Innenansicht einer oppositionellen Familie: Joachim Fest

Joachim Fests Memoiren

Auch wenn alle mitmachen - ich nicht

Es ist nach Günter Grass' Memoiren das zweite mit Spannung erwartete Erinnerungsbuch des Jahres: Joachim Fests „Ich nicht“, im Feuilleton der F.A.Z. vorabgedruckt. Eine Einführung.

Lesermeinungen zum Beitrag

12. September 2006 12:27

Die F.A.Z. braucht einen neuen Joachim Fest

Ruth Salber-Buchmüller (salberbuchmueller)

Ohne viel Worte:

"Auch wenn alle mitmachen - ich nicht"

Mit einem Joachim Fest würde die
Frankfurter Allgemeine Zeitung
eine klare Stellung beziehen zur
kultur- und traditionszerstörenden
Primitivschreibe.

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07. September 2006 23:59

Hybris der Männer

gisbert heimes (gisbert4)

Die meinem Beitrag 'Eine Frau' folgenden Kommentare (bis auf den von Herrn Füllmann - 'Die heile Welt') bestätigen diese gottverdammte Hybris der Männer in vollem Umfang. Sie sollten mal mit ihren Frauen darüber reden. Diese Hybris fällt ineins mit dem Gegenstand, den sie verdammt.

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06. September 2006 16:04

Joachim Fests Memoiren

Peter Anders (PeterAnders)

Ich bin so beeindruckt von dieser Schilderung. Diese Art Journalismus (Felicitas von Lovenberg) ist der Hauptgrund dafür dass ich die FAZ so liebe - obwohl ich (wirtschafts-)politisch ganz anders denke.
Es ist beinahe unglaublich dass es damals doch diese Menschen gab in Deutschland; welche Kombination von äußerer echter Bescheidenheit, Zurückhaltung und innerer Größe! Welch ein krasser Gegensatz zu meinen eigenen Vorfahren. Ich werde Ihren Vorabdruck lesen und das Buch dazu wohl verschiedenen Menschen schenken.

Mit herzlichem Gruß,

Peter Anders

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06. September 2006 15:52

Zivilcourage - kennt das ein Herr Grass?

Mathias Stuefe (Stuefe)

"Ich nicht" hat mir sehr gut getan. Zivilcourage ist eine, wenn nicht die wichtigste Tugend des Individuums und nur mit dieser ist eine zivile Geselschaft überhaupt aufrecht zu erhalten. Auch wenn es immer nur sehr, sehr wenige Menschen mit solchen Qualitäten gibt, die auch wenig auffallen oder in Vergessenheit geraten, weil sie eben keinen Lärm darum machen. Solche Bescheidenheit korreliert offenbar mit der Tugend Zivilcourage. Fragt sich, ob ein Herr Grass so eine Tugend überhaupt bekannt ist oder ob er sie nicht sogleich diffamiert. Jedenfalls konnte man auch in den 70er Jahren als 15jähriger begreifen, was es mit den Sowjets, den südamerikanischen Juntas oder den Maoisten auf sich hat und welche menschenverachtenden Grundüberzeugungen da vertreten wurden. In meiner Schulklasse haben da viele gejubelt, Mao-Bibeln u.ä. mit sich herumgeschleppt. Einige ganz wenige haben die Dinge beim Namen genannt und wurden dafür geschmäht. da war Herr Grass ein undurchsichtiger Schönredner der Verhältnisse. Geltungssucht, Geldgier und opportunistisches Verhalten sind oft die Triebkräfte menschlichen Verhaltens. Der wieder sehr selbstgefällig auftretende Herr Grass... was treibt ihn wohl??? Zivilcourage hat er nach meinen Maßstäben nie gezeigt.

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06. September 2006 15:01

Fest: Fast so wie heute

Niko Akathari (NikoA)

In der grundlegenden Sache kann man sich auch heute, in ach so moderner, demokratischer und unfinsterer Zeit, wiederfinden. Aber auch damals werden die Menschen ihre Zeit so empfunden haben.

Fests und Fests Vaters Haltung wird man aber mit dem Adjektiv oppositionell nicht gerecht. Sie stehen aufrecht im Recht. Es sind die anderen - damals noch schlimmer als heute - die gegen das Recht opponieren. Und die - damals wie heute - selbst das Gesetz gegen das Recht in Stellung bringen.

Die Versuche und Versuchungen, damit umzugehen, damit - und trotzdem - zu leben, stellen sich auch heute noch.

Dieses Buch verspricht Vorbildliches lesbar zu machen und ich werde ganz sicher von diesem wertvollen Angebot Gebrauch machen.

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06. September 2006 14:55

Nun,Herr Grass,

Markus Teuber (arathorn)

hier können Sie endlich lesen,was Moral wirklich bedeutet!

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06. September 2006 14:24

Eine Frau

gisbert heimes (gisbert4)

<<<Behutsam schildert der sich erinnernde Sohn den Verlauf der Unterhaltung. Die Mutter fragt den Vater zögerlich, ob er nicht doch noch überlegen wolle, in die Partei einzutreten, „und um das Ende ihres Vorbringens anzudeuten, setzte sie nach längerem Innehalten ein einfaches ,Bitte!' hinzu“. Der Vater nimmt sich Zeit für seine Antwort. „Er sagte etwas über die Umstellungen, zu denen sie, wie viele andere, genötigt seien. Über die Gewohnheit, die nach zumeist schwierigen Anfängen einigen Halt vermittle. Über das Gewissen, das Vertrauen in Gott.“ Die Mutter, die sich ohnehin bereits weiter vorgewagt hat, als es sonst ihre Art ist, bleibt hartnäckig und bemerkt, „daß ein Parteieintritt doch nichts ändere: ,Wir bleiben schließlich, wer wir sind!' Ohne langes Nachdenken erwiderte mein Vater: ,Das gerade nicht! Es würde alles ändern!'“>>>

Es ist eine Frau, die so zögerlich fragt. Die Hybris der Männer kennt auch im Recht kein Erbarmen.

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06. September 2006 13:12

Ich nicht - super!

Peter Arbogast (petarbo)

Werde mir das Buch kaufen. Obwohl ich es im Büro im Vorabdruck UMSONST lesen kann.

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