
So war denn Milosevic kein Massenmörder ? Ein guter Mensch also,dem Hanke wohl huldigen kann ? Der Auftritt Handkes eine Völkerverständigungsgeste ohnegleichen ? Schließlich hatte sich der "Westen" bei Großserbien doch zu entschuldigen.
Wo nehmen Sie Ihre Sicht der Dinge nur her?

Natürlich können die Vertreter einer Stadt über einen von ihr selbst vergebenen Preis entscheiden, aber man kann nicht eine Jury damit beauftragen und ihr zusichern, dass sie "unabhängig und endgültig" entscheiden darf, wenn sie es dann doch nicht darf.
Im übrigen finde ich es unredlich, Handke weiterhin vorzuwerfen, er hätte die serbischen Verbrechen beschönigt, wenn er doch mehrfach und drastisch diese Verbrechen verurteilt hat, und ich finde es grenzt an vorsätzlichen Rufmord, wenn ihm die Formulierung, in dem er die Juden mit den Serben verglich, unbeirrt vorgehalten wird, obwohl er diesen auf französisch gesprochen Satz, immer und immer wieder schriftlich und mündlich korrigiert und zutiefst bedauert hat.

Schirrmacher und Spiegel haben nicht verstanden: Gerade die Vorverurteilungen (Massenmörder Milosevic usw.) sind das empörende. Hiergegen hat sich Handke stets gewandt. wir nennen so etwas unredlich. Jawohl, Handke hat zur Völkerverständigung beigetragen. Im Gegensatz zu Schirrmacher und Spiegel schaut er genau hin! Im übrigen halte ich alle Fomulierungen, die den Serben eine besondere Schuld zuweisen für äusserst gefährlich! Mit dem abgeschmackten Gut-und-Böse Schema kommen wir hier nicht weiter!

Heine wird verstanden.
Von handke.

Die Tonlage ist wieder mal unangenehm schrill.
Heinrich Heine wird weder applaudiert wenn die Preisträger nach Gusto von Kritikern ausfallen, noch verhöhnt wenn nicht.
Oder dreht es sich vielleicht gar nicht darum?

Sehr geehrter Herr Spiegel, heute habe ich Ihren treffenden Artikel bzgl. der Verleihung des Heine-Preises an Peter Handke gelesen. Ich glaube, dass man die Peinlichkeit der Entscheidung der Jury gar nicht in Worte fassen kann. Diese Herrschaften sind sich der Tragweite ihres Handelns offensichtlich nicht bewusst. Gerade die Tatsache, dass dieser Preis kein rein literarischer ist, macht das Ganze so bitter. Wie unsensibel! Und dazu noch eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, wenn man bedenkt, dass u.a. auch Amos Oz einer der Kandidaten gewesen ist.
Mit freundlichen Grüßen
Stephanie Krawehl