Von Matthias Müller
22. Juli 2008 Immer noch beziehen deutlich mehr Frauen als Männer Elterngeld. Allerdings hat sich der Anteil der Väter, die die 2007 eingeführte einkommensabhängige Transferleistung beantragen, in den vergangenen Monaten erhöht. Das hat das das Statistische Bundesamt bei der Präsentation der Zahlenreihe Familienland Deutschland“ am Dienstag in Berlin mitgeteilt.
Dabei fällt auf, dass zwei Drittel der Männer nur zwei Monate lang Elterngeld erhalten, dagegen beziehen 85 Prozent der Mütter die Leistung ein ganzes Jahr lang. Zudem waren nach den Berechnungen der Statistiker 2007 bei rund der Hälfte der 5,9 Millionen Ehepaare und Lebensgemeinschaften mit Kindern, die jünger als 15 Jahre alt sind, beide Partner beschäftigt. Allerdings sind nur drei von zehn Müttern mit Kindern unter drei Jahren erwerbstätig. Deutliche Unterschiede gibt es in der Tagesbetreuung von Kindern, die jünger als drei Jahre sind, zwischen den alten und neuen Ländern.
Männer beziehen ein höheres Elterngeld als Mütter
Anfang 2007 löste das Elterngeld das bisherige Erziehungsgeld ab. Seine Höhe schwankt zwischen mindestens 300 und höchstens 1800 Euro monatlich. Dabei erhält ein Elternteil den Mindestbetrag auch dann, wenn er vor der Geburt des Kindes nicht beschäftigt war. Von Januar 2007 bis März 2008 wurden insgesamt 720.000 Anträge auf Elterngeld für Kinder bewilligt, die 2007 geboren worden sind.
Männer hätten 87.000 Anträge (12 Prozent) gestellt, sagte der Leiter der Abteilung Gesundheit, Soziales, Private Haushalte im Statistischen Bundesamt, Karl Müller. Damit habe sich der Anteil der Väter im Vergleich zum Erziehungsgeld fast vervierfacht. Besonders beliebt war die staatliche Leistung bei den Vätern in Berlin (15 Prozent), während das Elterngeld für Väter im Saarland weniger attraktiv zu sein scheint (6 Prozent).
Auffallend ist, dass die Männer nicht nur über einen kürzeren Zeitraum das Elterngeld in Anspruch nehmen, sondern auch ein höheres Elterngeld als die Mütter beziehen. Insgesamt zeigt sich, dass mit zunehmender Höhe des Elterngeldes immer weniger Mütter einen entsprechenden Anspruch haben“, heißt es im Zahlenwerk des Statistischen Bundesamtes. Jeder dritte Vater erhalte ein Elterngeld von 1000 bis zu 1800 Euro, dagegen habe nur jede zehnte Mutter einen Anspruch in dieser Höhe. Ein Drittel aller Mütter erhielt den Mindestbetrag von 300 Euro, haben die Statistiker berechnet.
In jeder zweiten Familie mit Kindern sind beide Eltern berufstätig
Dabei sticht nach Ansicht des Statistischen Bundesamtes auch hervor, dass das starke berufliche Engagement der Väter vermutlich mit dem in Deutschland nach wie vor weit verbreiteten konservativen Modell häuslicher Arbeitsteilung in Zusammenhang steht, nach dem Männer vorrangig die ökonomische Versorgung und Absicherung der Familie übernehmen“. Je jünger das Kind ist, desto niedriger ist die Erwerbstätigenquote von Müttern. Dagegen ist dieser Wert für die Väter weitgehend unabhängig vom Alter der Kinder. Zudem gingen zwar bei 51 Prozent der Paare mit einem Kind, das jünger als 15 Jahre ist, beide Elternteile zur Arbeit. Doch in drei Viertel dieser Fälle arbeiteten der Mann Vollzeit und die Mutter Teilzeit.
Deutliche Unterschiede gibt es auch im Vergleich der neuen und alten Länder in der Betreuung von Kindern, die jünger als drei Jahre alt sind. Während die ostdeutschen Eltern für 41 Prozent ihrer Kinder eine Tagesbetreuung genutzt haben, hat sich dieser Wert in Westdeutschland auf 10 Prozent belaufen. Mit Ausnahme Sachsens haben damit alle ostdeutschen Länder die für das Jahr 2013 angestrebte Betreuungsquote für Kinder unter drei Jahren von mindestens 35 Prozent bereits erreicht.
Für Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren beträgt die Betreuungsquote in den alten Ländern 88 Prozent und in Ostdeutschland 94 Prozent. Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) wertete die Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes als Beweis, dass für die Mehrheit der Bevölkerung von zentraler Bedeutung sei, ob Beruf und Familie vereinbar sind. Die Familienpolitik ist auf dem richtigen Weg“, fügte sie an.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa, F.A.Z. - Statistisches Bundesamt
Fachkräftemangel kann 4,6 Billionen Euro ![]()
Frankreich empört über deutschen Alleingang" in der Finanzkrise
Die Banken- und Finanzmarktkrise erreicht die Realwirtschaft
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 5.326,63 | -1,12 |
| TecDax | 573,04 | -5,15 |
| DowJones | 9.447,11 | -5,11 |
| Nasdaq | 1.754,88 | -5,80 |
| STOXX 50 | 2.878,82 | +0,22 |
| Nikkei 225 | 10.155,90 | -3,03 |
| S&P 500 Zert. | 10,50 | -1,78 |
| Euro/Dollar | 1,36 | +0,09 |
| Bund Future | 117,28 | +0,26 |
| Gold | 884,70 | -0,43 |
| Öl | 85,76 | -1,06 |