16. August 2004 In Falludscha ist am Sonntag, wie jetzt bekannt wurde, ein freier Mitarbeiter des Zweiten Deutschen Fernsehens getötet worden. Der 32 Jahre alte Mahmoud Hamid Abbas war im Irak als freier Cutter und Producer regelmäßig auch für das ZDF unterwegs.
Der Sender hatte in Bagdad am frühen Sonntagnachmittag zum letzten Mal Kontakt zu dem Mitarbeiter, der im Auftrag des ZDF zu Filmaufnahmen nach Falludscha aufgebrochen war. In einem Telefonat erklärte Abbas noch, er habe ein von der amerikanischen Luftwaffe bombardiertes Haus gefilmt und werde nun nach Bagdad zurückkehren. Eine knappe halbe Stunde später meldete er sich abermals und berichtete, daß er und seine Begleiter beschossen würden. Dann brach die Verbindung ab. Einen Tag später erreichte das ZDF die Meldung, daß fünf Leichen in eine Moschee in Falludja gebracht worden seien, darunter der vermißte Mitarbeiter.
Brender: Sind geschockt
Die Identifizierung durch den Bruder des Getöteten habe die Gewißheit gebracht, daß Mahmoud Hamid Abbas zu den Toten zählte. Ein freier Kameramann, mit dem Abbas unterwegs war, und der für ihn Bilder machte, soll sich in der Gefangenschaft von Aufständischen befinden. Abbas habe, so der Sender, seit eineinhalb Jahren in Bagdad regelmäßig für das ZDF gearbeitet, vor allem im Bildschnitt. Auch für die Europäische Rundfunkunion EBU, in der die europäischen öffentlich-rechtlichen Sender organisiert sind, war Abbas tätig.
Wegen seiner Herkunft und familiären Bindungen nach Falludscha sei er wiederholt bei Aufnahmen in der Sunnitenregion im Nordwest-Irak eingesetzt worden. Er sei bei seinen Einsätzen besonders umsichtig und vorsichtig gewesen. Abbas hinterläßt seine Frau und drei Kinder.
Der Chefredakteur des ZDF, Nikolaus Brender teilte am Abend mit, daß die genauen Umstände, die zum Tod des Mitarbeiters führten, nach wie vor unklar seien: Sein gewaltsamer Tod ist für das ZDF-Team ein Schock. Arabische Kollegen und unser Korrespondent Ulrich Tilgner in Bagdad setzen alles daran, um die Umstände des Todes von Mahmoud Abbas aufzuklären. Das ZDF wird der Familie zur Seite stehen.
Irakische Polizei droht ausländischen Reportern mit Erschießung
Unterdessen hat die irakische Polizei in Nadschaf am Montag ausländischen Journalisten mit Erschießung gedroht, sollten sie ihr Hotel verlassen. Ein Polizist sagte: Ich werde vier Scharfschützen auf dem Dach postieren, um jeden zu erschießen, der das Gebäude verläßt. Polizisten feuerten nach Berichten von Augenzeugen in die Luft und richteten ihre Waffen auf das Hotel, in dem zahlreiche Journalisten wohnten. Ein Polizist fügte hinzu, sie suchten auch nach Korrespondenten der Nachrichten agenturen Reuters und Associated Press. Eine Erklärung dafür gab er nicht.
Am Sonntag hatte der Polizeichef von Nadschaf irakische und ausländische Medienvertreter aufgefordert, die den Schiiten heilige Stadt zu verlassen, von wo sie über die Kämpfe zwischen amerikanischen Soldaten und Truppen der irakischen Regierung mit Anhängern des radikalen Schiiten-Predigers Muqtada al Sadr berichteten.
Einen zuvor festgenommenen Journalisten des in Dubai ansässigen arabischen Fernsehsenders Al Arabija entließ die Polizei nach Angaben des Senders. Der Journalist habe zusammen mit anderen Reportern über den Aufstand in Nadschaf berichtet. Wir wissen noch nicht, warum sie ihn festgenommen haben, aber sie haben ihn aus der Haft entlassen", sagte Chefredakteur Abdul Sattar Ellasan zu Reuters. Er werde weiterhin über die Ereignisse in Nadschaf berichten, fügte er hinzu.
Augenzeugen zufolge waren Polizisten am Montag in das von zahlreichen Journalisten bewohnte Hotel gekommen und hatten den Al-Arabija-Reporter festgenommen.
Text: miha.; Reuters
Bildmaterial: dpa
Marcel Reich-Ranicki über den Fernsehpreis-Eklat: Ich konnte es nicht mehr ![]()
Sachbuch über Bush: Noch Fragen? Der Präsident möchte zu Mittag essen
Elke Heidenreich über Reich-Ranickis Kölner Auftritt
Deutscher Fernsehpreis: Reich-Ranicki sorgt für Eklat
Sie lässt sich üben, aber es wird immer schwerer: Niklas Luhmann über die Liebe
Schwarze Magie, Scheinehe und SchiffbruchDie neuen Filme in den deutschen Kinos: Bild für Bild zum![]() | ![]() |
Soll ich das Buch etwa noch einmal lesen?Leser fragen, Marcel Reich-Ranicki erklärt die![]() | ![]() |