simenon hat unterdessen versucht sich seiner zu entledigen - mehrfach! doch den massigen schatten seines berühmten pariser ermitlers ist er nie los geworden. es war eine hassliebe. ironisch heißt eine biographie daher auch sehr passend: der mann, der nicht maigret war. in knapp 100 bänden erscheint maigret.
er wechselt, auch wenn man die reihenfolge beachtet, fortlaufend alter und status. simenon hatte ihn nach einigen bänden bereits in rente verabschiedet, doch maigret hat ein eigenleben entwickelt- dafür kann man ihm nur dankbar sein. der massige maigret dominierte das streng geordnete leben von simenon, drängte sich immer wieder in den vordergrund.
auch wenn simenon hunderte anderer guter bücher geschrieben hat, maigret fesselt mich am nachhaltigsten. es ist wohl das unkonventionelle dieses in kleinbürgerlichen verhältnissen lebenden menschen, zwischen mord und abendessen in pantoffeln. es ist das drumherum, das lebensgefühl und die über 100 maigretschen ermittlungen, die seinen ganz besonderen charme ausmachen und wohl auch seine zeitlosigkeit in einem paralleluniversum.
vive maigret - ein marathon der leselust!
gaspard groening (hamburg)