
Wieso versucht hier einer ständig Dinge in einem (schlechten) Pseudoenglisch zu sagen obwohl seine deutsche Muttersprache dafür viel schönere Wörter bereit hält ? Merkt er nicht wie furchtbar peinlich das ist, grade vor jenen deren Muttersprache wirklich das Englische ist und die sich darüber wundern wieso er glaubt man müsse DEnglisch sprechen um Anerkennung zu erhalten ? Wenn er schon 'Cool' bzw. 'Jugendlich' klingen will, dann sollte er ein paar Kraftausdrücke in Mandarin oder Yue einfließen lassen, das sind die Sprachen der zukünftigen Jugendkultur.

Ist das die passende Prosa zur neuen Rechtschreibung? Nicht umsonst versucht ein Teil der Babyboomer, ihren Kindern eine richtige Jugend zu ermöglichen, wie sie sie selber hatten, mit Freunden, Unternehmungen, Büchern. Die anderen verbringen tatsächlich ihre Kindheit daddelnd, surfend, glotzend und stammelnd im Kinderzimmer, wobei von denen wiederum ein Teil sich als junge Erwachsene um ein richtiges Leben bemüht und sich von der Infantilität der Generation doof distanziert. So ein Text von einem 27jährigen, mit offensichtlichem Stolz auf die eigene Regression (wahrscheinlich sagt er auch "Studi" und "supi"), zeigt, daß er auch diese Kurve nicht gekriegt hat. So ist es auf jeden Fall richtig, was der erste Kommentator hier geschrieben hat: Jemand im dafür unpassenden Alter versucht sich mit einer bemühten Art von Jugendsprache als Pubertierender zu gerieren.

Als einer, der selbst zur Generation von 1981 gehört, bin ich überrascht von mir, wie verstört ich durch, von und über diesen Artikel bin. Klar ist, dass man, um diesen zu schreiben, nicht mal Stefan Zweigs Werk gelesen haben muss - und um ihn zu lesen, es nicht gelesen haben sollte. Damit hat es nichts zu tun und ein "Neulesen" sieht ganz gewiss auch ganz anders aus. Ein Geschichtsgefühl ausdrücken, ist natürlich eines der schwersten Vorhaben, denen man sich stellen kann. Es ist ein höchst eigenes, persönliches und vielleicht geradezu intimes Gefühl, welches der Mensch zu seiner Geschichte und zur Geschichte im Allgemeinen aufbauen kann, dieses Gefühl dann anderen mitzuteilen, ist ein mutiger Versuch, den man auch hier anerkennen sollte. Einen nun gerade mal 27jährigen Autor mit dieser Aufgabe zu betrauen, ist sicher auch nicht die beste Idee, auf die die FAZ hätte kommen können, Stefan Zweig schrieb sein Buch auch nicht 1909, sondern 1939-41. Vielleicht einfach warten und reifen bis 2039.

Junge deutsche Literatur (natürlich aus Berlin), gewohnt ultrapeinlich. Könnte allmählich in die Bloggerszene entsorgt werden.

Nach dem Überfliegen dieses Textes zog es meinen Cursor wie magnetisch auf die Lesermeinungen. Bin ich Alleine? Nein zum Glück nicht. Andere erleben es auch so wie ich. Mein geliebter Stefan Zweig, entschuldigen Sie bitte soviel Geschwafel aus der Zukunft.

Der Autor ist ja nur rund 28 Jahre alt. Zweig war 61 und war wohl etwas reifer. Das hat sich gewiß auf seine Perzeption und Interpretation der Welt ausgewirkt. Dieser Beitrag kann nicht heute von einem 1981 Geborenen geschrieben werden. Daher dieses teils unsinnige Englischgequatsche und die bekloppte Überschrift. Das ist ein Beitrag für Teenager und vermittelt absolut kein Geschichtsgefühl. Thema verfehlt, 5, liebe FAZ.

Nix mehr lesen, was über 160 Zeichen hinausgeht. Genauso denken, genauso schreiben. Ist das die Zukunft des Kulturkritikers von heute? Oh, wie das twittert und zappert!

Was Stefan Zweig alles nicht kennen und nutzen konnte, das wusste ich schon. Seine "Welt von gestern" heute neu lesen, das müsste einen ganz anderen Text ergeben. In der FAZ selten eine derartige Panne erlebt.

… ist das ein neues Hackfleisch-Sandwich zu Ehren des Soziologen Niklas Luhmann, oder ist der Medientheoretiker Marshall McLuhan gemeint? Ersteres würde den Artikel zu guter Letzt doch wenigstens witzig machen. Die Kritik richtet sich aber nicht an den Autor, sondern an die FAZ.NET Redaktion – ich finde die Umstellung von einer Tageszeitung zu einem dadaistischen Kunstmagazin nicht gelungen. Das hättet ihr den Lesern besser kommunizieren müssen – so versteht das niemand.

Wer hat denn diesen Beitrag im Feuilleton durchgehen lassen? Da schüttelt es doch jeden Stefan Zweig Leser. Wo waren die Herren Reich Ranicki und Schirrmacher?

24 frames pro sekunde gibt es nur im klassischen, analogen kino. alles was der autor meint, also video, animationen und web-filmchen sind mit 25 frames per second angelegt. ein klugscheisser.

Während man Zweigs Buch verstehen, nachvollziehen und quasi miterleben - oder -erlesen - kann, auch wenn man erst sehr viel später geboren wurde, gehts hier doch arg durcheinander. Schade, es hätte bestimmt eine interessante Gegenüberstellung werden können. Aber Schreiben und das unreflektierte Aufschreiben von Gedanken, die einem gerade zu einem Thema einfallen, sind halt doch zwei verschieden Dinge. Auch dann noch, wenn sich alles beschleunigt. Oder gerade dann?

Ich selber bin im Jahre 1980 geboren und empfinde das hier Geschriebene als wenig aussagekraeftig. Das soll unsere Generation widerspiegeln? Uebertriebenes Einstreuen von englischen Begriffen, Anspielen auf diverse politische Ereignisse ("good-bye Kohl" oder "Republik 2.010" - als wuerde die Politik eine ausschlieszlich wichtige Rolle in unserem Leben spielen. Ist Politik nicht oft ein Hinterherlaufen von gesellschaftlichen Zwaengen und Entwicklungen?) oder das Einflieszenlassen von Informatikbegriffe soll unsere Generation ausmachen? Wo bleibt die Interpretation von gesellschaftlichen Entwicklungen (z.B. Stichwoerter wie "gender mainstreaming", "Multikulturalismus" oder "Postsowjetunionaera"), die uns ebenfalls stark betreffen? Wo bleibt eine vielschichtige Analyse unserer Generation? Der Artikel hat mich letztlich irritiert, weil ich mich in ihm nicht wiederfinde: Die Generation 1980 ist dabei nicht sehr verschieden von der Generation 1981. Schade, eine vertane Chance.

Sind Sie sich sicher, dass der freche 1981er Berlin-Mitte-Hüpfer nicht in Wirklichkeit ein evangelischer Pastor um die 45 ist, der krampfhaft versucht, durch angelernte Jugendsprache Kontakt zu seinen Konfirmandenschülern herzustellen? Und wenn Sie behaupten, der Text sei neu gelesen worden, haben Sie wenigstens sichergestellt, ob er überhaupt gelesen wurde? Und falls er das wirklich wurde, ist das dann Berlin Mitte, dass es gar kein Geschichtsempfinden mehr gibt, sondern nur noch persönliche Konsumgeschichte, oder liegt das daran, dass Jörg Albrecht noch nie irgend etwas erlebt hat? Ist seit Stefan Zweig (Reich 3.0, Weltkrieg, Millionen von Toten) wirklich ausser Abschied von Rebublik 1.0 nichts mehr weltbewegendes passiert bis zum Internet, oder kann sich Jörg Albrecht nicht mehr erinnern, weil er den ganzen Tag vor dem Internet oder dem Fernseher sitzt? Da schließt sich der Kreis, ähnlich sorglos waren die Menschen auch vor der Weltwirtschaftskrise Ende der Zwanziger, bis auf Stefan Zweig unter anderen, steht in dem Buch.