
Man kann in Vergils Aeneis nachlesen, dass der Dichter des römischen Mythos "tief im Felsen das kühle Lupercal" auf dem Palatin schon als eine Sehenswürdigkeit darstellt, als die Zwillinge Romulus und Remus und die Wölfin noch gar nicht in Sicht waren und Rom noch nicht existierte. Bei ihm zeigt nämlich König Euander die Höhle des Lupercal, "nach dem lykischen Pan benannt" (lykos: griechisch Wolf), seinem Gast Aeneas, der als troianischer Flüchtling und Migrant Hilfe erbittet; man bewegt sich dabei - im 8. Buch der Aeneis - gewissermaßen prähistorisch durch dieselbe Gegend, die erst in fernster Zukunft, dreißig Generationen später, Gründung des Romulus und Roms Zentrum werden wird.

Ein richtiger Wolf hätte die Kinder aufgefressen, bevor die "Mama mia" hätte sagen können...
Von daher: eine schöne Geschichte für Kinder...aber halt nur für Kinder...

Die heutige archäologische Entdeckung in römischem Palatino gilt unbedingt für alle als ein Fest der Sinne ?Nein, auf dieser Weise währe sie bestimmt nur von einem tiefen klassischen Bewunderer und Kenner der Ewigen Stadt wie JOACHIM FEST angenommen worden ! Denn der verstorbene Professor war voll Ehrfurcht vor der Geschichte dieser Stadt .Er schrieb in seinem hochinteressanten " Italien in Gegenlicht "folgende Worte über die immer sehr unterschiedliche Empfindungen vor der Einfahrt nach Rom . Manche Besucher erschracken auch, wie z.B. C. G.JUNG . Dieser fuhr auf vielen Reisen an der Sadt vorbei, " weil er sich DER GEWALT IHRER EINDRÜCKE NICHT GEWACHSEN GLAUBTE " ! Steht also heute Rom in Licht oder in Gegenlicht, oder auch in Dunkel der Massentourismus und der neuen Barbaren ? Das ist meine Frage und die Frage meines unvergeßlichen Freundes J.Fest ! Sicher beweisst der Artikel , dass sein Verfasser hat dieser Entdeckung am besten genossen . In diesem Sinne ein Glückwunsch für die Deutschen, die hierin kommen , um die alte Geschichte zu genießen . Übrigens läuft hier ein Witz: die ewige Wölfin, die die neuen Zwillinge, Berlusconi und Veltroni, ernährt. Die Milch aber reicht den beiden nicht aus.Nur keine g.K!

Ist es nicht ein bisschen naiv, an die Wölfin, an Romulus und Remus zu glauben? Wie kann jemand jene Grotte als ausgerechnet DIE Grotte, in der das sagenhafte Zwillingspaar der Gründer Roms von einer Wölfin gestillt wurden, identifizieren? Kein Zweifel, die Wissenschaft wird schon mit guten Argumente beweisen, dass diese Grotte in der infrage kommenden Zeit bewohnt war, aber damit ist schon das Ende der seriösen Fahnenstange erreicht.
Jeder halbwegs gebildeter Bürger kann nicht die Ähnlichkeit zwischen den verfeindeten Brüdern Kain und Abel und Romulus und Remus verkennen: In der Mythologie gibt es Archetypen, wie die Sintflut, die sich in vielen Kulturen wiederfinden und auf ganz unterschiedliche Personen bezogen sind. C.G. Jung nannte sie "Archetype der Menschheit". Dazu gehört in der altägyptischen Mythologie auch die Legende von Isis und Osiris, zwar etwas verfremdet, aber immerhin als Geschwistermord am Anfang einer Zivilisation erkennbar.
Nun, der Rutelli, der den sensationellen Fund in der Presse verkündete, ist der ehemalige Bürgermeister Roms, der nach der Gründung des PDs, "Partito Democratico", vom Altkommunisten Veltroni in den Schatten gestellt wurde und jetzt Sensationsmeldungen braucht.
Helau und Alaaf!

Gibt es keine aktuelleren Forschungen zur Gründung Roms als dieses ewige Märchen von Romulus und Remus und der Wölfin?
Daß nach zweitausendsiebenundert Jahren diese Gruselkommödie immer noch zitiert wird, scheint auf wenig neue Forschungsergebnisse hinzudeuten.