
Nun, ob ein Herr Blanco oder wer auch immer sich am Grünen "Heiligen" Hügel der Festspiele Bayreuths tummeln kann oder nicht. Das scheint mir zweitrangig. Diese Art von Prominenz und Huldigung derer wird es immer geben. Mal mehr, mal weniger. Dann sind sie eh unter ihres Gleichen, was ganz amüsant scheint. Ich für meine Person hatte es da einfach schöner. Live über Radio Bayern 4 Klassik hatte ich mir im Geschäft eine Auszeit genommen und fuhr nach Hause. Dort angekommen habe ich es mir gemütlich gemacht (lukulllisch und auch sonst) und konnte der professionellen Uebertragung vom Radio Bayern 4 Klassik mich erfreuen und fand mich selber fast als wäre ich dort, nur viel schöner. Nun gut, die Akkustik,die Atmosphäre eines Festspielhauses, die Bratwürstl, all das fehlte. Nun - ich konnte dafür einfach Hören, Geniessen und mich dazu FREI bewegen.
So genoss ich gestern Mittwoch die Premiere der Meistersinger und wenn Sie auch gerne Radio hören. Dann probieren sie es einfach. Und beim Bayern 4 Klassiksender bedanke ich mich aufs Allerherzlichste.
Eine Zuhörerin aus der Schweiz und seit gut 2 Jahren Wagner-Fan.
Wobei ich anfügen möchte, dass ich mir das Wissen und das Drumherum selber angeeignet habe mit Lesen.
Herzlichst grüsst.

Das Flugblatt handelt von der aktuellen Konkurrenz zwischen der alten Machtmusik und der ordnungspolitischen Melodie, nach der der globale Fortschritt und alle Akteure zukünftig tanzen werden. Die anstehende Innovation ist, eine neue Weltordnung zu implementieren.
Die Verteidiger des Weiter-So, d.h. die Verteidiger der Ordnung des kapitalstockmaximierenden Wachstumszwangs, wie z.B. Edmund Stoiber (= Beckmesser), und der Verkünder und Betreiber der neuen Weltordnung des Schöpferischen, d.h. der Unterzeichende, traten schon vor Jahren in eine Konkurrenz ein. Sie tritt nun in ihre letzte, entscheidende Phase.
Die Konkurrenz ist insgeheim schon von der evolutionären Wahrheit der neuen Ordnungsmelodie entschieden; doch um das öffentlich als entschieden zu dokumentieren, bedarf es der Mitwirkung des obersten Vertreter des Konkurrenzspiels. Bei den Meistersingern ist es Hans Sachs. In unserem Falle ist das unsere Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.
Mein Flugblatt richtet sich an die Premierenbesucher, also auch an eine Besucherin, an Dr. Angela Merkel.
Wer am 25.7. in Bayreuth ist, kann evtl. ein Schauspiel verfolgen, das dem in Sopron von 1989 gleicht, als die ersten DDR-Bürger die Aufhebung des Schießbefehls testeten.

All den gewundenen Worten dieses Kunstwollenden ist zu entnehmen: Er wäre auch gerne dabei. Roberto Blanco ,erbarmen Sie sich seiner.

...findet man sich nach Lektüre dieses an bildungsbürgerlichem Dünkel kaum zu überbietetenden – ja was eigentlich? – Textes, Pamphlets?! in der Rolle derer wieder, die sich genötigt sieht, Herrn Blanco zu verteidigen. Weder kenne ich den Schlagersänger, noch wertschätze ich seine Kunst besonders – aber warum seine Gegenwart auf dem Hügel den Besuch desselben unmöglich machen soll, ist schon Atem beraubend anmaßend hergeleitet. Für die Art und Weise, wie Rathgeb da eine – wohl leider nicht nur von ihm gefühlte – Front zwischen dem „Wir“ der angeblich durch ihre Bildung einzig zur Rezeption einer Wagner-Oper Befähigten einerseits – und Blanco als Synonym für die geistig Armen andererseits aufmacht, fällt einem leider keine andere Vokabel als „widerwärtig“ ein.
Kunstgenuss hat eben wenig bis gar nichts mit der eigenen Vorbildung zu tun – dies zeigt das Geschreibsel von Herrn Rathgeb überdeutlich. Denn dass er sich mit den vermeintlich weniger Gebildeten durch den Besuch derselben Veranstaltung nicht gemein machen will, ist doch nur trauriger Beleg dafür, dass auch die (von Rathgeb unerträglich prahlerisch ausgestellte) lebenslange Auseinandersetzung mit der Kunstwelt für die Charakterbildung gänzlich folgenlos bleiben kann.

War Roberto Blanco auch da?
Ich habe ihn nicht gesehen. Überhaupt, habe ich den Promi - Rummel den Sie hier beschreiben möchten nicht erleben können. Ganz im Gegenteil. Vielleicht sollten Sie doch einmal nach Bayreuth fahren, auch ohne Karte, kann es sich durchaus lohnen. Es kann sehr besinnlich sein die Live - Übertragung vor Ort anzuhören. In den Pausen kann man sich unter das Publikum mischen und wird überrascht sein wie wenig man von dem Rummel den Sie beschreiben mitbekommt .Sparen Sie sich also das Geld für die Gala, die Bunte vielleicht auch die Bild? Setzen Sie sich ins Auto und wagen Sie es selbst. Eine Bildungslücke werden sie dadurch nicht schließen, aber mit etwas Glück einen ereignisreichen, entspannenden und vor allem musikalischen Tag.
Und Sie sollten eine Bewebung ausfüllen. Nietzsche, Adorno sie waren sich auch nicht zu schade, einmal den Hügel zu besteigen. Und erst hinterher zu urteilen.
Für mich hat sie das Warten gelohnt, immerhin gibt es ja nicht nur die Eröffnungstage. Und sicherlich bleibt Roberto Blanco auch nicht die ganze Zeit.

Bei der Aufzählung der Prominenten haben Sie auch den -mindestens einen- Rezensenten der FAZ vergessen... Aber zur geschätzten Wahrnehmung geeignet, auch wenn es nicht in die flotte Schreibe paßt: Auch heuer gibt es in Bayreuth 30 Vorstellungen, davon abgezogen 2, die traditionell dem DGB vorbehalten sind (warum eigentlich?) und die im Artikel ausführlichst erwähnte Eröffnungsvorstellung. Bleiben also 27 Vorstellungen, ohne Blancos, Gottschalks etc., für ganz normale Menschen, die halt einige Geduld aufbringen mußten, um in den Besitz einer Eintrittskarte zu gelangen, da es halt noch ganz viele andere normale Menschen gibt, die immer alle nach Bayreuth wollen. Aber machen Sie weiter Werbung für Bücher, vielleicht verkürzt das auf Dauer die Warteliste!

Um mal im Stile dieses aus meiner Sicht sehr erschreckenden Artikels weiterzusprechen - es wäre offenbar besser gewesen, wir hätten noch afrikanische Kolonien und einen Kaiser. Denn da waren die Standesverhältnisse noch klar. Also wirklich - wie kann sich das "Fußvolk" nur erdreisten, zu solch erlesenen Veranstaltungen überhaupt zu erscheinen?
Eberhard Rathgeb hätte völlig recht, wenn sein Artikel im Satiremagazin "Titanic" erschienen wäre. So ist es eine wirkliche Unverschämtheit, etwas derartiges in der "FAZ" präsentiert zu bekommen. Mir fehlen jegliche weitere Worte...

Für jedes einzelne Wort ist Ihnen zu danken. Sie setzten sich auf einer wenig emotionalen Ebene mit dem PROBLEM der Festspiele in Bayreuth auseinander.
Seien Sie froh, dass es keine Scheiterhaufen mehr gibt - für Sie könnte aber wieder einer errichtet werden.
In jedem einzelnen Absatz reißen Sie allerdings nur die Problematiken an.
Wo der Hype herkommt: wer kümmert sich denn wirklich darum, warum man so lange auf die Karten warten muss, sich jedes Jahr wieder neu bewerben muß, um sich nicht wieder neu hinten anzustellen. Staatliche, freistaatliche und kommunale Subventionen regeln den Preis. Sollte dies doch der Markt machen, aber dann verliert die ganze Geschichte Ihren Reiz.
Daß die Geldgeber KEINEN Einfluß auf die Intendanz haben, sollte klar sein.
Wer weiß, dass Bayreuth noch nicht einmal ein stehendes Ensemble hat. Wozu auch; in gut vier Wochen dreht sich alles um das Festspielhaus, dann kehrt wieder Ruhe ein. Gastronomie und Hotels könnten bis Weihnachten die Türen schließen.
Für die Festspiele werden die letzten Staubkörner aus den Ritzen der Bürgersteige gekehrt, ist der Gast weg, verfällt die Stadt schnell wieder in ihren 11-Monatsschlaf ....

Danke, danke, danke.
Blanco, Gottschalk, Merkel, die Begum, vielleicht auch noch Ute Ohoven, DJ Ötzi, Paris Hilton??? Diverse Fussballstars sollen auch in den Besitz von Karten gekommen sein. Ich warte seit Jahren auf eine Karte. Ich habe Heimito von Doderer gelesen (in meiner Buchhandlung hatte man nie von ihm gehört!!) wie auch Thomas Mann und anderen "bildungsbürgerlichen Kram" - so würde man das heute wohl nennen. Seit frühester Kindheit bin ich mit Musik vertraut, Klavierstunden mit 8 Jahren usw. Bringt mich das weiter? Jedes Jahr habe ich mich über die Absage wegen Kartenknappheit geärgert. Ab jetzt werde ich das nicht mehr tun. Ich werde mich endlich zu den Auserwähteln fühlen, die nicht mit Roberto & Co in Bayreuth sitzen müssen.