
Nirgends sehe ich Ansätze, das Problem in den Griff zu bekommen. Alle jammern um ihre schönen Fassaden. Wenn Kleinkinder ihre Stube beschmieren, gibt's ein Klapser und die Stifte werden vorübergehend --konfiskiert.
Die Wankelmütigkeit mancher Leser zeigt, dass Graffiti oft unbewusst begrüsst wird! Werbung und (von sich aus) hässliche Fassaden hin oder her, --der weit grösseren Schaden, nämlich sachlich und mental, soll ausgrechnet aus dieser stupiden Sicht --geduldet werden.
Nehmen wir an, es käme in der BRD zu tausendfache Tode durch manipulierten Genreis -oder noch besser- Vogelgrippe durch infizierten Hühner. Da würde es nicht lange fackeln, bis die Bestände von Reis und Hühnern schleunigst vernichtet werden würden.
Nun haben wird es mit Spruhflaschen zu tun. -Auch eine Art Gift, wie hier bereits erklärt.
Die Lobby der Hersteller sitzt am Schalthebel. Besondere Firmen bieten ihre Ware an Profisprayer...feil. Verlage bitten um Einsendung der besten Bilder. Gemeinden und Zeitungen preisen die "Werke" als Kunst an, laden ein zu Vernissages!
Die Lösung liegt an der Quelle: Kein Verkauf von Sprühflaschen unter 21. Wer's dringend notig hat, soll Papa oder den grossen Bruder hinschicken. Letzere zeigen ihren Personalausweis, wobei die gekauften Mengen in ein Zentralregister gespeichert werden. Genau wie beim Waffenkauf. Somit kann die Staatsanwaltschaft diesen wilden Markt --endlich regulieren... Der Spuk wird garantiert innerhalb von 36 Monaten verschwinden!

Ich habe mit Interesse die Lektüre des Beitrags begonnen - und dachte dann immer häufiger, ich bin im falschen Film und im falschen Blatt. Herr Ungerer zieht alle Register der Süffisanz und jongliert artistisch mit Worten, um den Kongreß, die Beteiligten und Aktivitäten gegen Graffiti hinter vorgehaltener Hand durch den Kakao zu ziehen. Welche Antwort hat der Autor, hat die F.A.Z. zum Phänomen Graffiti nun eigentlich wirklich? Von ihrer Zeitung erwarte ich mehr Ernsthaftigkeit und Substanz.
Detlef Herrmann
Libra222

beim Lesen des Beitrages befällt mich doch der Verdacht, daß der/die Schreiber/in dem Thema nicht gerecht wird. Der leicht amüsierte Unterton ist fehl am Platz, handelt es sich doch schlicht und ergreifend um Sachbeschädigung. Die Frage ob Kunst oder nicht spielt da keine Rolle mehr! Diese permissive Denkweise ist typisch für eine bestimmte Kategorie Bürger.