Ein bißchen Sport darf sein: ARD-“Sportschau“

ARD-„Sportschau“

Alaaf gegen Helau

Die „Sportschau“ grätscht den Fußball nieder. Die klassische Arbeitsteilung, daß der Sport unterhalten soll und der Berichterstatter erläutern, kommentieren, einordnen und bewerten, ist aufgehoben. Sachkunde fällt aus.

Lesermeinungen zum Beitrag

09. August 2005 08:27

endlich wird es ausgesprochen

R B (Becko36)

Ich finde es wahnsinnig traurig, dass es im Deutschen Fernsehen, wenn es um Fußball geht, keine kritische Berichterstattung gibt. Besonders beim Thema "Doping" im Sport ist dieses Phänomen auch zu beobachten. Denn wer wahrhaftig kritisch berichtet, der erreicht vielleicht keine Traumquote, da viele Zuschauer einfach wegschauen und die Wahrheit gar nicht sehen wollen.

Endlich mal einen kritischen Bericht von den Medien über die Medien. Das sieht man leider auch viel zu selten!

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08. August 2005 20:53

Fußball Helau und Alaaf

Hans Chr. Riedelbauch (riedelbauch)

Nicht zu übertreffende Situationsschliderung, was unsere Zwangsgebühreneintreiber unter einer Sportsendung verstehen. Warum sollten sie es auch anders machen, ob Fußball, Sex, Waschbären in Habichtswald, Schickeria-Talk, alles wird einem Ziel untergeordenet, von dem man das Heil erwartet: Viele Zuseher, damit die Werbung gut verkauft werden kann. Wie sagte doch Tucholsky? Er könne nicht soviel fressen, wie er ansehens der Zustände kotzen möchte.

Dr. Hans Chr. Riedelbauch

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08. August 2005 18:49

Ein "Hoch" auf die Sportschau.

Gunter Hornung (Gandalf7)

Der Beitrag spricht mir aus der Seele. Ich war jahrekang ein Anhänger der "alten" Sportschau, "anpfiff" und "ran" wurden von mal zu mal schlimmer, es gab immer weniger Fußball zwischen den Werbepausen. Und nun? Statt wirklcih zu berichten, versuchen die "Reporter" in einer den privaten Sendern ähnlichen Art und Weise, eine "Hurrastimmung" aufzubauen. Statt wirklich zu berichten, werden Nebnsächlichkeiten stundenlang durchgekaut. Letzendlich ist es eine Unverschämtheit, dafür Gebühren zu zahlen. Aber die Gebühren müssen in diesem Land ja immer bezahlt werden, auch wenn man sich Premiere kauft. Und mit unseren Gebühren werden sinnlose Kinospots finanziert.
Unter den gegebenen Umständen sollte man auf Radio und Zeitung umsteigen.

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08. August 2005 17:57

Danke!!!

Andreas Hoelke (hoelke)

vielen dank für diesen sehr guten und kritischen kommentar. bei diesem programm fragt man sich, wofür man die gez-gebühren bezahlt. muß denn die sportschau so kommerzialisiert werden? ich hatte mich so große hoffnung von dem sat-1 "werbefußball" befreit zu sein. das treibt einen förmlich in die arme von premiere. auch wenn es dann mehr kostet.

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08. August 2005 13:21

Das tat gut

Andreas Jacobsen (andreas.jacobsen1)

Dieser Beitrag zur Sportschau tat gut. Herzlichen Dank.

Fußball lebt auch für mich von der Emotion und der Begeisterung aller, die daran beteiligt sind. Und die Sportschau spiegelt das - im Vergleich zu der zu sachlichen Atmosphäre vor 20 Jahren - gut wieder. Aber es leiden die Inhalte, es überwiegen die Phrasen, es dominiert der Kommerz.

Glücklicherweise ist das ja nur Sport. Aber es ist die Sportberichterstattung in den Medien zum Vorreiter für alle anderen Themenbereiche geworden, allen voran die Politik: es geht immer weniger um gut recherchierte Inhalte als viel mehr (weniger!) um die Personen und wie sie sich durchsetzen, wie sie gefoult werden, wie sie sich mit umfassender Ahnungslosigkeit zu Deutschlands Zukunft äußern, es geht um einfache Siege und Niederlagen im parteipolitischen Gezänk.

Politik wird da nicht mehr als Entstehen von politischem Willen und Entscheidungen und von politischer Führung dargestellt, sondern als immer wiederkehrendes "Fußballspiel" zwischen zwei sich gegenüberstehenden Mannschaften (Position und Opposition).

Und wenn die Sportberichterstattung weiterhin der Trendsetter in den Medien ist (und das durch die Sportschau verkörpert wird), dann ist es auch nur noch eine Frage der Zeit, bis auch die Tagesschau mit vielen Trailern nichtssagende Interviews ankündigt, effekthaschende Reportagen und sensationelle Wetterberichte.

Und Gerhard Delling moderiert die Tagesthemen.

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08. August 2005 13:16

Radio ist Trumpf

Rüdiger Scheiermann (Scheiermann)

Bravo, ein toller Kommentar!

Da mein Verein, dessen Spiele ich immer besuche am Sonntag gespielt hat, habe ich mir `mal wieder die Sportschau angesehen, aber nicht bis zum Ende durchgehalten. Fußball mit Kinderkommentaren!!

Da lob ich mir doch die Berichterstattung im Radio oder im DSF, die zwar auch nicht ohne Werbung auskommen, aber wenigstens ihre Fachkunde unter Beweis stellen.

Ich hoffe der Kommentar wurde auch der ARD übermittelt !!!

Mit freundlichem Gruß
Rüdiger Scheiermann

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08. August 2005 12:39

ARD-Sportschaudesaster

Peter Bildstein (peter-bild)

Dieser Kommentar spricht dem Fußballfan aus der öffenlich-rechtlich gequälten Seele! Was die ARD mit unseren Zwangsabgaben macht, hier kann man´s sehen.
Inkompetenz gepaart mit unverblümten Werbeexzessen!

Sind öffentlich-rechtliche Sendeanstalten mit diesen Sendeinhalten noch tragbar?

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08. August 2005 12:37

Allaaf, Helau und "HAll di Gail"

Christof Schleidt (CSchleidt)

Hervorragender Beitrag! Das musste endlich mal gesagt werden. Gerade die Bundesligaberichterstattung wir immer mehr zur Fastnachtsveranstaltung. Bei uns in Flörsheim heisst da der Schlachtruf "Hall di Gail" ("Haltet die Gäule"). Herrn Delling und Co. sind diese wohl schon durchgegangen.

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08. August 2005 11:28

Öffentlich-rechtliche Volksverdummung

Jörg Gondermann (joeyyy)

Axel Springer hatte schon recht, als er meinte, dass das gemeine Volk nicht nachdenken will, wenn es medial beschallt oder bebildert wird. ARD und ZDF gehen diesen opportunistischen Weg nun mit. Für mich war der "Wendepunkt" zum Abschalten der Öffis beim Sport die letztjährige Olympiade, bei der Eurosport um Längen besser war als die Öffis. Dort erfuhren wir die Hintergründe von Entscheidungen, während die Öffis irgendwelche Parties im Deuten Haus oder Interviews mit Leuten zeigten, die niemand interessierte. Wenn ich Sport sehe, will ich nicht den Steinbrecher hören (und schon gar nicht sehen), der aus einer Sportsendung ein Talkshow macht. Ich will nicht den Rubenbauer hören, der immer frohgelaunt trilliert - egal was auf dem Platz passiert. Ich will nicht den Cerne oder Hartmann sehen, die sich den Sportlern so anbiedern, dass die Vaseline nur so tropft...
Demokratie ist die Diktatur des Proletariats. Und wenn die Öffis ihre Sendungen nur noch nach Meinungsumfragen oder dem geistigen Niveau der Masse gestalten, müssen die Denker eben abschalten. Das kennen sie ja...

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08. August 2005 11:07

Alaaf gegen Helau

Lutz H. Müller (LHFMueller)

Ich kann Ihnen nur zustimmen und für die Analyse danken, die vermutlich aber (leider) nicht die erforderliche weite Verbreitung finden wird, um aus der Tiefe des Raums Wirkung zu erzielen. Insofern ein guter und elegant geschlagener Pass, der den Torjäger als finalen Vollstrecker aber nicht erreicht, weil die boulevardjournalistisch gestählten Verteidiger ihn ins Leere laufen lassen und auch das entsprechend konditionierte Publikum den Variantenreichtum des Spiels im Regelfall auf das Ergebnis und leicht verdauliche und deshalb gut diskutierbare Appetithäppchen reduziert. Aber ist mit Blick auf die Fünfzehnjährigen etwas gegen Spaß-TV zu sagen, solange dank (in diesem Zusammenhang ärgerlicher) fester Gebühreneinnahmen und fehlendem Konkurrenzdruck die öffentlich-rechtliche Informationswelt sich auf diesem Level abspielt ? Ja: Die Programmtrainer sollten wissen, dass gerade Jugendliche über ihre Idole für weitere (im weitesten Sinne Bildungs-) Inhalte, die ruhig horizonterweiternd wirken dürfen, erreichbar sind. Das wäre doch einmal ein eleganter Spielzug, um Pisa über die Flügel auszutricksen.

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08. August 2005 10:28

Bundesliga im FTV

Ronny Tänzer (trodonaldo)

Der Bericht trifft voll den Kern. Vielleicht gibt es wirklich einige Seher, denen diese Art der Fussballberichterstattung zusagt. Aber fast 2 Stunden für gerade mal 30 min Fussball vor dem Fernseher zu sitzen, ständige Spots ertragend - darauf kann ich verzichten.

Mit dieser Art der Berichterstattung wird es mir sicherlich leichter fallen in Zukunft ein paar Euro mehr in das PTV zu investieren.

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08. August 2005 09:33

Alaaf gegen Helau, ARD Sportschau

Bernhard Höpfner (Siegen1)

Vielen Dank für diesen unglaublich präzise beobachteten Artikel. Man wird in der ARD-Sportschau in der Tat für dumm verkauft.

Für mich gibt es da nur eine akzeptable Lösung: Boykott der ARD Sportschau und Bundesliga-Fußball nur noch live im Radio hören, zB. auf WDR 2 oder auf NDR 2: Da gibt es Spannung pur, sachkundige Kommentare statt nerviges Gequatsche und Werbung nur in angemessenem Umfang.

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08. August 2005 08:17

Gertoffen offenbar getrofffen

Ulf Ancker-Doerksen (Hafenamt)

Wunderbar. Ich hatte genau den selben Eindruck. Warum zahle ich eigentlich noch Rundfunkgebühren ?

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08. August 2005 06:48

Reiz-Reaktions-Ratte

Carsten Christoph Krause (Krause2)

ist die wohl witzigste Wortschöpfung, die ich seit langem gelesen haben. Chapeau, Herr Kaube, ein durch und durch lesenswerter Artikel. Was aber noch wesentlich erfreulicher ist:
Er wird den Grundsätzen des Journalismus gerecht - inhaltlich einwandfrei und sehr unterhaltsam. Chapeau!

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07. August 2005 21:57

Jürgen Kaubes Glosse (ARD-Sportschau)

Gisbert Frhr.v.d.Heyden-Rynsch (vinulescu)

Diese Glosse war bitternötig. Zu ergänzen wäre
eine Würdigung der höchst mangelhaften Qualität der Spielberichte selbst. Hohle Stereotypen sind noch das
beste, was da geboten wird. Meist berichten/bewerten
die Kommentatoren ein Geschehen, das auf dem
Spielfeld keine Entsprechung findet. Willkürliche Wert-
und Unwerturteile, die nicht nachvollziehbar sind,
ärgern mich so, daß ich gelegentlich den Ton abschalte.
Vielleicht hätte die ARD die zum Teil sehr guten
Sportreporter von Sat1 abwerben sollen. Da wurde
Information, Unterhaltung und Witz geboten.
Die Frage sei hier gestattet, welche Qualifizierung
ist für die ARD Anstellungsvoraussetzung. Nach dem, was ich aus dem realen Sportschaugeschehen erkenne, reicht
Albernheit, große Klappe und eine Portion Impertinenz,
um zum Kommentator gekürt zu werden. Kenntnisse, auch
sprachliche, sind anscheindend eher hinderlich.
Leider folgt die ARD hier dem auch anderswo eingeschlagenen Weg, die Privaten an Niveau zu
unterbieten, wo es nur möglich ist, um auf diesem
Wege dem Quotengötzen Ihren Kotau zu erweisen.
Die Frage nach der Existenzberechtigung der ARD
wird mit diesen Methoden von der ARD selbst
permanet gestellt.
M.f.G. Gisbert v. Heyden; Berlin

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