
Ich war vielleicht zwölf, dreizehn Jahre alt, als ich erleben musste, wie eine ältere Frau nicht in ihre Straßenbahn kam. Deren Tür ließ sich schon lange nicht mehr von Hand direkt öffnen, es gab aber auch keinen Schaffner mehr, der von innen per Knopfdruck die Mechanik betätigte. Man konnte und musste es selber von außen machen. Diese Entwicklung, alles geht nur noch auf Knopfdruck, hatte jene Frau nicht mitbekommen. Ich schwor mir, darauf zu achten, nicht den Anschluss zu verpassen, nicht vor verschlossenen Türen zu stehen, nur weil ich nicht mitbekommen habe, wie sie zu öffnen sind.

Wie auch die Gesellschaft so entwickelt sich auch die Kommunikation weiter.
Den Beitrag finde ich persönlich als Rückblick schön und beispielhaft beschrieben, wüsste aber nicht wie ich diesen ernsthaft bewerten soll?
Dass durch Internet und Medien vieles schneller und einfacher wird ist meiner Meinung positiv. Außerdem muss man nicht alles nutzen? Beispielsweise habe ich keine Mailbox und keinen Anrufbeantworter, wohl aber eine E-Mail?!
Dass durch zunehmende Kommunikationsmittel auch zu erwarten ist, dass die Inhalte oft qualitativ schlechter werden ist doch mehr als zu erwarten. Dennoch kann man sich in wenigen Minuten eine Meinung eines solchen Kommunikationsmittels machen und sich fragen, obs nützlich oder eher nicht nützlich ist.
Was Ihre Tante angeht... sie mag ihre altgesinnten Freunde besitzen, sie mag sich mit denen auf altgeschworene Weise verabreden und Geschichten erzählen... sie führt wahrscheinlich kein modernes Leben in dem wie ich finde z.B. eine E-Mail-Adresse unabdingbar ist.
Mit ein wenig Verstand lässt es sich auch in der mordernen Kommunikationswelt problemlos "überleben" ohne sich "nervös und wahnsinnig alleine zu fühlen" Frau Adorján.
Gruß,
Alan

Ich habe auch ein paar ältere Herrschaften in meiner Familie und im Freundeskreis, und ich finde deren Technologieverweigerung eigentlich nur anstrenged, z.B. die Klagen, man melde sich ja nie - hättest Du wenigstens einen AB, wüsstest Du, dass ich es versucht habe.
Ich habe es satt, wenn der Technikstand der Fünfziger Jahre zur Weltanschauung gemacht wird.

Ich erinnere mich noch das erste mal als ich entdeckte dass es Internt gibt. Es war 1984 (vor 23 jahre!!!), und ich sah es in Kino. Da war ein film ueber ein junger computer freak der, ueber das Internet, fast den dritten Weltrkieg erursachte. Ich war zehn jahre alt. Der film war War Games mit einem jungen Matthew Broderick und gefiel mir unheimlich gut. Seit dem tag habe ich nur auf Internet in Europa gewahrtet.

Einfach nur vielen Dank an die Verfasserin für diese "besinnlichen" Zeilen. Ich möchte nicht in die Zeit zurück, aber herzlich gelacht und noch mal 10 min. drüber nachgedacht habe ich doch. Danke

Dieser Artikel hätte mir vielleicht als Einschwörung auf die Weihnachtliche Besinnlichkeit ein Schmunzeln abgerungen. Vielleicht hätte ich mir sogar über die Feiertage der Besinnlichkeit und Gemütlichkeit halber das Checken von mails erspart.
Da ich aber das neue Jahr voller Tatendrang starte, erscheint mir der Artikel mehr als unpassend.
Eine Anregung zu einer Diskusion, die schon so oft geführt wurde und schon so oft wieder verebbt ist.

Internet, Handys, E-Mails sparen viel Zeit ... sicher.
Schade nur, dass man doch nicht mehr Zeit hat als früher.

Natürlich ist es so, dass man mit Hilfe der neuen Kommunikationsmittel viel Zeit sparen kann, wenn man sie denn sinnvoll einsetzt. Jedoch: häufig hapert es genau daran und zudem haben sehr viele Menschen große Probleme damit, die gesparte Zeit wiederum sinnvoll einzusetzen. Die Belanglosigkeit vieler Handy-Gespräche, die man zwangsläufig mithören darf, spricht da Bände. Und man kann m.E. auch nicht bestreiten, dass die Masse der jederzeit verfügbaren Informationen oft genug auf Kosten der Qualität geht - als Beispiel seien nur die oft schlampig (und das ist noch eine Beschönigung...) hingehauenen Texte auch angeblich hochwertiger Online-Medien genannt.
Und ein Aspekt der schönen neuen Medienwelt bleibt meist völlig unbeachtet: Internet und Co haben einen nicht unbeträchtlichen Anteil daran, dass unser Strombedarf mit all seinen Folgen immer noch exorbitant wächst - denn das geradezu zwanghafte Verhalten vieler Zeitgenossen, die offenbar im Auto oder wo auch immer nicht mehr leben können, ohne dass mindestens ein Bildschirm vor ihnen flackert, hat natürlich aich insoweit seinen Preis...

Alte Tanten mögen ja ohne Internet und Mobiltelefon ein unbeschwertes Leben führen können, mich hat deren Abwesenheit aber schon in den 80er Jahren geärgert, als sie noch gar nicht erfunden waren. Wie oft durfte man nicht das Haus verlassen, weil man auf einen Anruf wartete? Und wie oft klapperte man die Zeitungskioske ab, auf der Suche nach einer bestimmten Information, die sich nur in dieser einen Ausgabe einer bestimmten Zeitschrift fand? Oder wälzte dicke Kursbücher, um eine Bahnverbindung zu ermitteln? Heute spart man viel Zeit und Mühe: Das Handy eingesteckt und man gehen, wohin man will. Ein Blick ins Internet und man hat seine Informationen. Das Leben ist einfacher und reicher geworden.