Das Spiel gegen Portugal sahen mehr Frauen als Männer

Fußball-EM

Meine Frau, meine Tochter, Veronica Ferres und ich

Früher war Fußball ein Paradies für Jungs, zu den Mädchen keinen Zutritt hatten. Heute schauen mehr Frauen zu als Männer. Und sie haben, anders als jene, längst verstanden, worum es bei dem Spektakel in erster Linie geht. Von Michael Althen

Lesermeinungen zum Beitrag

10. Juli 2008 14:52

Sexuelle Belästigung von Frau Ferres?

Kai Ziemann (kaiziemann)

Da ist Herrn Althen wohl der Gaul der political correctness durchgegangen. Den (zugegebenermaßen uralten) Gag mit dem Trikottausch wertet er als sexuelle Beleidigung von Frau Ferres, auf die sie mit einer Ohrfeige am besten reagiert hätte. Wie bitte? Na selbstverständlich hat dieser Gag eine sexuelle Basis. Nämlich die angenehme Männerphantasie, beim Trikottausch die Frauen entweder leicht oder gar nicht bekleidet zu sehen. Nur ist nicht jede sexuelle Anspielung auch eine sexuelle Belästigung. Wir haben zum Glück keine amerikanischen Verhältnisse, wo ein nett gemeinter Kommentar zu einem schönen Kleid oder zu einer neuen Frisur sofort in einer Klage wegen sexueller Belästigung enden kann. Der Trikottausch ist ein uralter Gag, den wohl jeder Fußballer schon gemacht hat, der einmal mit Frauen zusammengespielt hat. Und ich hab es jedenfalls noch nicht erlebt, dass eine Frau sich darüber beschwert hätte. Auch nicht über die etwas „schärfere“ Variante des gemeinsamen Duschens nach dem Spiel zur Förderung des Teamgeistes. Da wird mehr oder weniger gelacht und dann hat sich die Sache. Hätte die Männerrunde bei Waldi lauthals „Ausziehen! Ausziehen!“ gebrüllt, das wäre eine Beleidigung gewesen. Aber nicht der harmlose Trikottausch.

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10. Juli 2008 14:34

Meine Frau ...

Kai Ziemann (kaiziemann)

Der Zusammenhang zwischen numerischer Überlegenheit und Lufthoheit in Sachen Fußballsachverstand erschließt sich mir nicht. Dem Autor sollte nicht entgangen sein, dass eine EM oder auch WM neue Zuschauergruppen erreicht, die sich sonst nicht für Fußball interessieren, denen bisher völlig gleichgültig war, was z.B. den Bayern 1999 im Endspiel der Champions League passiert ist (für alle Fußballfans ein historischer Moment, entweder tragisch oder freudig), oder die keine Ahnung haben, in welchem Zusammenhang Jürgen Kohler und Marco van Basten bei einer EM stehen oder das derselbe Marco van Basten das spektakulärste Tor der EM-Geschichte erzielt hat. Folgende Kommentare bzw. Wortwechsel sind mir während der WM 2006 und der EM 2008 von Frauen aufgefallen: Er: Schaust Du eigentlich auch die EM? Sie: Nö. Das interessiert mich nicht. Nur das Finale. Sie (vor einem Viertelfinalspiel, d.h. KO-Spiel): Was ist denn, wenn das Spiel unentschieden ausgeht? Oder bei der WM 2006: Sie: Ich schaue mir nur die Spiele im ZDF an, weil ich den Kerner und diesen Klopp mag. In der ARD ist ja der Netzer. Den mag ich nicht. Soviel zu Sachkenntnis. Das hört man nicht von einem Mann.

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30. Juni 2008 00:42

Mein Herr, das ist zu wenig

Brigitte Borngässer (CvL)

Waldis Altherrenclub mag ein seniler Laberverein sein, schlimmer als das finde ich aber den puritanisch-humorlosen Furor, mit dem sich der Verfasser dieses Phaenomen annimmt und sich, gewissermassen als der bessere Feminist, fuer die arme Frau Ferres ins Zeug wirft. Er macht sich auserdem Sorgen wegen der 'zwanghaften Hetersexualitaet dieses Sports'. Mein Vorschlag: Einfuehrung einer Schwulenquote. Die Behauptung, dass Frauen sich fuer Fussball 'mittlerweile genauso oder mehr interessieren wie Männer' scheint mir nach Beobachtungen in meinem Bekanntenkreis uebrigens mehr als gewagt. Man sollte die Begeisterungswelle bei einer Fussballeuropameisterschaft, die weite Teile der Bevoelkerung erfasst, welche normalerweise eher uninteressiert sind, nicht ueberbewerten. Immerhin fuehrt der Verfasser einen interessanten Gesichtspunkt dafuer an, dass das Fussballspiel den geistigen Horizont der Frauen nicht ueberschreitet: 'Man muss nur mal Béla Réthy und Steffen Simon zuhören, um zu wissen, dass jeder Idiot dieses Spiel verstehen kann'.

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29. Juni 2008 18:58

Was soll das Gelaber? Sinn der Abseitsregel nicht verstanden

Walther Schmidt (silitoe)

Dass Frauen inzwischen Fußball schauen und spielen, schön, warum nicht? Dass die deutsche Frauen-Nationalmannschaft gegen eine B-Jugend des FC Bayern wohl verlieren würde, na ja, es ist eben noch ein weiter Weg. Und obwohl die Kommentare meiner Freundin zu den gemeinsam geschauten Spielen nicht immer treffend sind, manchmal sind sie es, und man muss doch als Fussballliebhaber sowieso ertragen, dass nicht alle die Begeisterung in der gleichen Form teilen. Dass der Autor für die FAZ schreibt und gegen die GEZ Gebühren ist, das hätten wir auch vorher gewusst, war aber wertvoll, dass es noch einmal wiederholt wurde. Das einzige was mich an dem Artikel nervt ist, dass der Autor von sich behauptet, er sei ein Fußballenthusiast und den Sinn der Abseitsregel dennoch überhaupt nicht verstanden hat. Es geht nämlich nicht darum ob die Regel bisweilen zu Fehlentscheidungen führt. Ohne die Abseitsregel wäre das ganze Spiel komplett anders. Die Spieler dürften und müssten sich über das ganze Spielfeld verteilen anstatt sich auf einem Band von 30 Metern aufzuhalten. Das sollte man sich eigentlich klar machen, bevor man in die Tasten haut. Ohne die Abseitsregel wäre das Spiel ein Anderes!

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29. Juni 2008 17:39

Waldi ist Geschichte und weiss es noch nicht

Dieter Wasen (smurf66)

Waldi und Co. sind Geschichte und wissen es noch nicht. Peinlich bis zum abwinken und schlechte Unterhaltung die auch noch von uns bezahlt wird. Leider ist die Quote noch so hoch :-( ... denn manche merkens einfach nicht. Ein kurzweiliger, scharfer und interessanter Artikel von Michael Althen. Spitze, und ich musste sehr schmunzeln und auch etwas nachdenken. Heute Abend freue ich mich auf ein Fussballfest mit hoffentlich vielen Frauen und einen Sieg :-)

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29. Juni 2008 17:31

haha...sehr schön!

natasa novosel (superbilk)

so wie auch: "Wenn das Spiel zeitweilig unterbrochen werden musste, während der Ball im Spiel war, aber ohne einen Grund, der in den Spielregeln festgelegt ist, wird das Spiel mit einem Schiedsrichter-Ball fortgesetzt."

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29. Juni 2008 16:08

Und wieder hilft ein Blick in die DFB-Regeln

Robert Schrey (etiterum)

<<Zusätzliche Bälle auf dem Spielfeld Gelangt während des Spiels ein zweiter Ball aufs Spielfeld, hat der Schiedsrichter das Spiel nur zu unterbrechen, falls der Ball das Spiel beeinträchtigt.<<

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29. Juni 2008 14:43

Herrlich pointierter Artikel!

Marcus Sigismund (Bilkkoenig)

Selten hat jemand so pointiert in einem Satz zusammengefasst, was von den aktuellen Kommentatoren (eben vor allen anderen die Herren Réthy und Simon) zu halten ist: nämlich gar nichts. Es gab Zeiten, da war es en vogue, mit einer gewissen Leidenschaftslosigkeit das Treiben auf dem Spielfeld zu kommentieren, aber man hatte auch das Gefühl, dass da eine Haltung dahintersteckt. Jetzt scheint es mir eher Ratlosigkeit darüber zu sein, wie man das Spektakel (oder die Abwesenheit desselben) in Worte fassen soll. Bevor man mich missversteht: Ich will nicht sagen, dass früher alles besser war, es war nur vieles anders. Es haben sich eben Dinge geändert, was sich auch daran zeigt, dass sich zunehmend Frauen für eine der letzten (vermeintlichen) Männerbastionen interessieren und begeistern. Dies gut zu finden oder nicht, ist letzten Endes eines/einer jeden Privatsache. Interessant wird es allerdings da, wo sich Männer bedroht fühlen, wie dies z.B. die Herren Declerq und Klinge in ihren Kommentaren zeigen. Für mich stellt die Öffnung des Sports für Frauen bzw. Familien eine Bereicherung dar. Ich kann gut auf die latente Agressivität (Hooligans, Rechtsradikale etc.), die den Sport lange begleitet hat, verzichten.

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29. Juni 2008 14:42

Wie sagte einst Rudi Völler in seinem Ausrasterinterview bei Waldi im Ersten...?

Axel Julius (EscobarManuel)

"...ja, du, du sitzt da auf deinem Stuhl und hast zwei Weizenbier intus und schwafelst dummes Zeugs..." Und er hat bis heute Recht behalten.

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29. Juni 2008 12:52

Ich habe den Artikel meiner fußballbegeisterten Nachbarin ausgedruckt...

Andreas Rammelmeyer (aramm)

... und nach ihrer Meinung gefragt. Ihr trockener Kommentar: "Er hat völlig recht, vor allem mit Waldi und Bela Rethy. Ich drehe immer den Ton ab und gucke das Spiel eigenmächtig." Eigenmächtig! Wörtlich! Ist das nicht herrlich? Und das macht diese - auch sonst sehr kluge - Frau nicht erst seit gestern, sondern schon seit vielen Jahren so. Der Artikel von Michael Althen trifft offenbar den Nagel auf den Kopf. Danke.

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29. Juni 2008 12:19

Der totale Hammer

Emmanuel Declerq (Declerq)

Der totale Hammer, ey,... Herr Althen. Wie kommt ein Journalist dazu anzunehmen, ein Leser wäre an seinem Privatleben, an banalen Geschichten mit seiner Frau und seiner Tochter interessiert. Dass Sie dies wie ein Stand-Up Komedian freiwillig tun, lässt ahnen, wie abgrundtief der verweiblichte Journalismus mittlerweile abgerutscht ist. Die fortschreitende Verweiblichung des Journalismus ist an sich nicht schlecht, wäre damit nicht diese Verschlechterung der Qualität, diese erschreckende Faszination von der Oberfläche und diese ungezügelte Befriedigung des voyeuristischen Instinkte, verbunden. Klar, Herr Althen, wir stimmen Ihnen zu und kapitulieren vor der Macht Ihrer Argumente: Frauen habe es besser und anders als jene verstanden, worum es geht. Im Gegenteil zu Ihnen, Sie Mann, Sie...!!

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29. Juni 2008 12:09

Meine Frau, meine Tochter, Veronica Ferres und ich

Lothar Bartz (anciano)

Hallo, Da lacht das Herz. Ergänzend könnte man noch die Frage anhängen, warum die Öffentlich Rechtlichen ihren Sportmoderatoren keine Spucknäpfe während der Übertragung zur Verfügung stellen. Die Kicker haben schließlich auch einen. Einen ganz grossen. Die Nähe zu den Akteuren würde noch deutlicher unterstrichen. anciano

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29. Juni 2008 11:49

Klasse Artikel

Robert Arnold (RobertArnold)

Einfach schön und unterhaltend geschrieben. Eine gute jounalistische Arbeit, die mir auch den Wandel vom Fussball vor Augen geführt hat, wie ich ihn bis jetzt noch nicht erkennen konnte. Danke für die 10 Minuten gute Unterhaltung.

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29. Juni 2008 11:39

mir ging es genau so...

john malkovich (jassen)

...nur dass ich das Türkei Spiel mit meiner Frau angeschaut habe, völlig unzufrieden, aber mich dann von ihr freudeglück mitreißen habe lassen; und dass wir schon 1996 als Studenten damals mit ihr und vilene anderen Frauen und Männern (private) public viewing in klein, aber mit grossen wetteinsätzen veranstalltet haben. Aber den Anfangs geäußerten Altherren-Gedanken und Komentatoren-Kritik ist sehr genau und richtig. Kein Mensch braucht Waldi & Co. Danke

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29. Juni 2008 11:13

Der Hammer...

Nicole Busch (Nicole.B21)

Wenn "wir", d.h. die 11 Jungs heute auf´m Platz (+ der zwölfte Mann vor dem Bildschirm und auf den Straßen) eine ähnliche Leistung abliefern wie Herr Althen mit diesem Kommentar, dann wird es ein super Spiel für uns und es kann gar nichts mehr schief gehen ;-) Ein dickes Lob für diesen tollen Kommentar, dem man wirklich nichts mehr hinzufügen kann!!! Wünsche allen ein super Fußballfest - ohne Schlechtrederei und Besserwisserei am Montag morgen, ganz gleich wie das Spiel und damit diese EM ausgeht!!!

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29. Juni 2008 11:02

fußball em

juergen bitenc (hotzplotz)

einfache lösung, erst bei beginn einschalten und nach dem ende gleich wieder abschalten. das erspart delling netzer kerner und all die unerträglichen selbstgefälligen schwätzer

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29. Juni 2008 10:38

Waldis Gekicke

Erich Friedberger (Friedberger)

Wer noch weiß, wie DJ Waldi 1966 im Augsburger Big Apple seine Fußballspiele als Kneipengekicke arrangiert hat, wundert sich nicht. Manche lernen eben wenig dazu, werden nur älter und wandern vom Black Beat-Aufleger zum Stammtischbruder. Ach ja, Roy Black war damals schon weiter.

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28. Juni 2008 17:00

Zu 100% d'accord!

Christian Mertens (Polemikus)

Ein Beitrag, zu dem man nicht viel mehr sagen kann als: Danke. PS: Ich habe mich auch über das Spiel der Deutschen geärgert. Auch nach dem Sieg gegen die Türkei. PPS: Finaaaale, Oohooooo. Finaaaaaaleeee, Ohooohooohoooo

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