Was die "mythische überhöhung" der christiansen-nachfolge angeht, versuche ich leidenschaftslosen abstand zu halten - derlei selbstreferenz der medien hat seit langem die überdrussgrenze erreicht.
umso angenehmer fand ich, dass frau will keines der vom kritiker angeregten themen für ihre erste sendung gewählt hat. soziale gerechtigkeit, die lage unserer gesellschaft, wirklich zukunftsweisende themen brauchen prominente sendeplätze.
ich empfand die themenwahl als programmatisch und wünsche mir, dass anne will es schafft, unaufgeregt mit gästen, die etwas zu sagen haben und sich nicht dauernd profilneurotisch gegenseitig ins wort fallen, informativ zum nachdenken anzuregen. das ganze dann noch nachhaltig, was heißt: themen dürfen sich durchaus wiederholen im sinne differenzierter beleuchtung.
die künftige auswahl der themen und gesprächspartner wird zeigen, ob frau will die chance zu nutzen versteht, die sie offenbar wahrnimmt. und es wird sich herausstellen, ob der moderationsstil ihrer ersten sendung tatsächlich souverän war oder hauptsächlich ihrer nervosität und anspannung geschuldet, die ich - anders als der kritiker - durchaus wahrzunehmen meinte.
in diesem sinne: weiter so! ich bin gespannt.
wir haben es vermutet und die Kiste ausgelassen. Was soll sich schon geändert haben außer der Person der Moderatorin? Die immergleichen Verdächtigen blasen jeden Sonntag dieselben Phrasen in den Äther. Es liegt nicht an Anne Will, es liegt am Format der (überflüssigen) Sendung. Der Sonntag klingt schöner aus ohne sie.
Die Gästeliste erinnerte an Maybrit Illner, das Studiodesign an Sandra Maischberger, die Sessel geben zu schlimmsten Befürchtungen Anlass für den Fall, dass weitere Schwergewichte darauf Platzt nehmen (Rainer Calmund o.a.). Und inhaltlich? Das erste Mal mit Anne Will hatte ich mir aufregender vorgestellt.
Nun gut, man muss sich an nichts Neues gewöhnen. Sie macht es wie die Vorgängerin, vielleicht etwas weniger glamourös.
Die Bewertung der ersten Sendung von Frau Will durch ARD-Eierköpfe, namentlich Programmdirektor Herres, ist genauso schlüssig wie die Begründung für den Rausschmiss von Eva Herman. Moderatorenmässig ist es nun gut so, wie es ist. Frank Plasberg hätte nur die Sonntagabendruhe gestört.
Nachfolgerin von Christiansen zu sein, ist eine schwierige und gleichzeitig leichte Aufgabe. Schwierig, wenn man aus dem System ARD heraus denkt und macht. Und das tut AW anscheinend. Sie hat zumindest unterschätzt, wie vollkommen das Genre Polit-Talk-Show von Christiansen ausgelutscht worden ist. Kompromisse fallen da zwangsläufig in absolute Elend. "Beck&Rüttgers" gehen für eine intelligente Sendung einfach nicht mehr. Christiansen hat die Bühne für den Berufstand Politiker verbrennen lassen, sie hat diesen Berufstand sogar mitgestaltend verkommen lassen. Anne Chance: Radikales, mutiges Umdenken im Konzept. Das kann die Quote für die politische Talk-Show retten, das Genre rehabilitieren. Kompromisslose Bürgernähe bei den brennenden Themen, Einforderung klarer, nachvollziehbarer Stellungnahmen, Standfeste, engagierte aber persönlich neutrale Moderation. Professionelle Unterstützung einfacher Menschen bei der Repräsentation ihrer Anliegen und Standpunkte. Bis jetzt hat man keine Lust auf Mehr. Einmal darf sie noch mal kommen, wir wollen sehen, wie viel Esprit Anne Will umsetzen kann, ob ihr Charisma reicht, ihrer politische TalkShow den drohenden Absturz in die permanente Langeweile und Status der Überflüssigkeit zu ersparen.
Langsam begreife ich warum die FAZ kaum eingeladen wird im ARD-Presseclub. Die FAZ reagiert fast allergisch auf alles was öffentlich rechtliches Fernsehen ist. Auch viele Beiträge hier im Forum finden kein Gutes Wort für die Öffentlichen oder sind dass vielleicht alles Mitarbeiter der FAZ.
Wenn man unbedingt nur die Privaten haben will, bitte schön oder ist Premiere besser? Für 50 € im Monat hat man Sport und Filme, das ist ja fast geschenkt.
Nun mal in aller Ruhe: Anne Will berechtigt nach wie vor zu den schönsten Hoffnungen. In ihrer ersten Sendung war sie jedoch kaum mehr als die verjüngte Ausgabe von Sabine Christiansen. Kleiner Tipp: Bitte nicht Plasberg nachmachen...doch ein wenig mehr an Struktur wäre schon schön und für Zuschauer wie Moderatorin angenehm. Also hier die Bitte an die Redaktion: Von Plasberg lernen, heisst vorher noch mehr nachdenken...
Sehr schade... es hätte wirklich eine gute Diskussion werden können. wenn da nicht ein auf jeden Satz von rüttgers allzu beleidigt reagierender beck gewesen wäre, der mit seiner unangemessenen art einen großteil der sendung dominierte. vielleicht sollte man das nächste mal menschen einladen, die entweder reden können oder aber eine botschaft zu vermitteln haben (außer unsere Partei ist die bessere). Zeitweise kamen mir die streitigkeiten zwischen beck und rüttgers wie szenen aus dem wahlkampf vor. und ein Plattform für die parteien sollte eine politische talkshow nun wirklich nicht sein!
Indem er zweifel an der themenwahl für diesen abend hegt, hat hanfeld zwar vielleicht einwenig recht: es wäre wirklich interessant gewesen über den afghanistan-einsatz zu diskutieren, aber wichtig ist eine diskussion über die innenpolitik mindestens ebenso. was nicht ist, kann ja noch werden, vielleicht ein andern mal? ...hoffentlich
Muss Kurt Beck den Kampfhahn spielen - so ein bisschen unglaubwürdig aufgeplustert? Das wirkte bei ihm alles etwas angestrengt lächerlich.
Und zur Frage Hartz-IV: Wie erklärt er z.B. hochqualifizierten Arbeitslosen (die von BenQ z.B.), dass sie nach einem Jahr Arbeitslosigkeit auf Hartz-IV absinken, vermutlich ihre Wohnung zu groß und zu teuer ist (vor allem in München oder auch anderen Grostädten), dass sie mit 45, 50 oder 55 Jahren nicht so schnell mehr einen Job finden. Solange die SPD (in Gestalt von Münte, Steinmeier, Steinbrück, Clement etc.) diese Problematik immer noch nicht sehen will, kann man ihr nur die Richtung 20% wünschen.
Gestalten lässt sich keine spannende, geschweige denn zielführende Gesprächsrunde ausrichten.
Solange das Moderatoren/Innen gleich welcher Sendeanstalt und politischer Couleur nicht begreifen, werden sie immer in die selben Desaster laufen.
Es gibt hinreichend intelligente, engagierte und zivilisierte Leute, die zu tagesaktuellen Themen reden und gegenreden können.
Mit der Gilde von Staubsaugervertretern aus der deutschen Parteienlandschaft funktioniert das nicht, und es ist schade, dass dieser Tatsache nicht endlich einmal kosequent Rechnung getragen wird.
Zu Herrn Beck ist eigentlich nichts mehr zu sagen. Dagegen war der pfälzische Herr Dr. Kohl geradezu eine intellektuelle Granate.
Die Forderungen,"Schwergewichte" wie Beck oder Rüttgers nicht mehr einzuladen,sind völlig unzumutbar.
Schließlich sind es auch der Clown und die exotische Tierdressur,die den Zirkusbesuch adrett machen.
Stocktrocken heruntergenudelte Expertenmeinungen sind langweilig ,deren Inhalt schon lange jedem bekannt,und werden eh nicht verwirklicht,weil im Volk trotz ihrer Richtigkeit nicht populär (siehe Kirchhof).
Und soviel Lustige Musikanten bietet der ÖR nun auch wieder nicht.
die sendung war wie immer: quieki - kurti hat spd-propaganda betrieben und rüttgers seine weltsicht verbreitet. solche sendungen - alle talkrunden - sind überflüssig. niemand hatte die idee, die 5,--€-frau zu fragen, warum sie nicht in die nähe ihrer arbeit zieht, als erste spar-maßnahme. niemand hat den nerv zu sagen, daß ein bodensatz arbeitslos ist, weil er a) zu faul und b) zu dumm ist. in angelsächsischen ländern sind solche debatten unverständlich. hier wird in larmoyanz gemacht. das ist die wahre deutsche krankheit!
Der Herr Hanfeld bei seiner liebsten Beschäftigung: Er gibt in seiner Fernsehkritik zu "Anne Will" wieder einmal den Wadenbeisser gegen die Öffenlich Rechlichen Rundfunkanstalten. Soziale Gerechtigkeit als Thema der Sendung - wie abgelutscht aber auch. Was wäre dagegen doch zur den Rundfunkgebühren wichtiges zu sagen gewesen!
Lieber Herr Hanfeld, wir Fernsehzuschauer können froh sein, daß es die Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten gibt - hoffentlich noch recht lange. Sie werden nicht im Ernst behaupten, Sie kämen ohne diese Sender aus und die Ergüsse der Privaten befriedigen Ihren Fernsehbedarf.
Nein, nein, wer nicht völlig anspruchslos fernsehen möchte, zahlt dafür auch gerne Rundfunkgebühren wenn er logisch denkt.
Solange immer nur diese Dummschwätzer geladen werden, wird sich das Niveau dieser Plauderrunden nicht über das eines Mikrozephalenkongresses hinaus erheben. Ganz unabhängig davon, wer moderiert.
Ein kurzer Überblick reichte für ein herzhaftes Gähnen.
Das Geschwätz dieser Leute ohne Konsequenzen
grenzt an Körperverletzung über Augen und Ohren!
Ich wünsche Herrn Beck noch viele solcher Auftritte, möglichst täglich, dann ist die SPD bald garantiert unter 20%
