Strompreise

Merkels Wuchertüte

Der Strom wird teurer - und Merkel wittert die Gelegenheit zum Stimmenfang

Der Strom wird teurer - und Merkel wittert die Gelegenheit zum Stimmenfang

19. Oktober 2007 Dass Kurt Beck mit seiner wider jedes ökonomische Wissen erhobenen Forderung nach verlängerter Zahlung von Arbeitslosengeld punktet, wird im Kanzleramt offenbar neidisch beobachtet. Jetzt holt die Kanzlerin zum populistischen Gegenschlag aus und geht mit einer Attacke gegen die vermeintlich raffgierigen Stromkonzerne auf Stimmenfang.

Zur angekündigten Preiserhöhung habe die Bundesregierung noch viele Fragen, lässt die Kanzlerin die Öffentlichkeit wissen, und sie werde sich das genau ansehen – was ihr prompt die gewollte Schlagzeile einträgt: Stoppt Merkel den Strom-Wucher?

Empfohlen: Ein Blick auf die Steuer

Man muss mit Eon, RWE & Co. kein Mitleid haben, doch die Regierung hat in deren Preisgestaltung nichts verloren. Für allfällige Verdächtigungen ist das kürzlich extra dafür gestärkte Kartellamt zuständig. Die Politik spricht ohnehin mit gespaltener Zunge, denn teure Energie soll die Verbraucher zum sparsamen Umgang mit den Ressourcen zwingen.

Sieht die Kanzlerin Handlungsbedarf, kann sie eine Senkung der Stromsteuer vorantreiben. Um dem nächsten Schritt gleich vorzubeugen: Bevor Merkel auch den Benzinpreis-Wucher stoppt, sei ihr ein Blick auf die Mineralölsteuer empfohlen.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AP, F.A.Z.

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