Eine Aufforderung, der immer weniger Menschen folgen

Musik im Netz

Die Zukunft kostet nichts

Warum wir nie mehr für Musik bezahlen müssen: Das Internet stellt die Regeln des Popgeschäfts auf den Kopf. Wer dem kostenlosen Sound im Netz erst einmal auf der Spur ist, der ist für jeden Plattenladen verloren. Von Harald Staun

Lesermeinungen zum Beitrag

16. Juni 2006 11:04

Wer glaubt Mp3 sei die Zukunft der irrt

Andreas Wessels (PhunkyData)

Ich höre hier, wie so oft...der iPod ist Hi-Fi tauglich, MP3 klingt wie eine CD.
Wo ist sie hin, die Meinung und Wertschätzung einer Schöpfungskette?
Der Aha-Effekt eine Platte oder CD einzulegen und sich euphorisch mit Freunden darüber auszutauschen wie ausgewogen und unglaublich gut ein Album klingt?
Ein Künstler macht Musik und man investiert in ein gutes Mastering (Finalisierung) um danach für den digitalen Vertriebsweg aus 50 Megabyte High-Quality Audio 8 Megabyte zu machen und noch allen erstes zu behaupten, das wäre qualitativ ein und daselbe.

Niemand hat bemerkt das es nur um eine einzige Ausrichtung geht. Schnell konsumieren und noch schneller wegwerfen. Nie war Musik so vergänglich und pseudo nahrhaft wie heute.
Macht satt, aber nicht zufrieden.

In 50 Jahren haben wir schrecklich eintönige Medienlandschaften. Schon heute zeichnet sich ab, was dieser Weg vorgibt. Schon heute die ersten CD`s die sich nicht mehr abspielen lassen. Die Halbwertzeit eines CDR und eines MP3 sind um vieles geringerer.
Keine Beratung mehr in kleinen Plattenläden. Kein Austausch mehr mit anderen Musikinteressierten beim Kaffee und der fehlende Spass sein Geld für Musik auszugeben. Eine ganze Schöpfungskette versierter Musikliebhaber vor dem finanziellen Ruin.

Manche nennen diese Art der Zukunftsvermarktung innovativ. Ich nenne das Kulturvernichtung.
Denn die kleinen Label und Verlage werden die ersten sein die darunter wirklich zu leiden haben.

byebye quallity
(ein Musiker)

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11. Januar 2006 11:30

Qualitätsverfall ist auch Inflation

Rodrigo Readi (Cid)

Wenn bei besserer Technologie in der Produktion die Preise nicht sinken, sollte wenigstens die Qualität der Produkte steigen. Vielleicht gilt dies bei einigen Produkten der Elektrotechtechnik, aber es gilt bei weitem nicht allgemein: "Made in Germany" als Qualitätszeichen gehört jetzt zur Geschichte.

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10. Januar 2006 23:06

Von dem Qualitätsverfall

Robert Rheinert (Mahlerianer)

Ich gebe Herrn Seeringer recht, wenn er sagt, ein geschultes Gehör erkennt den Unterschied zwischen CD und SACD. Das tun selbst meine achtzigjährigen Ohren.
Ich kann ihm jedoch nicht zustimmen, wenn er meint, kein anspruchsvoller Musikhörer hätte einen iPod. Da für mich kein anderer Computer als Apple infrage kommt, besitze ich (neben meinem fünften Mac) auch einen iPod mini, um meine geliebte Musik außerhalb der Reichweite meiner SACD-Anlage hören zu können : im Garten, in Wartezimmern, auf Reisen…
Und sollte mir mal ein Aufenthalt in einer Klinik dräuen, dann werde ich anstelle meines geliebten MiniDisc-Recorders IHN mitnehmen. Die Tonqualität der MiniDiscs ist zwar etwas besser als die des iPod, aber dafür sind sie auch "sperriger".
So sehr ich den Verfall der Qualität beklage : bei der Kleidung, bei den Lebensmitteln, bei allen Dingen, die nur nach dem Preis verkauft werden; bei der Musikreproduktion bin ich froh, nicht mehr auf die klanglichen Unterschiede zwischen Kabeln aus Silber und aus sauerstoff-freiem Kupfer oder auf ähnlich wichtige Marginalien achten zu müssen.

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09. Januar 2006 14:06

Was für eine Zukunft...

Joachim Kramer (sanmartino)

Was mache ich in dieser Zukunft, in der Musik nichts mehr kostet, wenn mich der künstlerische Werdegang eines Musikers interessiert, wenn ich seine Musik in diesen Werdegang und in seine wie meine eigene Persönlichkeitsentwicklung einordnen möchte?
Ich bin heute sehr froh, in früheren Jahren Geld für LPs (=Langspielplatten) mit vielleicht einem, oft aber gar keinem sogenannten HIT ausgegeben zu haben.
Ein Album, wie das berühmte "Songs in the Key of Life" von Stevie Wonder ist für mich in dieser Zukunft nicht mehr vorstellbar.

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