Jetzt noch zwei Prozent

Fed senkt Leitzinsen zum siebten Mal

01. Mai 2008 Als Folge der anhaltenden Finanzkrise hat die amerikanische Notenbank Fed die Leitzinsen zum siebten Mal in Folge gesenkt. Der Satz für Tagesgeld beträgt jetzt zwei Prozent. Die Absenkung um 25 Basispunkte war von den meisten Analysten erwartet worden. Zinssenkungen gelten als konjunkturfördernd, weil sie die Geldbeschaffung billiger machen. Aus diesem Grund können sie aber auch die Inflation anheizen.

Mit dem neuerlichen Zinsschnitt sollten die Liquidität der Märkte sichergestellt und die Risiken für die Wirtschaft abgefedert werden, teilten die Notenbanker in einer Erklärung mit. Angesichts der instabilen Lage behielten sie sich weitere Schritte vor. In der Erklärung gestand die Fed allerdings ein gewisses Inflationsrisiko ein. „Die Ungewissheit hinsichtlich der Inflationsentwicklung bleibt hoch“, hieß es in dem Kommuniquee. Die Bank werde „wie erforderlich handeln, um nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Preisstabilität zu fördern“.

Der Abstand zu Europa vergrößert sich

Mit der Zinssenkung vergrößert sich der Zinsabstand zum Euro-Raum weiter. Hier gilt seit dem vergangenen Sommer ein Leitzins von vier Prozent. Diese Entwicklung dürfte den Dollar weiter unter Druck setzen. Finanzanlagen in Euro sind für Investoren wegen der höheren Zinsen attraktiver als in Dollar.

Wegen der hohen Inflation in der Euro-Zone ist eine Lockerung der geldpolitischen Zügel durch die EZB im Gegensatz zur amerikanischen Fed auf absehbare Zeit nicht in Sicht. Die Fed hat dagegen seit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise im vergangenen Herbst die Zinsen sieben Mal in Folge gesenkt, teilweise massiv um bis zu 0,75 Prozentpunkte.

Verluste am Aktienmarkt, Gewinne am Rentenmarkt

Beobachter hatten zuvor erwartet, dass die Fed, wie geschehen, bei ihrer Sitzung dieses Mal einen weniger großen Schritt beschließt. Die aktuelle Zinssenkung gilt als kleiner Mutmacher für die Anleger angesichts einer in der Rezession steckenden Konjunktur in den Vereinigten Staaten.

Der Offenmarkt-Ausschuss der Federal Reserve, der über die Zinsen entscheidet, gilt als in zwei Lager gespalten. Die Mehrheit fürchtet wegen der Finanzmarktkrise ein Abgleiten Amerikas in eine schwere Rezession. Eine Minderheit sorgt sich, dass weitere Zinssenkungen die Inflation anheizen könnten.

Die amerikanischen Aktienmärkte haben nach der Leitzinssenkung am Mittwoch mit leichten Verlusten geschlossen. Besonders Technologiewerte verzeichneten Abschläge. Der Dow-Jones-Index ging nach vorläufigen Schlussangaben um 0,09 Prozent tiefer bei 12.820,13 Punkten aus dem Handel. Der S&P-500-Index gab um 0,38 Prozent nach auf 1385,59 Punkte. Der Nasdaq-Index verlor um 0,55 Prozent auf 2412,80 Punkte. Die Rentenmärkte legten nach der Zinssenkung deutlich zu.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, F.A.Z.

 
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NamePunkteProzent
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TecDax 735,41 +0,08
DowJones 11.384,21 +1,36
Nasdaq 2.294,44 +2,28
STOXX 50 3.323,40 +1,09
Nikkei 225 13.052,13 +0,15
S&P 500 Zert. 12,41 -1,74
Euro/Dollar 1,57 +0,07
Bund Future 111,94 -0,19
Gold 920,20 +0,35
Öl 142,31 -0,93
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