese dresierten Kinder, im Stile eines Maos oder Stalins, werden nach der Schule weiter indoktriniert und dressiert um später im Beruf widerspruchslose Lakaien des kapitalistischen Systems zu werden. Jene Menschen die reif sind und selber denken sind vom System unerwünscht. Da gibt es keinen Unterschied mehr zwischen den beiden Ideologien.

schaffen es auch in die PISA-Spitzengruppe ohne ihre Kinder zu quälen. Japan ist in vielerlei Hinsicht ein bewundernswertes Land, jedoch kein Vorbild für Deutschland. Es ist völlig undenkbar, dass alle Eltern ihren Kindern generell schon vor der Grundschule Lesen und Schreiben beibringen könnten. Ausländische Familien sind dazu meist nicht im Stande und Ärzte, Polizisten und andere Schichtarbeiter sowie berufstätige Alleinerziehende etc können dies ebenfalls nur eingeschränkt erreichen. Zu befürchten wäre lediglich eine massive Frustration der benachteiligten Kinder. Interessanterweise ist Japan bei den PISA-Tests gerade im Bereich Leseverständnis nur Mittelmass, obwohl in diesem Bereich ja laut Artikel besonders grosser Druck von Eltern und Gesellschaft aufgebaut wird.

Ganz anders in Naturwissenschaft und Mathematik. Hier gehört Japan seit Jahren zur Spitzengruppe. Diese Fächer werden aber ausschliesslich in den Schulen gelehrt und erst wenn die Kinder das Grundschulalter erreichen. Einer der Hauptgründe der japanischen PISA-Erfolge besteht sowieso schlicht darin, dass Japan eine homogene Bevölkerung ohne grosse Sprachprobleme besitzt. Als letzte Anmerkung möchte ich noch darauf hinweisen, dass in Japan weniger Kinder geboren werden als in Deutschland, unser Leistungsbilanzüberschuss grösser ist, obwohl wir 40 Mio weniger Menschen sind, und in Japan die höchste Selbstmordrate der westlichen Welt unter Jugendlichen zu finden ist.

Die Erwartungen, die hier teuer verkauft und mit absurden Regeln versehen werden ähneln einer Pharse, die keine Zukunftsgarantien zu vergeben brauch. Es scheint mehr das letzte Aufbäumen und damit Ausreizen eines nicht sinnvollen und vor allem zukunftsorientierten System von Einnahmenorientierten Privatschulen zu sein, die allerdings nicht dafür Sorgen, dass der Standard den sie erwarten auch in der Gesellschaft und Wirtschaft vorhanden ist und sein muss... man kann es auch Restriktionenblase im Bildungssytem nennen. Schade für Akira, dem seine Kindheit beraubt wurde und schade für die Eltern, denn auch für Eliten ist in einem überreizten System kein Platz mehr. Was ausserdem ist daran noch elitär, wenn das was man von der Gesellschaft fordert nicht im Ansatz zurückvergolten werden kann... aber die Japaner sind ja historisch ein ausdauerndes Leidensvolk bis zur substantiellen Aufgabe.

Jedem das seine.. Ob es der richtige Weg ist, kann man von vornherein sicher so und so nicht sagen. Ich finde es im geregeltem Maße durchaus ok, dass die Eltern ihre Kinder auf sowas vorbereiten wollen, zu mal es ja auch durchaus der Zukunft der Kinder dient. Das das ganze in einem anständigem Rahmen bleiben muss, versteht sich ganz von selbst, aber mit ein wenig Fantasie kann man auch spielerisch lernen.. Ich glaub auch nicht, dass es so die Regel ist..schon allein die finanzielle Aufwendung werden sich viele nicht leisten können, obwohl ihre Kinder auf "Elite-Schulen" gehen. Man muss es ja nicht übertreiben mit dem lernen .. es würde tatsächlich zu viel von der "Kindheit" auf der Strecke bleiben. :( In Deutschland wäre es gar nicht möglich es so zu handhaben, da die gesamte Einstellung zur Schule eine andere ist. Aber auch ich habe mein Abitur in 12 Jahren gemacht, und ich möchte behaupten, dass es gar nicht so schlecht war, weder das Abitur an sich noch der Zeitraum von 12 Jahren. Ich bin halt nur von Anfang an mit dem Wissen, dass ich es in 12 Jahren mache aufs Gymnasium gekommen.. für mich also kein großes Drama und vom Stoff her durchaus zu bewältigen.

Kinder sind Kinder und keine Lernmaschinen. Ich war wie wohl die Meisten, die die FAZ lesen, auf einer Halbtagsschule und war nachmittags immer mit Freunden unterwegs und hab ab und zu gelernt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Und ich würde so einen Wahnsinn meinen eigenen Kindern nie antun. Arbeiten ist wichtig, keine Frage. Aber wir sind soziale Wesen. Und das steht für mich im Vordergrund. (man stelle sich ein Studium ohne Studentenparties vor :) ) Aber einen Vorteil kann ich darin sehen: Wenn dieser Trend weiter geht und sich ausbreitet können wir uns bald die Kosten für Spielplätze, Sportplätze und Gartenanlage sparen, da die Kinder noch weiter an den Schreibtisch gezwungen werden.

Leistung gut und schön, aber irgendwo hört es auf! Kinder brauchen eine Kindheit um später zu reifen Menschen zu werden. Schulische Leistung ist nicht alles und Kinder lernen auch viel auf dem Fußballplatz, nämlich soziale Kompetenz! Das große Problem ist, das immer nur neue Leistungen oben drauf gesattelt werden ohne das verzichtbare Sachen abgebaut werden. Musikunterricht ist gut nur wozu braucht es da Noten? Religion das gleiche. Das ein Kind das ausreichend Sport treiben kann wesentlich besser lernt und ausgeglichener ist, wird vergessen. Ich wäre dafür das auch die Bildungspolitiker benotet werden, und Leute die nicht mal die zusätzlichen Belastungen ausrechnen können die ein Abitur nach 12 statt 13 Jahren mit sich bringt, haben nur eine 6 verdient!

auch Südkorea und China haben die Diskussion über Gleichmacherei im Bildungssystem vor Jahren abgeschlossen. Erkannt wurde, daß ohne ausreichende Differenzierung bis hin zur Eliteförderung weder der private Wohlstand noch der des Volkes auf Dauer gesichert werden kann. Die Eliteschulen, ob privat oder staatlich, verstehen sich nicht nur als Ausbildungsstätte sondern zielen auf eine umfassende Bildung, weshalb die Beurteilung des Elternhauses erheblichen Einfluß auf die Chancen zur Aufnahme an eine solche Schule hat. Deutsche wundern sich sicherlich auch, daß sich japanische Schüler an solchen Schulen mehr mit klassischer deutscher Literatur und Musik beschäftigen als Gymnasiasten hier in Deutschland.