
Ich bin ein großer Opernfan.-Allerdings kann man auch mal
darüber nachdenken, warum das meiste Steuergeld "hinter der Bühne verschwindet".-nicht nur in Berlin.
Für viele Opernfreunde ist die Faszination der menschlichen Stimme der Mittelpunkt der Kunstform Oper-
Da ich aber von befreundeten Opernsängern weiß das (seltene Gaststars ausgenommen) die Monatsgage bei vielen Opernsolisten in Deutschland ca.1600€-2600€Brutto! beträgt-
muss man endlich mal sachlich klären wie man den aufgeblähten Verwaltungsapparat+ höher nach Tarif bezahlte Full TimeTechnik+Chor+Orchester "optimiert"-besonders bei drei Häusern in einer Stadt.
Mir ist klar das dabei sofort die "Kunstkenner" aufschrein-
aber in Zeiten wo selbst Krankenhäuser weggespart werden,
muss man umdenken!

In München und auch in Bayern sind Kultur und auch Theater wie im Beitrag richtig beschrieben fest in der Gesellschaft verankert. So wurden zum Beispiel in München beim Wiederaufbau der Staatsoper, und bei der Renovierung des Prinzregententheaters 2-stellige Millionenbeträge, durch Spenden von der Bevölkerung aufgebracht. in Würzburg gingen die Bewohner auf die Strasse, als die Schließung des Theaters diskutiert wurde. Aber man kann Dinge, aus anderen Städten , Berlin nicht einfach aufpfropfen. Die Entscheidung ob Oper oder Disco, findet im Kopf statt. Diese Entscheidung müssen die Politiker wie auch die Berliner Bevölkerung treffen. . Wie ich Herrn Wowereit jedoch einschätze würde er sich in diesem Fall für die Disco entscheiden.

All die im Artikel genannten Vergleiche mit Metropolen wie z.B. Paris oder London oder Wien funktionieren nicht. Und es lässt sich nur wie ein Mantra wiederholen. Wir sind kein zentralistisches Land. Dies ist eine Republik die föderal aufgebaut ist "und das ist auch gut so"!
Davon profitiert dieses Land, das hat es stark gemacht und um noch etwas Pathos beizumischen, wir lieben es so.
Und somit verliert Berlin den Anspruch auf das eingebildete capitale "Kunstmonopol".
Dies ist auch sehr wichtig, denn nur so lässt sich die Vielfalt und der Wettbewerb, der diesem Land, nicht nur auf künstlerischer Ebene, so gut tut, gewährleisten. Gerade die polizentrische Verteilung von Kunst "Hotspots", sei es im wunderbaren Frankfurt, in München, in Stuttgart oder Düsseldorf, in Hamburg oder Dresden sind der Garant für die Qualität der Kunst in diesem Land. Der Garant für eine Reflexion der Gesellschaften in der Kunst.
Also, beenden wir den längst auf den Schrottplatz der Geschichte gehörenden falschen Anspruch Berlins, die anderen für seine Kunst oder was auch immer, zahlen zu lassen, dabei aber die Grösse der anderen deutschen Zentren negieren zu wollen. Nein Herr Wowereit, das ist nicht gut so!

Die deutsche Kulturnation spielt sich a) nicht nur in der Bundesrepublik und b) dort nicht nur in der 'Hauptstadt' Berlin, sondern im ganzen Staatsgebiet ab. Ganz offensichtlich kann oder will sich das Land Berlin keine drei Opern leisten. Dann gibt es keinen Grund, dass das restliche Bundesgebiet hierfür bluten soll. Eine Massierung und finanzielle Bevorzugung Berliner Institutionen ist völlig undemokratisch.
Lieber ein Haus in Berlin schließen und dafür ein anderes in einem Ort öffnen, wo es noch gar keins gibt.
Im übrigen hat keines der 3 Berliner Opernhäuser eine überregionale Strahlkraft. Auch die Oper unter den Linden hat trotz der hervorragenden Arbeit von Maestro Barenboim im Gesamten keinen hervorragenden Ruf. Und für den Durchschnittsberliner reicht eine Videothek mit nahegelegener Pommesbude.