Faschistisches Wandfresko an einer Hauswand

Nach dem Wahlerfolg von Silvio Berlusconi fürchten viele Italiener Geschichtsrevisionismus von rechts. Erste entsprechende Fälle gibt es schon. Unzählige kleine Tabubrüche bereiten einer gesüßten Version des Faschismus den Boden. Von Dirk Schümer, Venedig

Lesermeinungen zum Beitrag

21. Mai 2008 06:31
@Giovanni Publico (PublicJoe)  
Klaus Meyer (deutschlaender2)

wenn Sie meinen die Fascisti seien gänzlich unschuldig und eigentlich nur nette, ordnungsliebende Italiener gewesen, dann googeln Sie 'mal den Ausdruck "La persecuzione degli ebrei italiani". Sicher kam der bösartige vernichterische Antisemitismus von nördlich der Alpen. Aber wer eine Idee aufreift und mitmacht, ist "guilty by association" (gilt auch für den damaligen Mufti von Jerusalem der sich ebenfalls mit den deutschen Nazis eingelassen hat). Bezüglich Oriana Fallacis haben Sie meinen Punkt wohl nicht erfasst: die Tatsache, dass sie - wie Sie freundlicherweise bestätigen - strikt pro Israel und strikt anti muslimisch war, macht sie nicht zu einer Lichtgestalt, im Gegenteil. Hassprediger mit rassistischen Untertönen werden dadurch nicht weniger verwerflich, wenn ihr Objekt nicht angeblich ungewaschene, müffelnde Deutsche sind, sondern Muslime aus Afrika und Südasien, die Frau Fallaci - ich kann Ihnen das Wort leider nicht ersparen - als verächtliche Untermenschen darstellt. Wer sich davon nicht distanziert, ist auch nicht besser als die Parteigänger des Duce und seiner deutschen Mentoren. Aber vielleicht betrachten Sie dies ja als Auszeichnung...

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20. Mai 2008 20:15
@ Herrn Meyer  
Joe Public (PublicJoe)

Verbrechen an Ital. Juden durch die Fascisti? Darf ich fragen woher Sie Ihre Informationen beziehen? Der Fascismo ist nicht mit dem Nationalsozialismus gleichzusetzen! Oriana Fallaci? Die Dame war strikt pro Israel und strikt anti muslimisch. Sie vermengen leider die Sachverhalte ein bisschen...

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20. Mai 2008 19:13
Aus der Geschichte gelernt  
Klaus Meyer (deutschlaender2)

haben die stramm rechten Ex- Neo- Faschisten Italiens, und kühlen ihr Mütchen heutzutage nicht mehr an den Juden , im Gegenteil: der Pilgergang Alemannos ins römische Ghetto oberhalb des Vespa- Tempels am östlichen Tiberufer hat ihm die Unterstützung der jüdischen Gemeinde Italiens für seinen Wahlkampf eingebracht. Die Herrschaften sehen sich heute in einer "heiligen" Allianz mit den USA und Israel im Kampf gegen die neuen Feinde der Zivilisation, die extracommunitari, was eine Chiffre für muslimische Einwanderer ist. Die kürzlich verstorbene Hasspredigerin Oriana Fallaci hat es ihnen ja vorgemacht bzw. eher vorgebrüllt in ihren hasstriefenden Schriften und Interviews. Die Geschichte von vor 70 Jahren könnte sich also durchaus wiederholen - zumindestens in Teilbereichen - und wieder sind als Zielscheibe Leute ausgeguckt, für die sich keiner einsetzt, die keine Lobby haben und denen der Schutz der politischen Korrektheit (dass nämlich keine Menschengruppe pauschal und in Bausch und Bogen abzuqualifizieren und zu verdammen sei) genommen wurde. Die Volksgruppe, die so bewundernswerte Humanisten wie Primo und Carlo Levi hervorgebracht hat, sollte sich zu so etwas nicht hergeben.

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20. Mai 2008 11:11
Wie wäre es, wenn man bei der Bewertung geschichtlicher Ereignisse und  
Udo Steffen (steffenu)

Persönlichkeiten alle(!) verfügbaren Fakten heranziehen und nach einheitlichen(!) Maßstäben bewerten würde? Doch davon sind manche (!!) "Wissenschaftler" so weit entfernt wie der Straßenpöbel.

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20. Mai 2008 10:40
Bürgermeister von Triest  
Julius Franzot (JFranzot)

Roberto Dipiazza, Bürgermeister von Triest, machte zwar seine ersten Schritte in der Politik unter MSI und später Alleanza Nazionale, ist aber seit mindestens 10 Jahren Mitglied von Forza Italia.

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20. Mai 2008 10:11
Die braune Soße  
Rudolf Ortwein (rudi.rotwein)

Auch wenn unter Silvio Berlusconi wieder einmal versucht werden wird, Geschichtsrevisionismus zu betreiben, mörderische Diktaturen, wie der Mussolini- oder Hitler-Faschismus werden keinerlei Anklang mehr in der breiten Bevölkerung finden. Zusehr ist deren wiederliche Fratze der Diktatur den Menschen noch im Gedächtnis. Auch durch Verweiß auf den stalinistischen Staatsterrorismus kann keine Relativierung mehr erfolgen.

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20. Mai 2008 09:24
Unglücklicher Vergleich  
Thomas Berger (tberger)

Ich halte den Vergleich zwischen Stalin und Mussolini für historisch wenig gelungen. Wenn, dann wäre Lenin der sinnvollere Vergleich. Beide haben ihr ideologisches System erstmals in die Tat umgesetzt, zwar jeweils auch für eine schreckliche Gesellschaft gesorgt, wobei die grauenvollsten Verbrechen aber dem jeweiligen (geistigen) Nachfolger vorbehalten bleiben sollten. Übrigens erfreut sich Lenin als historische Figur in Rußland unter patriotischen Apologeten wieder zunehmenderer Beliebtheit...

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19. Mai 2008 23:04
@ Walter Gaenger (Gaenger)  
Sven Svensson (Skalli)

Gerd Schultze-Rhonhof ist der Meinung, Hitler habe Präventivkriege geführt!Seine These, dass Hitler bis in den Herbst 1939 gegen einen Krieg mit Polen war, widerspricht allerdings deutlich der Mehrheitsmeinung in Forschung und Lehre. (Obwohl die Mehrheit nicht immer Recht haben muss!) Stefan Scheil ist ähnlicher Meinung, auch wenn er zumindest promovierter Historiker ist udn sogar für die FAZ schreiben darf. Aber solche Herren sollten vielleicht besser nicht zitiert oder solchen Zitaten große Bedeutung zugemessen werden! In einem muss ich Ihnen zustimmen, Geschichte sollte weder links noch rechts gedeutet werden, sondern sich an Fakten halten!

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19. Mai 2008 21:45
Nazifaschismus?  
Joe Public (PublicJoe)

Nazifaschismus? Was soll das sein? Es gab den Nazionalsozialisismus und den Fascismo. Aber eine Synthese aus beiden gab es nicht. Die Wortschöpfung "Nazifaschismus" stammt aus dem stalinistischen Wörterbuch...

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19. Mai 2008 20:34
Haust du den Duden, schlage ich Stalin  
okay altinisik (altinisik)

Während meiner Studienzeit in Wien gab es so ein Sprichwort das lautete: “Hast du den Duden bist du im Recht.“ Jedenfalls wenn der Linkshistorismus nicht funktioniert -tut es glaub ich auch nicht, kann ich mir gut vorstellen, dass ein idealisierter Historismus einen gesunden Nährboden für Italien bereitstellt.

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