14. Mai 2008 Neuer Vorstandsvorsitzender der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wird nun doch Ulrich Schröder, bislang Vorstandsvorsitzender der nordrhein-westfälischen Förderbank NRW-Bank. Darauf habe sich die Bundesregierung geeinigt, teilten Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) am Mittwoch in Berlin mit. Die endgültige Entscheidung liege beim KfW-Verwaltungsrat, der den Vorschlag bestätigen müsse.
Die Personalie, die schon vor einigen Tagen festzustehen schien, war zwischenzeitlich neu diskutiert worden, weil sich Regierungsmitglieder nicht einig waren. Schröder tritt die Nachfolge der Anfang April zurückgetretenen KfW-Chefin Ingrid Matthäus-Maier an.
Gutes Rüstzeug
Eigentlich galt er lange als Kandidat für den Chefsessel der West LB, der nur vorübergehend von Alexander Stuhlmann besetzt wird. Ambitionen auf diesen Schleudersitz wurden ihm nachgesagt. Schröder ist ein erfahrener Banker und in Nordrhein-Westfalen gut vernetzt. Dass auch die KfW keine Insel des Friedens ist, zeigt der Rücktritt von Schröders Vorgängerin Ingrid Matthäus-Maier.
Aber der 56 Jahre alte Jurist und Betriebswirt bringt ein gutes berufliches Rüstzeug mit: Er sitzt seit der ersten Stunde im Vorstand der nordrhein-westfälischen Förderbank NRW-Bank, und ist seit Januar 2006 ihr Chef. Das Institut entstand 2002 aus der Aufspaltung der Westdeutschen Landesbank Girozentrale in die privatwirtschaftlich aufgestellte West LB AG und die NRW-Bank.
NRW-Bank als kleinere Ausgabe der KfW
Der damalige Vorstandsvorsitzende Bernd Lüthje und Schröder haben es mit enormer Arbeit und Geschick geschafft, rechtzeitig noch die Bedingungen einer von Brüssel anerkannten Förderbank mit den Privilegien eines staatlich gestützten Institutes zu kombinieren. So wurde die NRW-Bank 2004 zu einer kleineren Ausgabe der KfW mit gesetzlichem Auftrag und mit dem Ehrgeiz, ein führender Emittent im Lande zu werden.
Schröder, der bis zum Ausstieg von Lüthje vor allem für kommunale Finanzierungen und Strukturmittel verantwortlich war, kann einen erfolgreichen Start vorweisen. Sein Haus hat die Geschäfte erheblich ausgeweitet. Unter Schröders Leitung ist das Ergebnis um ein Fünftel auf 164 Millionen Euro ausgeweitet worden. Dabei stellt der Bank-Chef nicht höhere Dividenden für das Land in den Mittelpunkt, sondern das Ziel, die finanzielle Basis für weitere Fördermittel zu erwirtschaften. Schröder ist verheiratet und hat drei Kinder.
Text: FAZ.NET / F.A.Z. / St. / hap.
Bildmaterial: dpa
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