Fachkräftemangel

Macht hoch die Tür!

Von Manfred Schäfers

Der Fachkräftemangel wird zunehmend zum Problem

Der Fachkräftemangel wird zunehmend zum Problem

25. Juli 2007 Für Warnrufe nach dem Motto: „Hilfe, die Polen kommen“ gibt es wahrlich keinen Grund. Es ist alles andere als christliche Nächstenliebe, die die Bundesregierung dazu animiert, ernsthaft darüber nachzudenken, ob sie osteuropäische Arbeitnehmer schneller ins Land lassen sollte.

Mit jedem Monat, den der Konjunkturmotor brummt, wächst der Fachkräftemangel. Trotz immer noch hoher Arbeitslosenzahl können immer mehr Unternehmen ihre offenen Stellen nicht adäquat besetzen. Das kostet Wachstum.

Öffnung nicht mit neuen Mindestlöhnen erkaufen

Sozialversicherungen und Fiskus entgehen mögliche Einnahmen, dem Einzelhandel bleiben potentielle Konsumenten fern. Die EU-Mitglieder, die anders als Deutschland darauf verzichtet haben, die Freizügigkeit für die Arbeitnehmer aus den Beitrittsländern zu verzögern, sind gut damit gefahren.

Es wäre deshalb gut, wenn sich die große Koalition auf ihrer Klausurtagung in Meseberg im August wirklich dazu durchringen könnte, die Eintrittshürden für die dringend benötigten Ingenieure und Erntehelfer aus den neuen Mitgliedstaaten zügig zu beseitigen.

Macht hoch die Tür, möchte man der großen Koalition zurufen. Doch darf die Öffnung nicht mit neuen Mindestlöhnen erkauft werden. Während das eine Beschäftigungshemmnis spätestens Anfang des nächsten Jahrzehnts ohnehin fällt, bliebe das andere dauerhaft bestehen. Dieser Preis wäre zu hoch.

Text: F.A.Z., 25.07.2007, Nr. 170 / Seite 9
Bildmaterial: dpa

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