Beschäftigung

Arbeitslosenquote sinkt auf 8,4 Prozent

01. April 2008 Auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat sich die positive Entwicklung der vergangenen Monate auch im März weiter fortgesetzt. Die Zahl der Arbeitslosen ist im vergangenen Monat überraschend deutlich um 110.000 auf 3,507 Millionen gesunken. Das waren 617.000 weniger als vor einem Jahr, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg.

Bankenvolkswirte hatten zuvor mit einem Frühjahrsaufschwung gerechnet und bei der Zahl der Arbeitslosen aber nur einen Rückgang um 100.000 erwartet. Die Arbeitslosenquote sei im März ebenfalls gesunken, teilte die Bundesagentur weiter mit. Sie sei um 0,2 Punkte auf 8,4 Prozent zurück gegangen. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 9,9 Prozent gelegen.

Arbeitslosenzahl auch saisonbereinigt unerwartet stark gesunken

Saisonbereinigt sei die Arbeitslosenzahl in Deutschland im März um 55.000 und damit ebenfalls überraschend stark auf 3,285 Millionen gesunken, teilte die Bundesagentur für Arbeit weiter mit. Hier hatten von Thomson Financial News befragte Volkswirte nur einen Rückgang um 40.000 erwartet. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl laut Bundesagentur um 36.000 ab. In den ostdeutschen Bundesländern sei sie um 19.000 zurückgegangen.

Die Zahl der Arbeitslosen kann nach Ansicht des Vorstandschefs der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, im Herbst auf rund drei Millionen sinken. „Wir könnten im September, Oktober oder November an die Drei-Millionen-Marke herankommen“, sagte Weise am Dienstag in Nürnberg. Zugleich korrigierte der BA-Chef die Prognose für die jahresdurchschnittliche Arbeitslosigkeit nach unten. Die Bundesagentur gehe inzwischen davon aus, dass im Schnitt dieses Jahres 3,43 Millionen Menschen arbeitslos sein werden. Bisher war die BA von 3,5 Millionen ausgegangen. „Die Beschäftigung wächst weiter, und die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften bleibt auf hohem Niveau“, sagte Weise.

Experten beeindruckt von positiver Entwicklung

Außerdem habe auch die Reform des Arbeitsmarktes zur Belebung beigetragen, hieß es weiter in der Mitteilung der Bundesagentur. Dass der Rückgang der Arbeitslosenzahl im März so deutlich ausfiel, sei ein Beleg dafür, dass der Arbeitsmarkt weiterhin von der konjunkturellen Entwicklung getragen werde. Zudem habe im März die Ausweitung von Qualifizierungsmaßnahmen zum Rückgang der Arbeitslosigkeit beigetragen.

In ersten Reaktionen zeigten sich Experten beeindruckt von der positiven Entwicklung am deutschen Arbeitsmark (lesen Sie dazu die Analyse der F.A.Z. Nach der Finanzkrise: In der Wirtschaft werden mehr Stellen gestrichen als geschaffen). Die März-Daten würden Hinweise liefern, dass der Auftragsbestand der Unternehmen mittlerweile das Niveau des Wirtschaftsbooms nach der Wiedervereinigung Anfang der 90er Jahre erreicht habe, heißt es beispielsweise von den Experten der UniCredit.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: Bundesagentur für Arbeit, ddp

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