>>Der Vorstand der lokalen Bankfiliale, der früher die Rolle eines Platzhirsches spielte, >>hat nicht mehr viel zu sagen. Seine fachlichen Fähigkeiten, zum Beispiel seine >>Kredit- oder Wertpapierkompetenz, wurden in eine nationale oder sogar >>internationale Firmenzentrale verlagert.
Die Verlagerung von Kompetenz ist ganz offenbar nur unvollkommen gelungen: Siehe die jüngste Bankenkrise. Die elementaren Regeln, die international agierende Banker ignoriert haben, hätte der lokale "Hirsch" wohl noch befolgt.
Ich hoffe inständig, dass unsere Regierung _nicht_ durch Genies vom Schlage eines Herrn Leber beraten wird.
Bildung würde die Ungleichheit erhöhen, ist genau so abwegig wie ein Kommentar, das Proletariat in Deutschland hätte Hitler an die Macht gebracht. Beides sind Ammenmärchen. Das Grossbürgertum, das über die Produktions- und Geldmittel verfügte und das Militär, deren Köpfe sich primär aus dem Adel rekrutierte, machten Hitler salonfähig. Was sie störte waren die Juden, die den Geld- und Warenhandel in den Städten stark dominierten. Hitler wollte sie beseitigen(siehe: Mein Kampf). Was sie störte war der Einfluss der Kommunisten, der Sozialdemokraten: Hitlers brauner Mob räumte sie weg. Hitlers Pläne versprachen der Waffenindustrie reichlich Aufträge und Gewinne. Die Zwangsarbeiter waren billige Arbeitskräfte. Deshalb Hitler.
An den Machtverhältnissen hat sich nichts geändert, weil das Bürgertum nach den Kriegswirren über Vermögen und bessere Verbindungen verfügte. Die politischen Steigbügelhalter dieser Entwicklung sind die CDU/CSU und die FDP. Das Bürgertum und der Adel besitzten weiterhin riesige Grundvermögen und Liegenschaften, zum Teil vom Staat subventioniert. Es bleibt eigentlich nur die höhere Besteuerung dieser Vermögen, wenn sich für die Masse etwas ändern soll.
was Herr Leber hier vom Stapel lässt.
So sehr ich ihm in der Kernaussage zustimme, so sehr vermisse ich auch eine Begründung für seine Behauptung. Er belegt nur, warum Chancengleichheit ungleiche Einkommen fördert. Der logische Umkehrschluss dieses Terminus ist, dass Einkommen durch Chanchenungleichheit angeglichen würden. Darauf geht in keiner Weise ein.
Wenn ich behaupte, die Welt ist weiß, dann muss ich mich bei der Argumentation darauf stützen, dass sie nicht schwarz ist.
Von daher reiht sich, meine Vorredner, Herr Leber sehr wohl in die Schar der essenzlos daherredenden Politiker ein.
Meines Erachtens gibt es sehr wohl Chancengleichheit in Deutschland, nur werden viele junge Leute verführt und in die falsche Richtung geschickt, wo sie wenig später in einer Sackgasse enden und lange brauchen, bis sie wieder rauskommen und nochmal lange brauchen, bis sie einen brauchbaren Weg finden. Solche sind definitiv nicht Spitze, hätten aber spitze werden können, wenn sie richtig geleitet worden wären.
Beispiel: Kinder, die den Umgang mit dem Computer erlernen. Glauben Sie etwa, die sitzen davor und bauen ihre ersten Websites? Denkste! Da wird die Zeit vertan mit sinnlosen Spielen und Filmeanschauen, die sowohl für gedeihliche Arbeit am Computer wie auch zum Lernen von Mathe und Fremdsprachen fehlt.
Ein anderer Punkt ist die angebliche "Überlegenheit der Besten": eine Eins im Abi macht noch lange keinen erfolgreichen Unternehmer, höchstens vielleicht einen gutgekleideten Manager. Aber Manager und Unternehmer sind zwei völlig verschiedene Paar Stiefel. Der Unternehmer hat sein Einkommen verdient, er schafft was Neues und Arbeitsplätze, der eingesetzte Manager dagegen oft nicht, er vernichtet Arbeitsplätze, darüber können auch der feinste Nadelstreifenanzug und das beste Parfüm nicht hinwegtäuschen.
Leber mag in seinem Beruf viel Geld bekommen - Präzision Denken ist seine Sache nicht: Die Chancengleichheit in Deutschland ist während der letzten Jahrzehnte eher gesunken als gestiegen - das zeigt unter anderem Pisa - es fehlt jeder Beleg für Lebers These. Die Eltern, die nach Lebers Meinung verstanden haben, versuchen Chancengleichheit zu hintertreiben, indem sie für ihre Kinder einen Startvorteil organisieren. Oder hat er seine Beobachtungen zur Chancengleichheit in den USA gemacht, wo der allgemeine Bildungsstand so hoch ist, dass mehr als 50% der Einwohner die Bibel für ein Geschichtsbuch halten?
Das mit der Jagd nach den Besten wird so versucht - nur es funktioniert nicht: Die Besten erkennt man nur in Ausnahmefällen am geraden Lebenslauf und den besten Noten - im Normalfall steht dahinter eine Begabung leicht über dem Mittelmaß, hohe Angepasstheit und Ehrgeiz gepaart mit sozialen Defiziten.
Es gibt die Programmierer mit dem Leistungsfaktor 10, doch es gibt nicht genügend davon, um sie in den normalen Produktionszyklus großer Software einzuplanen. 1250 Chars reichen nicht, die primitiv sozialdarwinistischen Klischees alle zu zerlegen, aber Leber sollte beim Schachern bleiben und nicht versuchen, uns die Welt zu erklären.
Wenn das Postulat der Chancengleichheit als Axiom akzeptiert wird, dann ist der Artikel stringent und animiert den Leser zu einem bedächtigen Kopfnicken.
Aufgrund eines Podcasts stieß ich kürzlich aber auf den Elitenforscher Hartmann -> http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Hartmann_%28Soziologe%29.
Danach sollte man Abstand nehmen vom Postulat der Chancengleichheit. Ich meine nicht die Pisaproblematik mit den benachteiligten Migrantenkindern. Sondern ich meine die Abschottung von traditionellen Eliten gegen Einfluß vom gemeinen Volk. Das ist schade, weil wir uns der besten Talente eben nicht versichern, sondern einer homogenen, gebildeten Gruppe, die die Probleme der normalen Leute nicht mehr interessiert, weil es sie nicht betrifft. Ausnahmen gibt es, doch offensichtlich zu wenige. Wenn ein Manager 400.000 Euro jährlich nach seinem Ausscheiden als "Rente" bezieht, obwohl er beim Verlassen des Unternehmens erst 47 Jahre alt ist und ohne Bezug zu sich selbst fordert, die (normalen) Menschen müßten lernen, den Gürtel enger zu schnallen, dann ist das ein symptomatisches Symbol dieser geteilten Wahrnehmungswelt von Eliten.
Die These des Autors, es gebe Chancengleichheit, sollte kritisch untersucht werden, weltweit.
Mit echter Chancengleichheit würde die Einkommensverteilung in Deutschland wieder enger werden. Durch Leistung ist in Deutschland noch niemand reich geworden, eher durch Bekanntschaften, Verwandschaften und Beziehungen.
"the winner takes it all" mag bei manchen Sportarten gelten, in vielen Bereichen der Wirtschaft jedoch nicht, denn sonst gäbe es keine Konkurrenz, kein Wettewerb mehr, sondern nur noch den Monopolisten - den Winner.
Ich weiss auch nicht, wie man die z.T. riesigen Einkommensunterschiede mit nur geringen, oder zum Teil überhaupt nicht messbaren Leistungsunterschieden erklären will. An mancher Stelle mögen sie gerechtfertigt sein, aber allgemein?
In Deutschland haben westdeutsche, weisse Männer die höchsten Einkommen. Der durchschnittliche Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen ist so hoch wie in kaum einem anderen westlichen Land.
Ebenso finden sich Menschen mit Migrationshintergrund überwiegend in unteren Einkommensschichten. Auch hier ist der Unterschied ausgeprägter als in anderen Ländern.
Die angebliche Ursache für diese Unterschiede ist das FEHLEN, nicht das Vorhandensein von Chancengleichheit.
Chancengleichheit setzt eine geschlechts- und herkunftsneutrale Erziehung und Umgebung, gleiche Startpositionen vorraus - die gibt es aber nicht. Und mein Eindruck ist, dass viele sie auch nicht wünschen, denn das wäre ja "Gleichmacherei".
>>Dann würde vielleicht endlich etwas unternommen, um Deutschland wettbewerbsfähig zu machen. <<
Deutschland legt seit über sieben Jahren jedes Jahr einen Exportrekord vor, sprich: kaum ein Land auf der Welt ist auf den internationalen, globalisierten Märkten so konkurrenzfähig wie Deutschland.
Dieses Cliché vom wettbewferbsunfähigen Deutschland wird immer lächerlicher. Natürlich gibt es Probleme, Prozesse die angepasst werden müssen, Märkte die sich wandeln, Markteilnehmer die sich diesen Veränderungen anpassen müssen. Deutschland hat in den letzten Jahrzehnten (und gerade in den letzten fünf Jahren) bewiesen, dass es das kann.
Bitte mal die Kirche im Dorf lassen. Auf wichtige Probleme hinweisen, aber bitte nicht alles in ein Katastrophenszenario ummünzen. Dieses angebliche behauptete "Wettbewerbsproblem" Deutschland gehört meines Erachtens eher in die Hände eines Psychoanalytikers, denn eines Ökonomen.
Chancengleichheit erhöht die Dichte der tatsächlichen Talente und fördert den Wert der Leistung gegenüber dem Kriterium der Herkunft. Damit werden aber mitnichten automatisch ungleiche Einkommen gefördert. Im Gegenteil: wenn die jeweils Ersten gegenüber den 2., 3., 4. etc. Besten erheblich besser bezahlt werden, bekommen wir weltweit ein gravierendes Problem: die Gehälter der durchaus leistungsfähigen und leistungsstarken zweiten und dritten Talente werden, so der Autor, sich stark von den Einkommen der Ersten unterscheiden. Die Ersten sind meist nur einen Wimpernschlag besser als die Zweiten, die dann aber dafür ein mehrfaches an Einkommen generieren. Dies führt unweigerlich zu einem Gerechtigkeitsproblem. Der Mensch nimmt innerhalb seiner Gemeinschaft, die in der menschlichen Wahrnehmung nur an letzter Stelle global ist, sondern primär sich auf sein unmittelbares Umfeld bezieht (Arbeitsplatz, Familie, Freunde, Nachbarschaft etc.) eine Position ein, die als gerecht in weitestem Sinne angesehen werden sollte um sozialen Frieden zu sichern. Der Autor redet aber einem anderen System das Wort: 'the winner takes it all'. Dieses System wird aus oben genanntem Grund gesellschaftlich nicht überlebensfähig sein, auch ökonomisch nicht.
Studenten sind sowohl global, als auch national betrachtet überpriviliegerte Individueen. Sie haben Zugang zu einem rigorosen Wissen, zu unzähligen wissenschaftlichen Publikationen und noch dazu die Möglichkeit sich mit anderen fruchtbar darüber auszutauschen. Sie sind am Ende iherer Persönlichkeitsbildung und haben daher die Möglichkeit, wie sie sie später so nicht mehr haben werden, sich selber zu dem Menschen zu machen, den sie sein wollen. Doch das kann nur funktionieren, wenn sie nicht ausgebildet, sondern gebildet werden. D.h. wenn sie die Möglichkeiten kriegen und erklärt bekommen, was dieses Wissen bedeutet, was damit alles gemacht werden kann und wie sie es lernen können zu verstehen, anstatt dieses auswendig zu lernen. Nur so können sie dann später selber mal Wissen schaffen, oder mit neuem umgehen und was das wichtigste ist: Die Komplexität der Gesellschaft und des Lebens zu begreifen versuchen. Besonders in Zeiten von der Verwirtschaftlichung der Gesellschaft und scheinbaren kultur. Konflikten, bei denen in den Industrieländern gerne die Aufklärung hochgehalten wird, muss die Auforderung „Sapere aude!“ Kants wahrgenommen werden! Um überhaupt später über Sätze wie "Nicht frei wovon, sondern wozu?" nachdenken zu können!
Der Autor dieses Beitrages kann gar kein Politiker sein. Als Politiker wäre er auf Wählerstimmen angewiesen, und die bringt nur die "Masse".
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<br>Das ist das Problem unserer "Demokratie": Es gibt gute Lösungsansätze für die meisten Probleme, und es gibt fähige Menschen, um diese auch umzusetzen. Nur werden diese "fähigen" Menschen nicht oder nicht mit genügender Mehrheit gewählt, weil die "Masse" mehr auf reißerisch-populistische Sprüche abfährt als auf wirklichen Verstand. Und die "Masse" bestimmt letztlich. So wird ein Hitler gewählt und ein Kirchhoff in die Wüste geschickt (man verzeihe den drastischen Vergleich, er ist aber m. E. deutlich).
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<br>Unsere derzeitige Tagespolituik bietet mehr als genügend Beispiele.
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<br>Wie man das aber ändern sollte, ist mir auch ein Rätsel. Naja, da bin ich in guter Gesellschaft: auch den "Großen" der Menschengeschichte, angefangen mit Platon ("Der Staat") ist nichts Gescheites dazu eingefallen.