Die Krise beginnt in Amerika - und dehnt sich inzwischen auf die ganze Welt a...

Analyse

Der Weg in die Krise

Das globale Finanzsystem ist in die schwerste Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs geraten, eine allgemeine Wirtschaftskrise droht. Was genau aber hat dazu geführt? Die Globalisierung, kurzsichtige Politik und ungehemmte Geldgier. Von Benedikt Fehr

Lesermeinungen zum Beitrag

20. März 2008 12:24

Was genau hat dazu geführt? Hebel an grundlegende Ursachen

Robert Dillansky (RobDill)

Zuerst vielen Dank für diese Entstehungsgeschichte und -analyse der Krise. Diese habe ich in der bisherigen Berichterstattung vermisst. ( http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~EC35ECCF5D50342AC9DADF9E46FB82DED~ATpl~Ekom~SKom~Ak~E133860.html#h1komdetail_133860 )

Wie zu erwarten, sind also menschliche Schwächen die Auslöser, und keine äusseren Faktoren (wie Hurricanes, Szunamis oder Meteoreinschläge).

Wir kennen und beherbergen diese alle mehr oder minder: Gier, Neid, Angst, Trägheit usw.

Sind menschliche Schwächen beeinflussbar oder zumindestens handhabbar?
Ja, sonst würden menschliche Gemeinschaften nicht funktionieren. Alphatiere bzw. Anführer nutzen Belohnung, Bestrafung, Sehnsucht nach Gemeinschaft, Angst vor Ausgrenzung, teils um die Gruppe zu stärken, teils um die Macht zu erhalten.

Der Staat als das moderne Alphatier sollte im Idealfall keine egoistischen Ziele mehr haben, sondern nur das langfristige Wohlergehen seiner Bürger.

Die Fed (als Teil des Staates) wollte wohl schneller als es gut tut, die U.S.A. nach oben bringen, und unterstützte Trägheit und Gier, nicht Fleiss und Nachhaltigkeit. Und die ganze Welt muss mit dieser Dummheit mitziehen.

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20. März 2008 10:10

Sehr klar analysiert

Reinhard Wolf (Pumuckel42)

... aber warum werden solche Artikel erst geschrieben und veröffentlicht wenn der Karren im Dreck sitzt? Das Wissen um die Situation und deren Zusammenhänge ist nicht wirklich neu. Die Frage war nur wann es zum offenen Ausbruch der Krankheit kommt.

... und die Energie- und Umweltprobleme der wahnwitzigen und ganz bewußt gesteuerten Überflußproduktion für mehr als zweifelhafte Werte, die an den Lebensnotwendigkeiten sträflich vorbei gehen und immer mehr Gesellschaften zwangsweise übergestülpt werden, die heute noch nachhaltig und naturnah leben, werden noch immer beflissentlich übergangen.

Wenn wir Stürme mit über 400 km/h und einen Ölpreis von um die 500 Dollar pro Barrel haben, dann werden dann sicher auch zahlreiche Artikel mit dieser fantastischen Qualität veröffentlicht werden?!

"Kostet´s Benzin auch 3 Mark 10 - scheißegal, es wird schon geh´n"
Okay - vielleicht ein wenig unpassend: Die DM gibt es ja nicht mehr!
... aber das hätte damals auch keiner gedacht =;-)

Tschuldigung!

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19. März 2008 23:14

Wunderbar beschrieben ...

Frank Geiser (geiser123)

... leider hoert der Beitrag zum heutigen Zeitpunkt auf. Ich wuerde gerne vom selben Author einen Fortsetzungsartikel sehen, in dem er vielleicht moegliche Zukunfts-Szenarien beschreibt. Wuerde mich freuen!

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18. März 2008 16:13

Nicht nur exzellente Analyse, auch mit Stil, vom Anfang bis zum Ende

Sophia Orti (rum)

Ich lese den Aufsatz gerne zwei und dreimal!

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18. März 2008 10:05

Excellente Analyse

Stefan Uhlig (printul)

Der Beitrag beschreibt objektiv aber doch knallhart die Ursachen der gegenwärtigen Krise. Fast schon zynisch aber man könnte nach der Lektüre meinen, Bin Laden hat noch einen späten Sieg errungen, weil die FED damals nach den Terror-Anschlägen in New York mit ihrer - zugegeben aus heutiger Sicht: unglücklichen - Zinspolitik angefangen hat, von der sie nicht mehr zurück konnte und jetzt im Schlamassel steckt.
Was jedoch unsere deutschen Bankenfälle (IKB, Landesbanken) betrifft, so ist der Verweis auf Amerika falsch. Gerade diese Institute hatten da drüben ja gar nichts verloren, ihr Auftrag und ihre Daseinsberechtigung ist (war) eine ganz andere. Wenn ich als Privatmann nach Las Vegas fahre und dort Haus und Hof verzocke, ist ja nicht Amerika schuld, sondern ich bin es.

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17. März 2008 22:13

Hätte, hätte Fahrradkette

Daniel Schollmayer (daniel.schollmayer)

Klar hätte man die Krise mit einfachen Regeln verhindern können. Die Verbriefung ist auf der anderen Seite aber auch eine geniale Innovation, die zu einer besseren Finanzallokation führt. Zum Beispiel eröffnet sie gerade mittelständigen Unternehmen eine wichtige Finazierungsquelle.
Die Privatbanken müssen unter normalen Umständen ihr eingegangenes Risiko sebst bezahlen. Wenn man allerdings die Lage bei den deutschen Landesbanken betrachtet, kann man nur sagen, dass Politiker gerne popolistisch austeilen, aber ihre eigenen Sachen wohl nicht im Griff haben. Da wäre wirklich ein Vorwurf angebracht! Wer mit günstigem kurzfristigen Fremdkapital in längerfriste höherverzinsliche Anleihen investiert sollte sich schon seiner Risiken bewußt sein!

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17. März 2008 22:03

chaosphysikalische Analyse: Aufschaukelung/Fluktuationen zwecks Ordnungsübergang

Rüdiger Kalupner (Ruediger_Kalupner)

Die Analyse der Lage und die Prognose des Ergebnisses dieser Krise sind sehr einfach für den, der die Aufschaukelungsdynamik im us-amerikanischen Bank- und Finanzsystem chaosphysikalisch interpretiert und von der Hypothese ausgeht, dass sich hier ein globaler Exodus aus dem Wachstumzwang-Absolutismus der Kapitalstockmaximierer ereignet, dem der Übergang in und der Aufbau in eine neue Akzelerationsordnung des weltindustriellen Prozess folgen wird.

Wer das drauf hat, weiß, dass es eine evolutionsprozess-reale Auffanglösung gibt, die den ungesteuerten Zusammenburch der alten Wachstumszwang-Ordnung verhindern kann, und dass die Krise darauf drängt, dass diese Auffanglösung die Steuerung des Übergangsprozesses in die neue Weltordnung übernimmt.

Es ist für mich gut, zu wissen, dass Angela Merkel über den chaosphysikalischen Wissensstand verfügt, mit dem sie die Krisendynamik richtig einschätzen wird, und dass sie weiß, dass sie mit der Auffanglösung (= evolutionsprozess-logische Steuerungsinstrumente als Kern des Projekts) die GLOBALE Umsteuerungspolitik in die neue Weltordnung des KREATIVEN organisieren kann.

Angela Merkel ist unsere globale TINCA-Politikerin: There Is No Creative Alternative. Angie to the global front!

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17. März 2008 21:40

Der Weg aus der Krise I.

Jürgen Howaldt (jurgenhowaldt)

Jeder Bankkaufmann lernt in seiner ersten Berufsschulwoche die vier goldenen Bankregeln. Diese lauten:
1. Finanziere Kurzfristiges kurzfristig.
2. Finanziere Langfristiges langfristig;
3. Finanziere in der Landeswährung
4. Kenne Deinen Kunden über die Finanzierungslaufzeit.

Eine komplette Bank- und Politikerelite hat gegen diese idiotensichere Regeln verstossen. Nur wenn es gelingt diese Regeln wieder einzuführen klingt die Krise ab.

Es bleibt ein Rätsel warum alle Aufsichtsmandate und Aufsichtsinstitute versagt haben. Sie alle gehören abgesetzt um die Krise zu bewältigen. Hierzu gehören auch jene Finanzminister, die in Aufsichtsräten sitzen.

Tragisch bleibt, das die Kleinen wieder einmal die Zeche zahlen und die Grossen vergoldet in Pension gehen.




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17. März 2008 21:18

Problematik der strukturierten Finanzierung

Daniel Schollmayer (daniel.schollmayer)

Das Problem ist, dass die ABS und CDOs falsch von den Banken und Ratingagenturen bewertet wurden. Hier ist die Ausfallkorrelation der Kredite nicht genügend berücksichtigt worden. Die Kreditpools waren am Ende nicht mehr diversifiziert genug, d.h. zu homogen. Bei einer hohen Korrelation der Forderungspools hätten die Senior Tranchen kleiner werden müssen.
Durch immer weiteres zusammenkaufen und wieder strukturieren sind die Produkte so intransparent geworden, dass sich die Investoren nur noch auf die Ratings verlassen haben. Und die waren falsch.
Bei emittierten CDOs die aus 50 verschiedenen Anleihen zusammen gekauft und dann immer wieder neu verpackt wurden, weiß am Ende keiner mehr was am Anfang gestanden hat. Resultat--> Vertrauenskrise--> keiner will mehr die Produkte halten, da er die Risiken nicht einschätzen kann --> Preisverfall der Papiere --> Teufelskreis Liquiditätskrise (wegen hohem Fremdkapitaleinsatz seitens von Hedge Fonds und z.B Landesbanken)

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17. März 2008 18:59

Danke

Owe Jessen (owe.jessen)

für diesen stichhaltigen, kurzen Überblick.

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17. März 2008 18:50

Geld arbeitet nicht

Uwe Paulsen (Wohlmeinender)

es wird Zeit, dass auch die Politik endlich realisiert, dass nur die Realwirtschaft für unser aller Wohlergehen sorgt. Kreditfinanzierte Zockerei in der Finanzwirtschaft geht zu Lasten aller arbeitenden Bürger. Warum kann jede beliebige Bank hochkomplexe Wetten in Form von Zertifikaten, Optionen etc anbieten, ohne dass eine Regulierungsbehörde eingreift? All die kaum zu durchschauenden ABS, CDOs etc. sind ohne Prüfung als "Finanzinnovationen" verkauft worden. Jedes Elektrogerät muss vom TÜV abgenommen werden bevor es in den Verkauf darf. Warum ist das bei Finanzprodukten nicht der Fall?

Eine wohltuend klare Analyse dieser Problematik habe ich im Buch "Geld arbeitet nicht" gefunden, sollte Pflichtlektüre für alle Politiker sein!

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17. März 2008 18:05

Jetzt schlägt die Stunde der Wahrheit

Sophia Orti (rum)

Sehr schön!

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