Irak

Geiselnehmer lassen britischen Journalisten frei

James Brandon soll freigelassen werden

James Brandon soll freigelassen werden

13. August 2004 Irakische Aufständische haben am Freitag einen entführten Journalisten aus Großbritannien
freigelassen. Der für den „Sunday Telegraf“ tätige Reporter wurde an das Büro des radikalen Schiitenpredigers Muqtada Sadr in der Stadt Basra übergeben.

„Ich bin der Mehdi-Miliz dankbar und nun bei guter Gesundheit", sagte der freigelassene James Brandon vor Journalisten. Zuvor hatten die Entführer nach Vermittlung von Mitarbeitern Sadrs die Freilassung des Briten angekündigt. Der Mann war in der Nacht zum Freitag aus seinem Hotel in der von den britischen Besatzungstruppen kontrollierten Hafenstadt Basra im Südirak verschleppt worden. Die Entführer hatten ursprünglich gedroht den Journalist zu töten, wenn sich die amerikanischen Truppen nicht binnen 24 Stunden aus der den Schiiten heiligen Stadt Nadschaf zurückzögen.

Zuvor hatte ein ranghoher Vertrauter des radikalen Schiitenführers Sadr die Entführer aufgefordert, den Journalisten sofort freizulassen. „Im Namen des Büros von Muqtada Sadr und der Führung der Mehdi-Armee“ rufe er die Entführer zur unverzüglichen Freilassung des Mannes auf, „denn wir handeln gemäß den Prinzipien des Islam und diese Methoden sind gegen den Islam“, erklärte Scheich Akram al Kaabi am Freitag vor dem Imam-Ali-Schrein in Nadschaf. Er wisse nicht, wer den freien Mitarbeiter des britischen „Sunday Telegraph“ verschleppt habe.

Schiiten sollen Überwachung heiliger Stätten übernehmen

Auch Sadrs Sprecher in Bagdad, Scheich Salah al Obeidi, forderte die sofortige Freilassung Brandons. Er betonte in der BBC, die Anhänger des radikalen Schiitenführers seien nicht verantwortlich für die Entführung des Reporters. „Wir verurteilen solche Taten. Die Journalisten sind unsere Brüder, unsere Freunde, sie verbreiten unsere Meinung in der ganzen Welt“, sagte Obeidi.

Unterdessen hat Sadr Bedingungen für einen Abzug seiner Mehdi-Miliz aus der umkämpften irakischen Stadt Nadschaf genannt. Sadr sei bereit, die Stadt zu verlassen, wenn auch die amerikanische Armee abziehe und die religiösen Anführer des Landes sich darauf einigten, die Überwachung der den Schiiten heiligen Stätten in Nadschaf zu übernehmen, sagte ein Sadr-Sprecher. Der Prediger fordere außerdem die Freilassung seiner gefangen genommenen Kämpfer und einen Straferlaß für seine Anhänger, die in den vergangenen Tagen in Nadschaf und anderen irakischen Städten gegen die amerikanisch-geführten Truppen gekämpft haben.

Text: FAZ.NET mit Material von Reuters/AFP
Bildmaterial: REUTERS

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