
Lieber Herr Henrichs, die alten Argumente eingefleischter PKV-Gegner zu wiederholen, machen diese auch nicht überzeugender und glaubhafter.
Zumal der sog. Basistarif, der den privaten Krankenkassen aufgedrückt werden soll, nichts mit Effizienz zu tun hat und absolut unausgegoren ist.
Wie so manches, was im Bundesgesundheitsministerium ausgekocht wird.
Und was Ihre Rosinen betrifft, ich des öfteren geschrieben, das man solches nur beurteilen sollte, wenn man die Versicherten- oder Einkommensstruktur der Privatversicherten kennt.
Darum ist es auch nun mal so, das erstens nicht alle Privatversicherten Spitzenverdiener sind und auch nicht alle so jung und gesund, wie man uns glauben machen will.
Im übrigen hat jeder, der sich auch hier äußert, meiner Ansicht nach, bestimmt aufmerksam und kritisch die Diskussion um die "Gesundheitsreform" verfolgt und nach den Ergebnissen sich ein Urteil gebildet.
Dabei sind auch eigene Erfahrungen nun mal das bestimmende, was auch einfliesst.
Im übrigen zitiert man am besten auch den Slogan der berühmten "gelben Seiten" z. B. der Telekom , die uns raten ... wenn man nicht weiterweiss, jemanden fragen, der sich damit auskennt.
Mit freundlichen Grüßen

Nun, wer sich die Diskussion bei der letzten "Gesundheitsreform" verfolgt hat, konnte bemerken, dass selbst die PKVs um ihre eigentliche Ineffizienz wissens (sie sagen es natürlich nicht).
Denn in der Diskussion war, dass die PKVs einen GKV-ähnlichen Basistarif einführen sollten. Dagegen haben sich die PKVs aber mit Händen und Füssen gewehrt. Warum, wenn sie (angeblich) effizienter wirtschaften? Sie hätten doch auf diesem Weg leicht neue Kunden gewinnen können.
Nein, günstig sind die PKV nicht, weil sie effizienter sind, sondern weil sie sich die Rosinen (die guten Risiken) aussuchen. Im Gegensatz zu den GKVs müssen sie halt nicht jeden nehmen. Die schlechten Risiken (und hohen Kosten) werden dann auf die GKVs abgewälzt.
Wie sollten sie auch effizienter sein, wenn sie (in einem viel höheren Ausmaß) Gewinn und Werbung erwirtschaften müssen. Das muss doch erst einmal wieder hereingeholt werden.

Bitte ein paar Seiten weiter die Diskussion
http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~EE2A8B3B1A81C42999A0EC4632A8233B8~ATpl~Ecommon~Scontent.html
beachten. Dort wird klar dargelegt, dass wir
sowieso schon zuviele Menschen in Deutschland
sind und überhaupt nicht genug Arbeitsplätze haben
und dass, um das knappe Kontingent verfügbarer
Arbeitsplätze zu schonen, wir weniger Menschen
im Land brauchen.

Herr Kronbichler, dass Sie aus dem Lehrbuch die richtigen Formeln rausgesucht haben.
Und ich glaube auch, dass Sie die richtigen Zahlen eingetragen haben. Rechnerisch ist alles in Ordnung; sachlich jedoch nicht.
Denn in den Formeln kommt nämlich eins nicht vor: die Lebenswirklichkeit.
Und die lehrt nun mal, dass die Völker östlich des Indus (und nur dort geht die Post ab) keine zig-Millionen senile Deutsche durchfüttern werden.
So einfach ist das.
Und wer noch irgendwelche (es sind die wenigsten) romantischen Vorstellungen von Rechtsstaat und Vertragstreue hat, der soll sich nur mal vor Augen führen, dass es schon für einen in Deutschland lebenden Deutschen nahezu unmöglich ist, vor einem deutschen Gericht seine berechtigten Forderungen durchzusetzen. Glaubt wirklich jemand, das wäre vorm Amtsgericht Shanghei besser?

Ob dieser "Experte" nun Recht hat oder nicht kann ich nicht beurteilen. Wir sind als Gesellschaft jedenfalls auf dem demografischen Holzweg. Wir untersuchen viel zu sehr die Auswirkungen der demografischen Veränderungen anstatt die Demografie zu verändern. Wir können nun endlich eine Kinderfreundliche Gesellschaft schaffen, indem das gewaltige Finanzpolitische Ungleichgewicht der Menschen mit Kindern abgeschafft wird, oder unseren Staat und Gesellschaft weiter wie bisher demografisch durch die Politik abwickeln lassen.
Der letzte macht das Licht aus.

Herr Wildhofer, wie Sie richtig sagen, leben wir in einer offenen Wirtschaft. Die Asset Meltdown Hypothesis ist daher in globalem Kontext zu sehen, das ist richtig. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass die Risiken relativ gering sind und Schreckensszenarien nicht notwendigerweise eintreffen muessen. Aber das Thema ist immer noch heiss - insofern ist Vorsicht geboten.
2 andere wichtige Punkte gebe ich dennoch zu bedenken:
1. Globales Anlegen bedeutet, dass deutsches Geld (auch) im Ausland investiert wird und nicht nu hier. Eine Folge sind Investitionsausfaelle. Dies widerspricht jedenfalls der gern gesagten Meinung, der Bevoelkerungsschwund wuerde unsere Arbeitsmarktprobleme loesen.
2. Die Zahl der Leute, die nicht privat vorsorgen (koennen), ist betraechtlich. Selbst fuer die Grundsicherung dieser Nicht-Vorsorger ist eine angemessene Zahl von Nachwuchs wuenschenswert, wollen wir die Gesamtbelastung der Bevoelkerung mit Abgaben einigermassen stabil halten. Sonst wandern die naemlich aus, und Deutschland hat ein grosses Problem.

Wer Kinder nur "kriegt", um ihnen
willkürliche Schuldenbeträge zu
vererben (selbstverständlich mit
Vollkaskohaftung durch den Staat)
sollte besser keine haben.
Niemand bestreitet eine moralische
und (soweit durchsetzbar) durchaus
auch gesetzliche Pflicht der Kinder,
ihren altersschwachen (!) Eltern zu helfen.
Dass Eltern ihren Kindern willkürliche
Schuldenbeträge vererben dürfen und
damit letztlich deren ganzes Leben
verpfänden, gibt es aber in keinem
zivilisierten Land der Welt.
Wenn die Eltern sich mit Mitte 50 in
den goldenen Vorruhestand zurückziehen
und die nächsten 35 Jahre Urlaub machen,
sei ihnen das herzlich gegönnt, wenn SIE
SELBST vorher in die Rentenkasse Beiträge
gezahlt haben.
Oder sie vererben ihren Kindern willkürliche
Schuldenbeträge mit Vollkaskohaftung durch
den Staat. Das ist natürlich die bequemere
Lösung, bis das ganze Schneeballsystem
zusammenkracht.
Dann aber bitte nicht wundern, wenn die Kinder
zunehmend auswandern. Ihm ungefragt vererbte
Schulden muss niemand akzeptieren. Auch wenn
das die Vererber empört.

... diese Kenntnis erlangt jeder, der schon mal eine Schraube abgedreht hat. Und dann beginnen die Schwierigkeiten: wie bekomme ich die abgedrehte Schraube aus dem Loch um eine neue einzusetzen?
Mit Steuern- und Abgaben verhält es sich nicht anders: wird die Belastung höher, als das was die Bürger als angemessen empfinden, geht das Aufkommen zurück, da sie aus dem System flüchten sei es durch Trägheit kein Engagement mehr zu zeigen, in nichtselbständige Erwerbstätigkeit oder ganz weggehen. Die Folge: der unaufhaltsame Kollaps des Systems.
Die Generation meiner Kinder wird Gerechtigkeit aus ihrer Sicht definieren und in Frage stellen, warum sie Millionen Alter durchfüttern soll, die nicht durch Ersparnisse bzw. Nachwuchs vorgesorgt haben.
Der Un-coole von heute, der ein paar Kinder großzieht, wird dann besser drann sein, denn das einzige auf was man sich in Krisenzeiten wirklich verlassen kann ist die eigene Familie.

Die gesetzlichen sind eine Volkasko-Einheitsversicherung mit trotzdem eingeschränkten Leistungen und, zugegeben, einem stärkeren Sozialaspekt für die Familie.
Die Privaten arbeiten deshalb wesentlich ökonomischer, weil sie wiklich nur das ausgeben, was sie einnehmen. Hinzu kommt ein völlig ungerechter nicht unerheblicher Aderlass an die GKV !!!
Und jetzt aufgepasst, es gibt die Möglichkeit sich wirklich preiswerter zu versichern !!! Wenn ich auf Taxi, Rauchen, Kuhrbehandlung und etliche anderen Komponenten der Vollkasko-Version verzichte, gesünder lebe und einfach Medizin weniger beanspruche und trotzdem die Ärzte noch anständig bezahlen kann.
Ein kleiner Selbständiger bekommt halt keinen Arbeitgeberanteil.
Das sind so einige wichtige Unterschiede. Das meiste Geld wir nämlich im Bagatellbereich ausgegeben, gerade in der GKV, nicht für Spitzenmedizin; halte ich für sehr unökonomisch!

Warum es besser sein soll, nur ein Umverteilungssystem zu betreiben als mehrere?
Jeder in Deutschland wird nach Leistungsfähigkeit besteuert. Was das genau bedeutet, definiert natürlich die Politik, aber der Grundsatz steht fest.
Wenn jemand Hilfe benötigt, dann ist es gut - oder etwa nicht? - daß diese von den Leistungsfähigeren erbracht wird. Das ist bei der Steuer jedezeit gewährt. Es gibt überhaupt keinen Grund, bei Hilfsbedürftigkeit aus Gesundheits- oder Altersgründen andere Maßstäbe zu wählen.
TF

Das die gesetzlichen Krankenkassen effizienter und kostengünstiger als Privatunternehmen arbeiten, ist meines Erachtens wohl eher im Reiche von Prof. Karl Lauterbachs "gesammelten Volksmärchen" anzusiedeln, lieber Herr Henrichs.
Ich kann wirklich nicht nachvollziehen, worin zum Beispiel
die Effizienz von Leistungskürzungen bestehen soll.
Wirtschaftlichkeit war noch nie eine Stärke staatlich gelenkter Institutionen, eher die Neigung zur Verschwendung, es ist ja nicht unser Geld!
Ich persönlich empfinde halt eine Abneigung gegen jede Form der Einheitsversicherung bzw. Einheitskasse mit Einheitsleistungen und Einheitsbrei.
Als Selbständiger mit allein zu zahlenden SV-Beiträgen finde ich für mich ein auf Arbeitnehmer mit paritätisch finanzierten Sozialabgaben angelegtes System eben nicht sinnvoll.
Gerechtigkeit und Solidarität sind den Deutschen ein hohes Gut und dementsprechend populär.
Damit lässt sich trefflich Stimmung machen und Zustimmung gewinnen.
Dabei ist die Solidarität in einer Einheitskasse eher Schein als Sein, mehr eine Fata Morgana und Gewissensberuhigung als Tatsache.
Mehr als Neuauflage des alten sattsam bekannten Prinzips: Alle sind gleich, aber manche sind eben gleicher.

Ich muss nicht viel hinzufügen, den Herrn Frielings Ausführungen auf Ihren Beitrag können treffender nicht sein.
Lieber Herr Henrich, Sie sind ja im übrigen nicht der einzige, der zwar über privat Kranken- und Pflegeversicherten herumschwadroniert, ohne auch nur im geringsten z. B. über die Einkommensstruktur informiert zu sein.
Aber als privat versicherter Selbständiger mit 10.000 Euro Jahreseinkommen vor Steuern zu den Reichen gezählt zu werden, ist mehr als ein schlechter Witz.
Und beispielsweise ein gesetzlich versicherter Arbeitnehmer mit 2.500 Euro ist wohl kaum als arm zu bezeichnen, oder?
Das er nicht frei wählen kann, wie und wo er versichert ist, liegt ja wohl an unserer Sozialgesetzgebung.
Und die Umverteilung zu den wirklich Bedürftigen sollte
am besten über Steuern erfolgen, schon der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit wegen und nicht abstrakt über die Sozialversicherungsbeiträge.
Denn mit "Solidarität" hat das in manchen Fällen nicht mehr allzuviel zu tun.
Eher dem Grundsatz: "Herr Wirt, noch ne Runde, der Nachbartisch bezahlt!"

"Man zahlt, was es kostet, und wer nicht kann, erhält Unterstützung. Das ist Solidarität."
Herr Auer hat nach eigenen Angaben Deutschland verlassen. Er trägt also auch nichts zu einer über Steuern finanzierte Unterstützung bei. Wenigstens Herr Auer übt also keine Solidarität (jedenfalls nicht in Deutschland. Und wahrscheinlich auch nicht im Gastland, denn sonst hätte er dies ja nicht als Argument bringen können).
Natürlich gibt es Reiche, die sich privat versichern, aber in Deutschland bleiben. Diese können argumentieren, dass sie über ihre Steuerzahlungen Solidarität üben (wenngleich aufgrund der Umverteilung von unten nach oben immer weniger). Nur warum ein System nur mit privater und starker Unterstützung des Staates für die Armen über eine höhere Besteuerung der Reichen (denn wir sind ja bei der Solidarität) besser sein soll als ein System nur mit staatlicher Versicherung (und keinem Zusatzbeitrag des Staates) erschließt sich mir nicht.
Zumal ja die gesetzlichen Krankenkassen viel effizienter und kostengünstiger arbeiten als die privaten Krankenkassen.

Solidarität, Herr Henrichs, heißt nicht, sich durch Apelle an die Moral dazu nötigen zu lassen, ein schlechtes System mit eigenem gutem Geld am Leben zu erhalten. Diese Art der Erpressung ist die Antwort der trägen Politiker auf Mängel im Gesungheitswesen.
Man zahlt, was es kostet, und wer nicht kann, erhält Unterstützung. Das ist Solidarität. So ist es beim Essen, beim Wohnen, bei der Kleidung - alles ebenso wichtig wie die Gesundheit.
Die Lafontaines dieses Landes von Gysi bis Schmidt suchen aber nicht nach einer Lösung sondern nach einer Pointe, die sie in der Wählergunst ins rechte Licht rückt. Und sogenannte Solidarität bringt mehr Punkte als echte Lösungen. Dabei nehmen ganz besonders die Lafontaines große Nachteile für die Bevölkerung in Kauf.
Die Armen (im Geiste) jubeln ihnen zu, weil sie den Reichen (also dem blöden Nachbarn) mehr Geld abknöpfen als ihnen. Der Kahn kann ruhig absaufen, solange die anderen Decks zuerst vollaufen.
TF

"warum zahlen keine ärzte, steuerberater, architekten, notare, rechtsanwälte, apotheker in die sozialkassen ein sondern sind privat versichert??"
Die Antwort ist einfach: da für diese eine Privatversicherung (ebenso wie für euch) besser ist als die staatliche Versicherung. Ebenso gilt: für Arbeitslose, Niedrigeinkommensbezieher etc. ist eine staatliche Versicherung besser als eine Privatversicherung. Schon allein, weil sie nicht das Geld für eine Privatversicherung haben.
Am schlechtesten stellen sich die Armen natürlich, wenn sich die Reichen aus der staatlichen Versicherung herausstehlen (so wie ihr). Denn dann erhalten die Armen später weder Geld aus der Privatversicherung (die sie ja nicht aufgrund ihrer Armut nicht abschließen konnten) noch ausreichend aus der staatlichen Versicherung (die Arme alleine auch nicht ausreichend aufbauen können).
Dass Reiche wie ihr sich eben nicht aus der staatlichen Versicherung verabschieden können, nennt man auch Solidarität.

Viele Betrachtungen zur Sozialversicherungsproblematik machen fest an der Zahl der Sozialversicherungspflichtig beschäftigten. Wieso diese Beschränkung? Ist sie gottgegeben?
Langfristig ist das Problem doch erst einmal eine Frage, wie verteilt man das Bruttosozialprodukt(?). Und solange dies absolut und spezifisch je Kopf steigt, ist nicht zu sehen, warum Umlagesysteme nicht weiter finanzierbar sein soll. Es ist der Wille der fehlt. Man will Alte, Kranke, Arbeitslose -und unfähige, Behinderte (Hallo, Herr Schäuble), Pflegebedürftige, Schulen, Polizisten usw. einfach nicht mehr bezahlen, können könnte man schon.
Und alle die, die sich ihre fiktiven mageren Renditen aus ihren eigenen Sozialbeiträgen ausrechnen, vergessen offensichtlich, dass das ganze System mit Null-Kapital anfing. Das gehört gefälligst berücksichtigt.

Volle Zustimmung! Es ist genau so, wie Sie es beschrieben haben: der einzige Ausweg ist, dass genügend produktive Bürger vorhanden sind und auch nachkommen. Ganz unabhängig davon, ob es ein staatliches Umlagesystem ist oder privat vorgesorgt wird.
Zwei Einwände habe ich aber:
1. Mehr produktive Bürger kriegt man sicher am besten durch ausreichend Kinder (mind. 1,8 Kinder pro Frau, besser 2,1-2,4). Allerdings geht das auch über die Einwanderung von produktiven Kräften, d.h. Fachkräften, die Arbeitsplätze schaffen. Leider ist es momentan so, dass zigtausende Deutsche genau das im Ausland tun, wir also doppelt verlieren: Einerseits zu wenig Nachwuchs, andererseits geht ein beträchtlicher Teil der besonders Produktiven ins Ausland. Wen wundert da die hohe Arbeitslosigkeit in D., wenn unsere Leute im Ausland Arbeitsplätze schaffen?
2. Zur Finanzierung der Sozialsysteme würde ich mit der Kinderzahl staffeln, beispielsweise so:
0 Kinder -> 40% (eine gewisse Grundleistung, z.B. durch Steuern, wird dennoch erbracht)
1 Kind -> 65%
2 Kinder -> 85%
3 Kinder -> 95%
4 und mehr Kinder -> 100%
Wobei man die 100% dann noch definieren müsste. Eine Kleinigkeit, wenn die Einsicht für die Sinnhaftigkeit dieses Modells aber da wäre.

Die Berechnung beruht, wie manche Kommentare schon sagen, maßgeblich auf der Zahl der künftigen Beitragszahler, sprich "sozialversicherungspflichtig Beschäftigten". Nur lässt sich diese nicht so einfach vorhersagen - zu groß sind die Unsicherheiten in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung und dergleichen.
Andererseits fühle ich mich mit Aussagen am unteren Rand, d.h. eher pessimistischen, deutlich wohler als mit allzu optimistischen. Wenn man sich verschätzt hat, und es gibt mehr als vorausgesagt, kann man Rücklagen bilden oder Beiträge senken. Hat man sich in die andere Richtung verschätzt, gibt es ein großes Problem. Insofern ist es doch gut, was da geschätzt wird.
Aber: Die Sozialabgaben sind heute schon immens hoch, und eine bedeutende Ursache für die hohe Arbeitslosigkeit bzw. geringe Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Da ist folglich nicht mehr viel Spielraum. Das einzige Vernünftige wäre also, die Beiträge zu deckeln und ein Überschreiten nur von 2/3-Mehrheiten zu erlauben. Die Leistungen hingen dann - auf die einzige wirtschaftlich vertretbare Weise - von der Leistungssteigerung der arbeitenden Bevölkerung ab. Wer mehr Rente/Pflege will, soll sich also gefälligst um mehr Wachstum bemühen!

wir haben deutschland verlassen. zwei Ing. weniger. bringt bei gleichen brutto 14x8 hartz VI netto mehr im jahr. die hälfte wird für die rente angelegt und der rest geht auf ein sparkonto für den nachwuchs. wir können unser geld besser organisieren, als das beamte uns sagen, was für kindergarten, schule, steuern rente pflege, fernsehen, kirche (halt das war ja einer zwischen 1933-1945) soli usw. passiert.
ps. warum zahlen keine ärzte, steuerberater, architekten, notare, rechtsanwälte, apotheker in die sozialkassen ein sondern sind privat versichert?? gruss

wo wir doch alles richtig machen.
Wir finanzieren Streetworker, Sozialarbeiterinnen, Casemanager, Familienhelfer, Diakonie, Caritas, Erziehungshilfen, Jugendpsychiatrie, betreutes Wohnen, 100 Lehrstühlinnen für Frauenforschung, 1500 Gleichstellungsbeauftragtinnen, zehntausende Politik- und Sozial“wissenschaftlerinnen“.
Seit Jahrzehnten werden Milliarden ausgegeben für Familienzerstörungsprogramme und für die Finanzierung massenhafter Unterschichteneinwanderung.
Wir geben für jeden Bergmann im Steinkohlenbergbau 65.000€ aus. Pro Jahr!
Wie viel wir den Bauern (außer dem Preis für deren Waren) geben wird ich gern sagen, ist jedoch im Subventionsgestrüp nicht mehr feststellbar.
Wir machen wirklich alles richtig. Alles.
Siegesmeldungen produzieren die Ministerien, die SED-Propagandasekretär Hermann neidisch gemacht hätten.
Nur ein klitzekleines Problem haben wir, eigentlich eine Nebensache:
Die Gesamtbilanz ist die totale Katastrophe.
Aber dadurch lassen wir uns unsere Gute Laune nicht vermiesen!
Wir werden weiter Erfolge produzieren.
3.000.000.000 werden wir für Krippenplätze ausgeben, damit noch mehr Verwaltungsfachangestelltinnen die Sozialkosten finanzieren, und ... ... ... Erfolge, Erfolge, Erfolge

Liebe Imke,
Ihr Beitrag ist absolut o.k., aber ich glaube, er findet bei Politikern ALLER Coleur keine Resonanz ... So ist das nun mal in einer Demokratie und mit unseren großmäuligen Politikern. Sie reden immer von allem Möglichen und Globalisierungszwängen (damit sie selbst aus dem Schneider sind), aber welchen "goldenen Händedruck" hat der ehemalige Chaoschef der WestLB gerade bekommen ? Da weiß man, wo in diesem Staat die Möpse bleiben ...

ich (40) werde zwar jedes Jahr von der BfA mit meinem Rentenprognosebericht beglückt (den ich immer sofort in die Tonne werfe), kann mir aber gut vorstellen, dass ich mit 67 nach vielleicht mehr als 43 Arbeitsjahren nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsleistungen nicht wesentlich mehr erhalten werde, als jemand, der niemals gearbeitet hat, nämlich in etwa das Existenzminimum. Prima, dass das Thema von den Medien immer mal wieder aufgegriffen wird, nur braucht man sich in Bezug auf die Politik nicht viel Hoffnung zu machen. Zum ersten betrifft es die Politiker ja nicht, was sie da entscheiden, zum zweiten werden noch ca. 6 Regierungen ins Land gehen, bis ich meine Rente genießen darf. Und keine dieser Regierungen hat Interesse daran weiter zu denken als bis zum Ende der jeweiligen Legislaturperiode. Vielleicht habe ich auf das falsche Pferd gesetzt und es wäre sinnvoller gewesen, mit der Arbeit aufzuhören, viele, viele Kinder zu bekommen und darauf zu hoffen, dass diese mich im Alter dann irgendwie unterstützen. Aber schon den Wunsch nach einem zweiten Kind habe ich - wie soviele - der Berufstätigkeit geopfert und stattdessen fleißig in die Sozialversicherung eingezahlt. Schön blöd.

Der Generationenvertrag ist meiner Meinung nach auf Dauer nicht zu halten - weder durch Solidarumlagen noch durch erträumte Kapitalbildung. Das Problem des Mißverhältnisses von steigendem Lebensalter und körperlicher und geistiger Arbeitsfähigkeit ist nicht gelöst. Die sich aus diesen Bedingungen katastrophalen sozialen/karitativen/finanziellen Folgen werden einfach wider besseres Wissen politisch schön- und kluggeredet. Aber das reale Horrorszenario einer vergreisten Gesellschaft, in der sich die Jugend abgekoppelt hat und Haß auf die geschönte teure Seniorenwelt entwickelt, wird jeden täglich einholen. Wie sieht heute schon die reale Wirklichkeit zusammengepferchter Alter in einem schön illuminierten Betonklotz aus? „Oma trink jetzt, ich komme erst in zwei Stunden wieder!“ Wahrscheinlich wird sich in Zukunft hinduistische Gleichgültigkeit gegenüber Alter, Armut, Leiden und Tod einstellen. Ungerechte Gier nach „Mehr“ und egoistisches Wunschdenken führen durch die Globalisierung zu nicht mehr kompensierbaren systemsprengenden Folgen für unsere vergehende kulturelle Singularität. ... in se magna ruunt ...

Auch eine private Vorsage wird das Problem nicht lösen, da steht der Asset Meltdown Effekt dagegen (Googeln Sie mal danach).
Der einzige Ausweg aus dem Problem ist, wenn genügend Kinder geboren und zu produktiven Bürgern erzogen werden.
Das Rentensystem basiert auf zwei Leistungen: Die aktive Generation bezahlt die Renten der Vorgängergeneration und erzeugt die Nachfolgegeneration. Die Verweigerung der zweiten bedingt die demographische Katastrophe.
Ich bin sicher, daß wenn nur noch Eltern von mindestens zwei Kindern in den Genuss von Leistungen aus der Rentenkasse kommen würden, die Geburtenrate massiv ansteigen würde.
- "Aber wir haben jahrzehntelang in die Rentenkasse eingezahlt, da wollen wir doch etwas davon haben?"
Damit wurden die Renten Ihrer Eltern und Großeltern bezahlt.
- "Aber wenn man keine Kinder bekommen kann/will?"
Dann kann man sich mit den Summen, die Eltern in ihre Kinder stecken müssen und wegen ihrer Erziehungsauszeiten nicht verdienen können, eine private Versicherung ansparen.
- "Aber es ist doch so praktisch, als Kinderloser im Alter von den Rentenzahlungen der Kinder anderer zu leben."
Da haben Sie recht.

dass das Altersproblem kein chronologisches Alterproblem darstellt, sondern ein Problem der Auflösung von Familien?
Da nutzt auch keine Flucht ins Ausland in dem die Familie dafür gerade steht nicht der Staat.
Wenn der Staat für soziale Wohlfahrt überfordert ist und das zeichnet sich ja so langsam ab, es wird einfach zu viel von ihm gefordert, dann bleibt als Rückzug immer nur das, was soziale Absicherung im Kern immer war, die Familie.
Anerkennung von Abhängigkeit zu gegenseitigem Nutzen.
Nicht der sinnlose ziellose Egotripp.

... raus aus Deutschland. Wer jetzt noch nicht drueber nachgedacht hat, macht sich spaeter nur selbst Vorwuerfe.

Hier wird von manchem einer Umstellung der Sozialsysteme auf Kapitaldeckung das Wort geredet. Was ändert sich dann denn grundsätzlich und insbesondere am Generationenvertrag?
Was glauben die Befürworterdenn, woher die Zinsen kommen und wer die Summen bereit stellt, sobald der angesparte Kapitalstock im Fall des Falles verzehrt wird?

... ein bezahlter Lobbyist der privaten Versicherungsbranche, das kann man nicht häufig genug betonen.
Viele Leser der FAZ haben das ja (wie zumindest einige Postings hier beweisen) das bereits verstanden. Die journalistische Sorgfaltspflicht gebietet es in meinen Augen, dass die FAZ – zumindest in einem Nebensatz – darauf hinweist, welche Interessen Herr Raffelhüschen hinter seiner vermeintlich wissenschaftlichen Argumentation vertritt.
Unsere sozialen Sicherungssysteme stetig zu hinterfragen ist gut und wichtig. Bei vermeintlich wissenschaftlichen Aussagen von "Experten" will ich als Leser aber wissen, welche finanziellen Interessen hier vertreten werden. Ich finde es traurig, dass ein bedeutendes, überregionales Blatt wie die FAZ ein Forum bietet, dass solche Lobbyistenmeinungen hier einfach unreflektiert wiedergibt.

Zitatanfang
Dem [Gesundheits-]Ministerium sei kein seriöser Experte bekannt, der bisher eine solche Prognose abgegeben habe, fügte die Sprecherin [des Ministeriums] hinzu.
Zitatende
Warum braucht das Ministerium zur Verifizierung oder Falsifizierung Experten? Kann dort niemand (nach- bzw. mit-)rechnen?
Impliziert die Sprecherin, wer zu anderen Ergebnissen kommt, als denen, die das Ministerium selbst vorgefasst hat, sei per definitionem unseriös?

Über den Lobbyisten Raffelhüschen wurde doch nun genug geschrieben. Wiedermal schafft es eine angesehen Tageszeitung nicht, die LeserInnen darauf hinzuweisen, dass Raffelhüschen für die Versicherungsbranche und für den Arbeitnehmerverband (INSM) arbeitet. Glauben Sie ernsthaft, der würde auch nur ein gutes Haar an der Umlagefinanzierung lassen?
Wer übrigens behauptet, er könne den medizintechnischen Fortschritt der nächsten 40 Jahre vorhersagen, ist in meinen Augen ein Scharlatan.
Allein wie in dem Artikel mit Zahlen hantiert wird: "eine Steigerung um mehr als 400 Prozent". Klingt gigantisch!
Macht aber - es geht schließlich um 40 Jahre - gerademal 10 Prozent pro Jahr aus. 10 Prozent von den 2,6 Prozent, die für die Pflegeversicherung abgeführt werden, wohlgemerkt. Oder 0,26 Prozent vom Bruttolohn.
Und diesen Wahnsinnsbetrag teilen sich AG/AN auch noch. Bei moderaten Lohn- und Produktivitätssteigerungen werden Sie davon nichts, aber auch gar nichts spüren.
Ürigens: Wenn uns unsere Alten diese Minibeträge nicht wert sind, dann haben wir weit größere Probleme.

erneut lässt die FAZ die ganz wichtige einordnung vermissen, dass raffelhüschen für die ERGO-Versicherungsgruppe und die Victoria Versicherung AG arbeitet.
klingelt's?
desweiteren sind seine berechnungen lächerlich: die beiträge zur pflegeversicherung sind abhängig von der anzahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten.
woher will man die zahl der der beschäftigten im jahre 2045 wissen, wenn man nicht mal das wirtschaftswachstum für das übernächste jahr einigermaßen genau bestimmen kann?
vielleicht wird raffelhüschen ja das nächste mal endlich vernünftig eingeordnet.
sonst geht weiterer kritischer journalismus verloren.
Grüße!

wer die Zahlen nicht ernst nimmt wird daran scheitern.
Vieles was Experten berechnen wird von Politkern wegen der 4 Jahresregel übersehen.
Ich sage nur: Es ist Wahl und keiner geht hin: Anders kann man die Nichtskönner in Berlin nicht zur Vernunft bringen.

Adenauer hat das Geld meines Großvaters verzockt und Kohl das meines Vaters. Im normalen Leben nennt man so etwas betrügerisches Schneeballsysthem und dieses ist ein Straftatsbestand. Ich fühle mich und meine Generation um unsere Lebensleistung betrogen. Aber die Judikative ist inzwischen der verlängerte Arm der Exekutive. Wer sich querstellt wird, wie nun am VGH Kassel geschehen, kaltgestellt.