
Gratulation FAZ! Endlich eine Stimme aus Russland, dass man streiten kann.

..mit den Werten hat sie teilweise recht. Es herrscht eine grosse Orientierungslosigkeit.

Vor dreißig Jahren hieß es bei den Linken "von Rußland lernen, heißt siegen lernen", heute müßte es der Schlachtruf der Konservativen sein.
Ich denke natürlich nicht, daß irgendein deutscher Politiker den Mut hätte, sich die Thesen von Frau Narotschnizkaja zu eigen zu machen (auch wenn sie diese in der Sache moderat aber bestimmt, in der Weise ruhig und klar vorgetragen hat, wie man es sich von den schwätzenden bis geifernden Wahlkämpfern heute nur wünschen würde); denn für solche gemäßigten Ideen würden sie in unserer radikalisierten Gesellschaft in der Luft zerrissen.
Und jetzt dürfen Sie mir gerne sagen: "Dann geh doch rüber!"
Anders als die feigen Kerle in den siebzigern und achtzigern sind heute zahlreiche Menschen bereit, einen entsprechenden großen Schritt zu tun, und in ein Land zu gehen, daß ihre Werte vertritt - ironisch natürlich mit Blick auf die Haltung zum Patriotismus.
Aber was soll's, Konkurrenz belebt das Geschäft.

Die Dame ist sicher eine Frau von hoher Bildung, aber mir ist mein säkularer, demokratischer Staat, in dem ich tatsächlich meine Meinung äußern darf, allemal lieber als einer wie Russland, welches seine massiven Probleme (die gigantische Schere zwischen Arm und Reich, der Rückfall in den Totalitarismus, die Unterdrückung der Opposition, die stille Billigung von Ausschreitungen gegen Ausländer und Homosexuelle durch die orthodoxe Kirche und Teile des Staates, die Korruption an allen Ecken und Enden) nur unter den Teppich kehrt.
Ich kann Leute nicht ausstehen, die immer von "Moral" als dem Allheilmittel faseln. Das tut jeder, der sich nicht für die Realität interessiert.