23. Dezember 2008 Der französische Energieriese GDF Suez will bei der geplanten Ostsee-Pipeline zwischen Russland und Deutschland einsteigen. Wenn die anderen Partner einverstanden seien, wolle der Konzern sich beteiligen, erklärte GDF Suez am Montagabend. Das französische Unternehmen werde in den kommenden Jahren immer mehr Gas brauchen, und ein Großteil des russischen Gases werde durch die Pipeline transportiert werden.
GDF Suez bestätigte damit die Angaben des russischen Gasriesen Gazprom. Dieser hatte nach einem Treffen von Unternehmenschef Alexej Miller und GDF-Suez-Chef Gérard Mestrallet in Paris erklärt, der französische Konzern wolle Minderheitspartner bei dem umstrittenen deutsch-russischen Vorhaben werden. Beteiligt sind bislang der russische Energiegigant Gazprom mit 51 Prozent, die deutschen Energieversorger Wintershall und Eon mit jeweils 20 Prozent sowie die niederländische Gasunie mit 9 Prozent.
Der Bau der rund 1200 Kilometer langen Pipeline wird etwa 7,4 Milliarden Euro kosten. Er soll im kommenden Jahr beginnen und voraussichtlich bis Ende 2011 dauern.
Anrainerstaaten wie Polen, Schweden, Estland, Litauen und Finnland befürchten erhebliche Umweltschäden für die Ostsee. Der Bau ist auch politisch brisant: Bislang fließt das russische Gas über Pipelines durch die mitteleuropäischen Staaten nach Deutschland. Diese fürchten, Russland könne ihnen den Gashahn leichter abdrehen, wenn das Gas für Westeuropa nicht mehr für die gleichen Leitungen fließt.

Text: AFP
Bildmaterial: dpa, F.A.Z.
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