Dalai sein ist alles - seine Heiligkeit bei einer Pressekonferenz in Delhi

Das Beharren des Dalai Lama auf Gewaltlosigkeit ist keine naive Träumerei, sondern die einzig sinnvolle Strategie, um Tibet zu retten. Das Volk hat an seiner Spitze den entschiedensten Realpolitiker, den man sich denken kann. Von Pico Iyer

Lesermeinungen zum Beitrag

01. April 2008 08:58
Doch nur ein Würdenträger ohne geistiger Macht ...  
Hans Wurzer (heinz57)

Alle preisen die Gewaltlosigkeit des Dalai Lama und nicht ohne Grund: ist er doch der einzige Repräsentant, der dies praktiziert. Noch nie hat ein buddhistischer Würdenträger eine Kanone gesegnet. Dafür zollt ihm meine Hochachtung. Doch dies ist nicht genug, ihm fehlt die geistige Macht, welch einst in Tibet durch andere ausgeübt wurde und Tibet für Jahrhunderte von äußeren Interessen bewahrt hatte. So vermisse ich bei ihm die antizipative Weisheit, d.h. die Vorausschau auf kommende Ereignisse. 2. vermisse ich bei ihm das Leben nach der Realität des karmischen Gesetzes, was ihn dazu befähigen würde, zu erkennen, daß die karmischen Anhäufungen all dieses Leid mit mathematischer Präszision erzwingen, er dürfte also keineswegs überrascht sein. Hinzu kommt, daß er nicht die geistige Macht besitzt, dieses "Karmapaket" abzuschwächen oder aufzulösen. Also bleibt ihm nur aussitzen und zuschauen. Trotzdem ist für materialistische Lebewesen die Gewalt bislang das einzige Mittel, schnell Veränderungen herbeizuführen. Es gibt jedoch auch gewaltlose Mittel, aber da müssten alle Tibeter mitmachen und da fehlt es ihnen an Einigkeit in der Zielsetzung ....

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31. März 2008 10:55
Warum...  
Frank Garbe (Frank_Garbe)

...hat dieser "Realpolitiker" das 17-Abkommen erst annerkannt um es dann ein paar Jahre später mit abenteuerlichen Gründen für ungültig zu erklären?
Aber was soll's, der Westen betet ja trotzdem fröhlich weiter zu diesem ach zu rechtschaffenen Mann und seinen ach so rechtschaffen Mönchen.

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31. März 2008 10:49
ein Artikel, der der historischen Grösse des Dalia Lamas gerecht wird....  
Wolfhart Zechiel (palvarsi)

asiatische Gelassenheit hat nichts mit Passivität im Sinne von Nichtstun gemein. Der Dalai Lama bietet ein -meiner Meinung nach- allgemein gültiges Vorbild, das man im philosophischen Sinne begreifen sollte. Hier geht es nicht um Religion, Machtpolitik und persönliche Interessen, sondern um ein Beispiel, das der Autor zurecht in eine Linie mit Gandhi und Luther King stellt. Es bleibt zu hoffen, dass der Dalai Lama zumindest ein gleichwertiges Ergebnis erzielen wird wie die beiden genannten Persönlichkeiten. Wieviel Beispiele braucht die Menschheit noch, um zu begreifen, dass ein grundlegender Wandel notwendig ist ? Die "Interessenpolitik" hat doch genügend schlechte Beispiele abgeliefert......

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31. März 2008 09:54
Aw: Der große Pragmatiker  
Edeltrudis Kaulmann-Trosien (kindly)

Ich frage mich, ob die große Aufmerksamkeit, die wir Tibet zollen nicht mit der unterschwelligen Hoffnung auf eine friedvolle Welt ohne Gewinnorientierung, Ausbeutung und Unterdrückung zu tun hat. Ein ersehntes, nie realisiertes Ideal, in dem Liberté, Egalité, Fraternité zumindest ansatzweise in einer Form von weltlichem Status existieren darf. Und der Verlust dieser Vision in uns nicht mehr zerstört als wir wahr haben wollen. Ich hoffe sehr, dass uns dieser Wert in der Weltgemeinschaft nicht verloren geht.

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31. März 2008 09:40
Ich bin auch entzückt,Herr Lorenz,  
Markus Teuber (arathorn)

daß dafür umso mehr "Demokratie" in Zhonghuá Rénmín Gònghéguó herrscht und die biden Großen Führer -Staatspräsident Hu Jintao und Premierminister Wen Jiabao- wie ihr Großer Vorsitzender,pardon Vorgänger Mao Tse Tung "demokratisch und in ehrlicher und gerechter Wahl" gewählt wurden.

Ein Hipp Hipp Hurra auf die KP Chinas !



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31. März 2008 08:36
China ist einmarschiert - nicht umgekehrt...  
Bertram von Steuben (Elim_Garak)

Danke für diesen Bericht !
Endlich einmal wird die Situation unverklärt, mit Pico Iyer wahrlich von einem Weltbürger, beschrieben. Gewalt, Wut, Frust und Hass sind zutiefst menschliche Gefühle, die nicht von jedem als "leer" - und damit neutral - betrachtet werden können. So wäre es für mich geradezu übermenschlich, wenn alle Tibeter diese tiefe Einsicht der Sinnlosigkeit von Gewalt auch "leben" könnten.
Bei allen Zweiflern an der "Schuldfage"in der Presse weden gerne gewalttätige Ausschreitungen von Bhuddisten in aller Welt gezeigt - die auch von der kommunistischen Propaganda Chinas veröffentlicht werden - ohne auf eben diese menschliche Komponente hinzuweisen. Wie religiös und friedensbereit sind in dieser Welt denn unterdrückte und besetze Völker, gleich ob christlich (prot. und kath.) jüdisch oder muslemisch??
Die stets friedensbetonte und fordernde Haltung des Dalai Lama hat schon während der gesamten, schleichenden "ethnischen Säuberung" Tibets durch die Chinesen einen wahren, tief religiösen Charakter gezeigt. Nur wirklich große Männer behalten angesichts solch fürchterlicher Situation die Ruhe - besonders, wenn die Weltpresse das jetzt endlich aufgreift und eine Änderung herbei geführt werden könnte.
...free Tibet...

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31. März 2008 00:27
AW: ein wiedergeborener Gott als Realpolitiker  
Tim Hoffmann (timhoffmann)

Sehr geehrter Herr Lorenz,

Ihr Beitrag zeugt von einer Arroganz, die man in globalen Politiklandschaft sonst nur von Präsident Busch gewohnt ist. Sie sind leider nicht gewillt, der Bevölkerung eines (ehemalig) suveränen Staates die Regierungsform zuzuerkennen, die mehrheitlich gewünscht ist. Abgesehen von der Tatsache, dass der Sinn des Artikels von Herrn Iyer mE nicht darin liegt, die rechtliche Legitimation des Dalai Lama als Staatsoberhaupt von Tibet zu beleuchten sei dazu angemerkt, dass sich ein solcher Legitimationsprozess nicht unbedingt nach westlichem (bzw. deutschem) Vorbild in einer Mischung aus Verhältnis- und Direktwahlsystem ergeben muss. So lange die Bevölkerung des betreffenden Landes mehrheitlich hinter ihrem Staatsoberhaupt steht, sollte das jeweilige Wahlsystem im Kriesenfall nicht im Zentrum der Betrachtung stehen.

Mit freundlichem Gruß

T. Hoffmann

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31. März 2008 00:11
Realpolitiker  
Thomas Mank (tgamank)

Besser einmal alle paar hundert Jahre eine kluge Wiedergeburt als dutzendmale alle paar Jahre sich durch alle Parteiniederungen hochintrigierte Machtmenschen

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30. März 2008 22:42
der kuerzeste weg nach tibet , bitte ?  
rio ghert (orant)

nunmehr mit der eisenbahn direkt von peking aus , wenn ich nicht taeusche , denn ich kann nicht chinesisch; weder schriftlich noch muendlich. und dann vielmehr als tausend jahre freiheitssuche , nein tausende von jahren.und jetzt : freiheit.frieiheit von allem,allen,und alles. wie waere es nun mit ein wenig breschnew ? ist angela nicht im schneewittchen paradox angie honecker ? wird der dalai sich zu seiner ausserehelichen liebe bekennen? kann man "ratensuppe" auch als "feinschmecker schildkroete hinterhergekrochen" auf der speisekarte verkaufen? bitte , noch mal nachschauen , ob denn auf dem ticket der bahn tatsaechlich der kuerzeste weg ausgewiesen ist ...

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30. März 2008 21:16
Ein wiedergeborener Gott als Realpolitiker,  
Friedrich Lorenz (LOCONS)

nie durch eine Wahl bestätigt, ich bin entzückt. Wahrlich eine Form der Demokratie, die der der Lobgesänge des Herrn Pico Iyer schon irgendwie bedarf.

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