07. Dezember 2007 Eine jüngere Journalistin, blond, temperamentvoll, zwei kleine Kinder, tätig für Print und Fernsehen: Mit diesen Worten umschrieb Alice Schwarzer am Donnerstag abend bei Johannes B. Kerner die Frau, die ihr im Frühjahr 2008 als Chefredakteurin bei Emma nachfolgen wird. Am Freitag gab Emma ihren Namen bekannt: Es ist Lisa Ortgies, zur Zeit Moderatorin von Frau TV im WDR-Fernsehen und Kolumnistin bei Emma.
Die fünfundsechzig Jahre alte Alice Schwarzer bleibt Verlegerin und Herausgeberin der von ihr vor gut dreißig Jahren gegründeten feministischen Zeitschrift und will auch weiterhin Texte beisteuern. Ortgies bringe als Absolventin der Henri-Nannen-Schule sowie als Autorin wie Moderatorin - zur Zeit bei frau tv im WDR - eine reiche Erfahrung in Print und Fernsehen mit, heißt es in der Mitteilung. Sie ist verheiratet und hat eine fünfjährige Tochter und einen einjährigen Sohn.
Toll und temperamentvoll
Schwarzer hatte bei Kerner über ihre Nachfolgerin, deren Namen sie noch nicht verriet, mitgeteilt: Sie ist eine sehr lebendige, tolle, temperamentvolle Person. Die neue Chefredakteurin werde die Erfahrungen der Mehrheit der Töchter der Emanzipation bei Emma einbringen. Gemeint waren jene Frauen, die sagen, ich will eine Leidenschaft für den Beruf haben, ich will aber auch Kinder haben und so weiter.
Die von Schwarzer genannten Kriterien hätten noch auf einige weitere Medienfrauen gepasst - etwa auf Amelie Fried, Andrea Kiewel oder Susanne Fröhlich. Letztere, die Autorin des Moppel-Ich und Mutter zweier Kinder, wurde vom Freitag morgen an in der Internet-Enzyklopädie Wikipedia als neue Emma-Chefin genannt. Ein Beiträger hatte sich verspekuliert oder einen Scherz erlaubt. Im Telefonat mit FAZ.NET erklärte Fröhlich den Wikipedia-Eintrag gutgelaunt für falsch. Eine Chefredakteurin, deren erfolgreichstes Buch den eigenen Kampf gegen die Pfunde beschreibt, wäre für die Emma-Redaktion wohl auch schwer zu verdauen gewesen.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: WDR
Beste Lage (8): Madrid - Billiger wohnen im ![]()
Die Tücken der Hochkultur: Alain Gsponer verfilmt Martin Suters Roman Lila Lila
Denken macht gute Laune: auf drei DVDs erklärt der Philosoph Gilles Deleuze die Welt
Ceausescus Sturz: Der kurze Weg von der Anklage bis zur Hinrichtung