08. Mai 2005 Was haben Sie am 8. Mai 1945 gemacht? Mit dieser Frage haben Stefan Aust und Frank Schirrmacher jedes ihrer Gespräche mit Zeitzeugen eröffnet, die entweder im politischen, im kulturellen Leben der Bundesrepublik oder in der Erforschung des Nationalsozialismus' eine wesentliche Rolle spielen.
Die ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker und Roman Herzog, der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt, die SPD-Politiker Egon Bahr und Hans-Jochen Vogel, Ralf Lord Dahrendorf, Soziologe und Mitglied des britischen Oberhauses, Marcel Reich-Ranicki, Überlebender des Holocaust und wichtigster Literaturkritiker Deutschlands, sowie die Historiker Ian Kershaw und Brigitte Hamann sind bislang zu Wort gekommen.
Zeugnis, Spektrum, Perspektive
Ihre Antworten sind persönliche Zeugnisse. Sie bilden zum einen ein Spektrum der Situationsvielfalt am Ende des Krieges - den einen erreicht die Nachricht in englischer, einen zweiten in amerikanischer Gefangenschaft, den dritten im Genesungsurlaub daheim, ein vierter ist bereits mit der Organisation des Alltags nach dem Krieg befaßt.
Zum anderen zeigen die Gespräche, welche Erfahrungen und Überzeugungen aus diesem Moment des Stillstands zurück ins Handeln, ins politische und wissenschaftliche Engagement geführt haben. Nicht zuletzt entwerfen die Befragten ihre Bilder des heutigen Deutschlands - zwischen Sicherheitsabstand und bleibender Gefährdung, Verantwortung und Freiheit.
Text: @kue
Bildmaterial: dpa/dpaweb