
Sehr geehrter Herr Dr. Bayerl,
Systemdenken ist gefragt und zwar speziell das Denken der Macht- und Steuerungssysteme, die den Kultur- und den Evolutionsprozess organisieren, wenn es um die Nebenwirkungen des herrschenden Wachstumszwang-Regimes geht, u.a. um Klimaveränderung, Arm-Reich-Schere. Wir stehen hier erst am Anfang der öffentlichen Diskussion. Mit Reflexen, wie 'Quatsch!', werden Sie der bizarren Realität einer Systemkrise nicht gerecht.
Prof. Biedenkopf hat in der ZEIT v. 25.11.2004 unter dem Titel 'Wachstum schafft noch keine Arbeit' die Notwendigkeit 'eines Paradigmawechsels, einer weltlichen Reformation' nachgewiesen, d.h. den Exodus aus dem Wachstumsregime angemahnt. Etwas konkreter formuliert heißt das: eine Macht- und Kulturrevolution drängt in den frühentwickelten Staaten an die Spitze der politschen Agenda. Das Wachstumszwang-Regime wird nicht freiwillig kapitulieren - wie (fast) jede absolutistische Vormacht vorhe. Ist das Quatsch?
Die FAZ-Feuilletonredaktion bestätigt diese Logik der Lage mit dem Beitrag von Herrn Paoli. Nur wenige Durchblicker gelangen mit ihren realistisch-radikalen Erkenntnissen in die seriöse Öffentlichkeit. Danken wir den Mutigen in den Medien und den Herren Paoli und Biedenkopf.

Zitat:
"Eine Revolution ist die einzig realistische Alternative"
Man muß schon weiter wie bisher geduldige Überzeugungsarbeit mit rationalen Argumenten liefern, dann wirds auch was, es ist gar nicht so lange her, da konnte man ein weisses Hemd zum trocknen nach der Wäsche im Ruhrgebiet nicht ins Freie hängen, es war schneller grau als trocken! Im Rhein gibt es wieder Fische etc.
Klar handeln und nicht lamentieren, Atomkraftwerke nicht vorzeitig abschalten, dezentrale Stromerzeugung (mit Kraftwärmekopplung) fördern, Abwärme nutzen, auch einmal zunehmende Verschmutzung auf Rastplätzen u.ä. strenger verfolgen und bestrafen!.
Ich bin stolz einem Volk anzugehören das Sozialreformen ohne Revolition (Bismark) zustande gebracht hat, als erstes in der Welt, während die vielgelobte französische, noch schlimmer die russische Revolution nur Tod und Elend gebracht hat, wie die meisten Revolutionen.
Also geh mir weg mit Revolutionen

Hannah Arendt hat des WUNDER als eigentlichen Sinn von Politik benannt. Sollte sich unter dem Druck der globale Klimaveränderung in Deutschland ein Wunder anbahnen?
Wenn in der FAZ Beiträge wie der von Herrn Paoli erscheinen, mit Sätzen wie 'Eine Revolution ist die einzig realistische Alternative - ... als Griff .... nach der Notbremse', dann ist das für mich, der über den projektfähigen Erkenntnisstand zur vorrevolutionären Lage, zur evolutionären Geniepunktoption für den Exodusstart und zum Steuerungsinstrumentarium der nachfolgenden Weltordnung des Schöpferischen verfügt, ein sensationelles Signal.
Sind die Herausgeber der FAZ dabei, die Seiten zu wechseln - von der Seite des herrschenden Wachstumszwang-Regimes, das via High-Tech-Kapitalstockmaximierung und stetige steigende Bruttoarbeitskosten herrscht, auf die Seite derjenige, die den evolutionslogischen Exodusweg aus der Wachstumszwang-Tyrannei schon kennen?
Ich würde die FAZ-Redaktion auf der Seite der Realisten, in den Reihen des 5. Standes der KREATIVEN EVOLUTIONÄRE gerne begrüßen, ebenso Frau Angela Merkel, d.h. alle, die sich der evolutionsprozess-logischen Lage in aller Öffentlichkeit stellen.
Mutige Durchblicker, die das Wunder wollen, braucht das Land.

´Klimawandel bedroht die Weltwirtschaft´ - mit dieser Ursachenverkehrung entlarvt der Autor die Wirtschaft als Symbol für die Verengung einer Sichtweise, die das Ökonomische zum Glaubenssatz erhebt. Diese Vergötzung wirtschaftlicher Prinzipien scheint unserer Gesellschaft, als -freie- Marktwirtschaft organisiert, so unentbehrlich, dass wir bereit sind, mit Wachstumsdenken und dem Aberglauben vom Überleben der Besten Probleme lösen zu wollen, für die der tendenziell kurzfristige Markt-Preis-Wettbewerb sowie die entkoppelten GeldKapitalströme eher untauglich sind. Langfristig über Generationen wirkende Sünden einer Wachstumsökonomie lassen sich nur auf einer Ebene angehen, die die schädlichen Folgen in ihr Wertesystem integriert. Kurzfristig wirtschaftlich an der Spitze zu bleiben, um langfristig an den Abfallprodukten dieses Sieges zu ersticken, widerspräche eigentlich jeder Vernunft. Wenn allerdings Gewinner und Leidtragende nicht dieselben sind, dann wird das Paradoxe der Situation erst bewußt, wenn der Bezugsrahmen der Betrachtung erweitert und damit die Perspektive eine andere wird.
Diesen Paradigmenwechsel nimmt der Autor in gekonnter Weise vor, befreit den Leser von unhinterfragten Zwängen, um ganz neue aufzuzeigen.

dem vorhergehend kommetar stimme ich in vollem umfang zu. die frage ist warum wird in der presse auch in der faz zu 99% nur diesen untergangsmeinungen ruam gegeben. haben wir eine ferngesteurte presse?

Klimaforscher leben von der "Klimakatastrophe". Ihre Existenz und ihre Pfründe hängen davon ab. Deswegen werden sie diese Schreckenszenarien lustvoll ausmalen bis zum gutdotierten Ruhestand, denn je schrecklicher, umso mehr Geld für ihre "Forschung". Würden diese "Wissenschaftler" feststellen, daß die Klimakatastrophe ausbleibt, wäre ihre Karriere beendet. Das wird also nie passieren.
Bis 1975 sank die Temperatur auf der Erde, und man bekam Szenarien einer neuen Eiszeit serviert von denselben "Experten", die heutzutage ohne Scham von einer menschengemachten Erderwärmung schwadronieren. Dabei fehlen ihnen sowohl die Daten als auch nur ansatzweise das Wissen um die sehr komplexen Vorgänge in der Atmosphäre und den Ozeanen. Die können das Wetter von morgen nicht sicher voraussagen, aber haben keine Probleme, das Klima von 2060 zu simulieren.
Es wird einfach ein aktueller Trend (der Temperaturverlauf) extrapoliert, also ob er immer stetig verlaufen würde. Mehr können und machen die nicht. 1990 kostet das Benzin 20 DM, hat man 1980 ausgerechnet.
Es ist nicht ein gutes Ziel, Luftverschmutzung zu reduzieren. Aber für das Wohlergehen der Menschen, nicht für den lukrativen Popanz der "Klimaforscher".

Als Student konnte ich meine Sprudelkästen noch per Fahrrad transportieren, gekauft bei Tante Emma, ums Eck rum. Gewinnoptimierung, Markverdrängung u.ä. haben all diese liebenswürdigen Versorgerstellen sterben lassen. Heute benötige ich für den gleichen Zweck ein KFZ. Und wir wundern uns über Erderwärmung? Fangen wir doch bei unseren fahrenden Warenlagern auf der Autobahn an, welchen Nutzen mögen meine Enkel davon wohl haben? Muß ich als Wirtschaftsingenieur und Vater meinem Sohn empfehlen keine Kinder zu zeugen? In welcher und in zukünftiger Umwelt? Abseits aller grünen Coleur oder isoterischem Gehabe besuchen Frauen auf dem Friedhof ihre Männer. Die einen im Mercedes, die anderen per Fahrrad - unschwer zu erkennen wer hier im Einklang mit seiner Umwelt lebt.

"Wenn einem Land der Krieg erklärt wird, fragen sich die Angegriffenen nicht, ob sich die Verteidigung finanziell lohnt" --- irrtum, manche Regierungen kapitulieren, ohne das eigene Verteidigungspotential voll ausgenuetzt zu haben (Frankreich im WK2), andere kaempfen ohne jegliche Ruecksicht auf wirtschaftliche und vor allem menschliche Kosten (Russland im WK2). Statt Kosten-Nutzen-Abwaegungen zu verteufeln, haette der Autor besser daran getan, einen produktiven Beitrag zur Debatte zu leisten, wie eine den oekonomischen Grundlagen unserer kapitalistischen Gesellschaft gemaesse Bewaeltigung des Klimawandels aussehen koennte. Wohlstandsschellte ist nicht nur zynisch angesichts der Hoffnungen, die Milliarden von Menschen in Schwellenlaendern wie China und Indien in eine Verbesserung ihrer materiellen Verhaeltnisse legen. Sie ist auch, mit Verlaub, der Ausdruck eines selbstverliebten (und durch staatliche soziale Absicherung ermoeglichten) Hangs zur Utopie.

1912 dachte man auch man könne Mutter Natur beherrschen. Die Überreste dieser fiktiven Idee liegen heute auf dem Grund des Atlantiks. Mutter Natur holt sich immer was ihr zusteht. Wir hatten nie, haben nicht und werden nie die Kontrolle über das Wetter haben. Der Golfstrom ist um 20% zurückgegangen. Wennd er versiegt bedeutet dies die Eiszeit für Deutschland. Ganz gleich was danach kommt, wir haben es dann mit ca. 300 Millionen Todesopfern in Europa zu tun. Und Schuld an der versüßung des Meerwassers ist der Mensch!!! Die Verpestung der Luft ist dabei nur zweitrangig. Der Autor hat Recht. Genauso wie unser Steuersystem ist auch unser Umweltsystem nicht reformierbar.

Diese hyperventilierenden Geisteswissenschaftler nerven ... Nach der letzten Eiszeit gab es ein "klimatisches Optimum", in dem die Durchschnittstemperaturen noch ein paar Grad ueber den heutigen lagen. Der Klimawandel koennte sich also (keiner weiss es) auf der Nordhalbkugel durchaus angenehm gestalten.
Selbst wenn man den menschlichen Einfluss auf das Klima gering halten moechte, fragt sich immer noch, wie das am kostenguenstigsten zu bewerkstelligen ist. Der Autor des Artikels scheint die entwickelten Wirtschaften aus "moralischen Gruenden" an die Wand fahren zu wollen, obwohl dies massgebliche CO2 Quellen gar nicht tangieren wuerde (wachsende Schwellenlaender, unterirdische Kohlefeuer, Rodungsbraende, etc).
In meinen Augen sollten wir Ruhe bewahren, klimaschonende Energietechnologien entwickeln (einschliesslich Kernfission und -fusion) und die Dinge auf uns zukommen lassen. Falls es wirklich massive Probleme geben sollte (was ich bezweifle), gibt es Mittel und Wege, die globalen Temperaturen kurzfristig zu senken (siehe den entsprechenden Vorschlag von Nobelpreistraeger Paul Crutzen).
Langfristig (100 bis 200 Jahre) werden wir sowieso eine gewisse Kontrolle ueber das Erdklima erlangen muessen.

Ich kann da nur für mich sprechen. Nach mehreren Jahrzehnten Umweltpolitik - vom Waldsterben über Mülltrennung, Anti-Atomkraft, Windmühlenwahn (v.a. hier in NRW) bis hin zum Dosenpfand und den überbürokratischen Chemikalienverodnungen - habe ich persönlich bei diesem Thema nur noch den Begriff "Fanatismus" im Hinterkopf. Aus diesem Grunde traue ich weder den Szenarien noch den Rechnungen. Und auch nicht den Lösungsvorschlägen, die vorgetragen werden.