Der Argumente wurden schon viele getauscht. Immerhin schwelt der Konflikt zwischen dem Philosophen und der Mibrag schon über zwei Jahre. Man staunt nur immer wieder, wenn man spürt, wie solche Unternehmen wie die Mibrag bevorzugt werden und wie selbstverständlich das Unternehmen selbst mit gefahrschwangeren Begriffen um sich werfen darf. Ungestraft freilich.
Jeder kleine Unternehmer wird in Deutschland nach allen Regeln der Kunst auf den Kopf gestellt und leergeschüttelt. Zuletzt kommt man ihm dann noch mit dem 4. SGB und unterzieht ihn einer peinlichen Prüfung hinsichtlich der "Scheinselbständigkeit".
Nicht so bei der Mibrag und den in ihrem Fahrwasser schlingernden Firmen. Das Bergbauunternehmen aus Theißen darf unkontrolliert immer wieder behaupten, dass über 2.000 Arbeitsplätze der "freien Wirtschaft" direkt von ihr abhängig sind und im Falle einer Schließung der Mibrag auch zahlreiche diese Subunternehmen dicht machen müsse. Da wird doch ganz klar zugegeben, dass diese Subunternehmen in Wahrheit abhängig beschäftigt und damit scheinselbständig sind. Und niemand prüft das. Warum das so ist? Nun, vielleicht sind auch die Parteien nur scheinselbständig? Das erklärt zumindest den ungewöhnlichen Konsens im Burgenländer Kreistag.
Von allen unrentablen Aktivitäten der DDR hat man ausgerechnet den Zweig erhalten, der am meisten Zerstörungen und Umweltverschmutzung verursacht; dagegen sind Bergstürze und das Einsinken von Häusern im Ruhrgebiet ja gar nichts. Ganz zu schweigen vom CO2 und Schadstoffausstoß der Braunkohle. Man hätte eher ein Chemie- oder Stahlkombinat in der Gegen erhalten sollen als die Mondlandschaften produzierende Bergbauindustrie. Es bleibt zu hoffen, dass man dies bald begreift und der Zerstörung ganzer Kulturlandschaften Einhalt gebietet.
Ich gehe davon aus, daß die Druckausgabe im Zweifelsfall den Anspruch des Artikels widergibt. Dort heißt es zu Beginn der einführenden Zusammenfassung: "Was ist uns teurer: ökonomische oder kulturelle Ressourcen?" Es sei darauf hingewiesen, daß der beliebte Scheinwiderspruch zwischen Kultur und Ökonomie merkwürdigerweise in erster Linie seitens des ökonomisch abhängigen Kulturbetriebs behauptet wird, auch immer wieder an exakt derselben Stelle in der F.A.Z. War es ökonomische Vernunft, die dazu geführt hat, daß sich Generationen sinnlos in den Kohlebergbau verbissen haben? Oder ist es nicht vielmehr das krampfhafte Pochen auf das kulturelle Erbe beliebiger Industriezweige? Ob Kohle, Porzellan oder Webstuhl, immer wieder ist es die gewaltsame Verhinderung ökonomischer Vernunft schlicht aus Angst, die dazu führt, daß ganze Landstriche vor die Hunde gehen. Verständliche Angst der Bevölkerung, die von interessierter Seite im Glauben bestärkt wird, scheinbar alles zu verlieren, sowie schändliche Angst der Politik, die nur von der anderen blendend lebt. Nietzsches Totenruhe in allen Ehren, aber der Aufschrei wider die Ökonomie lenkt vom eigentlichen Problem ab.
"Es gibt einen Grad von Schlaflosigkeit, von Wiederkäuen, von historischem Sinne, bei dem das Lebendige zu Schaden kommt und zuletzt zugrunde geht ... "
Nietzsche: Unzeitgemäße Betrachtungen. Zweites Stück: Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben. Aus: Nietzsche. Werke in drei Bänden. Hg. von Karl Schlechta. München: Hanser, 1973, S. 213
Eigentlich fehlt nur noch eine euphemistischen Bezeichnung für die Aufgabe von Dörfern, die die historische Struktur der Region bis heute erkennen lassen ... Wenn man den Abriss von Wohngebäuden unter "Stadtumbau" einordnet, wäre die Bezeichnung "Dorfumbau" für diese Form von großflächigem Vandalismus nur folgerichtig.
Wenn man dazu noch bedenkt, dass die Region Saale-Unstrut (in der auch Weißenfels liegt) eine der Tourismusregionen Sachsen-Anhalts ist und als solche von der Landesregierung weiter entwickelt wird, erscheint die Unterstützung für die Schaffung einer Mondlandschaft noch fragwürdiger.
Und wenn sich einer der Vorredner über sogenannte "Luxusinfrastrukturen" beschwert, so sei darauf hingewiesen, dass es dünner besiedelte Regionen in anderen westlichen Ländern (Frankreich, auch Kanada) gibt, die infrastrukturell gut erschlossen sind. Nur versuchte man bisher zu wenig, solche Vorbilder zu nutzen.
Ohnehin erwies sich die Jagd nach Einmaleffekten (wie es beim Tagebau der Fall) ist, oft als kurzsichtige Tat.
Ich hab mich Über Tagebau als Kind Über die ddr aufgeregt und werde von der brd verraten.
Wer vertritt eigentlich die Interessen von Deutschland ??
Falls wir diese concept nicht mehr brauchen dann auch nicht
den deutschen Steuer & Staats Ballast
(Ich fühle mich sowieso mehr als Europäer)
Wenn die Deutsche Regierung so symbolisch ,das es jedes Kind versteht,
das Land fuhr Geld opfert
Da kann mann doch auch mit gutem gewissen randalieren.
Wer die Q Meter preise im Ausland kennt wird sich wundern warum wir nicht alles verkaufen und wenigstens in der Zukunft zu besuch kommen können.
Wenigstens müsste mann sich nicht fuhr seine Landsmannes / Frauen schämen.
Wenn jemand uns anbietet das er uns bezahlt um andere oder uns selbst mit Benzin zu übergießen und anzustecken lehnen wir auch diese Arbeitsplätze ab.
oder?
... man sollte doch meinen, Schauplatz von Nietzsches Geistesgeschichte seien seine Werke. Stattdessen regt man sich darüber auf, dass das Haus, wo er zur Schule ging, abgerissen wird.
"Erhalt der Kulturlandschaften", heißt es im Artikel. Was bitte hat Nietzsches Heimatdorf mit Kultur zu tun? Wo ist die Kultur denn? Nur weil der Mann dort gelebt hat, heißt das doch nicht, dass der bloße Ort, die Gebäude an sich, oder (in Wirklichkeit) *irgendetwas* materielles zu der Kultur gehört, die Nietzsche geprägt und beigetragen hat. Gerade bei einem Philosophen wird dieser Anspruch auf Wallfahrtstourismus und Grabesschau besonders absurd. "Wenn Sie jetzt nach links schauen, hier hat Nietzsche sich mal den linken Schuh zugebunden". Ganz große Kultur. Statt in dieses Dorf zu fahren und Nietzsches Geburtshaus mit offenem Mund zu begaffen, sollte sich der achso gebildete mittelständische Kulturtourist mal lieber mit Nietzsches Werk auseinandersetzen.
"Hier ließ es sich leben, sagt er sich, denn es lässt sich hier leben; hier wird es sich leben lassen, denn wir sind zäh und nicht über Nacht umzubrechen" -- Eine absurde Vorstellung, dass Nietzsches Wort auch nur im entferntesten auf Röcken bezogen werden könnte.
menschenleere Gegend, überdimensionierte Infrastruktur, jedes Dorf wie aus dem Prospekt "Unser Dorf soll schöner werden". Eine dünnbesiedelte Agrarwüste deren demographische Situation durch Überalterung gekennzeichnet ist.
Fazit: Musterbeispiel für Geldverschwendung der "öffentlichen Hand" (die es vorher aus Bürgers Tasche nahm..", Dörfer die sowieso am aussterben sind......
Das alles erinnert fatal an die israelische Siedlungspolitik: solange subventionieren bis Bürger hinziehen (im Fall von Röcken: dableiben), wenn die gegend dann Bewohnt ist/bleibt das Problem lamentieren!!
ES IST UNMÖGLICH DIE FINANZIELLEN LASTEN ZU TRAGEN WELCHE DIE LUXUSINFRASTRUKTUR IN FAST MENSCHENLEEREN RÄUMEN DEM STEUERZAHLER AUFBÜRDET: von den Luxusausgaben für Infrastruktur im Osten ganz zu schweigen- Folgekosten der vorhandenen Infrastruktur steigen aufgrund von Abschreibungen, durch Überalterung mehr Transfehrempfänger weniger Zahler= demographische Falle.
Braunkohletagebau ist Frevel in jeder Beziehung und sollte daher schwer bestraft werden.
Zu DDR-Zeiten wurde seitens der damaligen Bundesrepublik und der westdeutschen Medien die durch den Braunkohleabbau verursachte Umweltzerstörung, die Vertreibungen und der Kulturverlust immer wieder beklagt. Und heute?
Wenn es um Kohle geht – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne – ist unsrere christlich abendländische Wertegemeinschaft (scheinbar) einen Dreck wert.
"Die Wüste wächst, wehe dem der Wüsten birgt."
aus
Also sprach Zarathustra
