Michael Douglas

Die Frauen machen ihm zu schaffen

Fröhlicher Sechziger: Michael Douglas

Fröhlicher Sechziger: Michael Douglas

24. September 2004 Daß man Michael Douglas längst nicht mehr mit dem „Sohn von Kirk“ gleichsetzt, hat nur zum Teil mit dem schwächelnden kollektiven Gedächtnis zu tun, dem die großen Erfolge seines Vaters wie „Spartacus“ oder „Reporter des Satans“ nach und nach in die Filmhistorie entschwinden, während Michaels Präsenz im großen Hollywoodkino ungebrochen ist. Daß nicht nur jüngere Kinogänger inzwischen in Kirk den „Vater von Michael“ sehen, liegt vor allem an Michael Douglas selbst.

Scheinbar mühelos war es Douglas Junior gelungen, zur Hollywood-Größe und zum zeitweilig bestbezahlten Schauspieler seiner Generation aufzusteigen, zugleich aber nicht dem Hollywood-typischen Fluch zu verfallen, den meist eindimensionalen Helden zu spielen. Den Abenteurer in „Jagd nach dem grünen Diamanten“ und „Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil“ verkörperte er so überzeugend wie den fiesen Karrieristen in „Wall Street“ und den von einer Kollegin sexuell bedrängten Angestellten in „Enthüllung“.

Aus der Bahn geraten

Eine Paraderolle entwickelte Douglas dennoch, die er in vielerlei Variationen präsentierte: den selbst- und machtbewußten Erfolgsmenschen, dessen heile Welt durch äußere Bedrohung oder eigenes Verschulden aus den Fugen gerät. Nicht immer war der Absturz so fatal wie in 1993 in Joel Schumachers „Falling Down“, als ein Verkehrsstau den frustrierten Douglas zum Amokläufer werden läßt, in existentielle Nöte aber gerieten seine Figuren meistens.

Auffallend häufig waren es die Frauen, die ihm zu schaffen machten. Ob er als Cop in „Basic Instinct“ (1992) seiner Hauptverdächtigen Sharon Stone verfiel, sich in „Eine verhängnisvolle Affäre“ (1987) von seiner verschmähten Liebhaberin Glenn Close bedroht sah, in „Enthüllung“ von Demi Moore gepeinigt wurde oder sich einen 1990 mit Ehefrau Kathleen Turner einen letztlich für beide tödlichen „Rosenkrieg“ lieferte: Stets mußte Douglas im Geschlechterkampf sein Terrain verteidigen und sah dabei, auch wenn er mitunter siegreich bleib, beileibe nicht wie der Stärkere aus.

Durchbruch in San Francisco

Erste Bühnenrollen hatte der 1944 in New Brunswick/New Jersey geborene Michael Douglas Ende der sechziger Jahre in New York übernommen. Zum Durchbruch aber verhalf ihm eine andere Stadt: Auf den „Straßen von San Francisco“ stieg er 1972 als Fernsehserien-Polizist an der Seite Karl Maldens zum Star auf. Danach entdeckte ihn das Kino. Zweimal erhielt Michael Douglas den Oscar: 1988 für seine Darstellung des skrupellosen Finanzhais Gordon Gekko in „Wall Street“ sowie - schon 1975 - für den Welterfolg „Einer flog übers Kuckucksnest“, den der vielseitig begabte Douglas produziert hatte.

Auch wenn ihn jüngere Kollegen als Hollywoods Großverdiener mittlerweile abgelöst haben: Im Scheinwerferlicht bleibt Michael Douglas trotzdem. Sei es durch aufsehenerregende Filme wie Steven Soderberghs Drogendrama „Traffic“ (2001), sei es durch die sich breiter Aufmerksamkeit erfreuende Ehe mit seiner jungen Kollegin Catherine Zeta-Jones. An diesem Samstag feiert der Schauspieler, Produzent, Ehemann und junge Vater Michael Douglas seinen sechzigsten Geburtstag.

Text: @jöt
Bildmaterial: AFP, AP, dpa, Kabel 1, obs, ProSieben, RTL, SAT.1

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