Von Manfred Schäfers, Berlin
22. Juli 2008 Die Steuerlast steigt, auch wenn die Lohnerhöhung nur die Inflation ausgleicht. Das Phänomen, das gerne als kalte Progression bezeichnet wird, ist Ausfluss der Progression im Steuersystem. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat die konkreten Folgen berechnet. Jemand, der vor zwölf Monaten 4000 Euro verdient hat, benötigt bei 3 Prozent Inflation jetzt 4120 Euro, um seinen Lebensstandard zu halten.
Doch das blendet der Fiskus aus. Im Steuertarif rutscht der Arbeitnehmer nach oben; seine Steuerlast steigt von 546,96 Euro auf 581,24 Euro im Monat. Von dem Bruttolohnzuwachs von 120 Euro gehen 34,28 Euro an den Fiskus; entsprechend sinkt die Kaufkraft des Arbeitnehmers. Die Sozialabgaben verschärften diesen Effekt. Wer nicht über der Beitragsbemessungsgrenze verdient, zahlt dafür etwa ein Fünftel. Bei 120 Euro wären das 24 Euro. Netto verdient damit der Betroffene zwar ein bisschen mehr als zuvor, aber das reicht nicht, um den Lebensstandard zu halten.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: IW Köln