Zum vorstehen Beitrag von gerd hodina (hodger). In der Weltgeschichte passierten einige der größten Greul im Schlepptau bester Absichten und tollster Ideen. Das Chaos war sonst nicht zu retten. Aber das mit den besten Absichten passiert im Kleinen ja oft, in allen Parteien und oft beklatscht von der Öffentlichkeit und dem Jounalismus. Z.B. Verlängertes Arbeitslosengeld für Ältere. Natürlich schreiben und sagen alle, dass das nur von einer Minderheit ausgenützt würde. Natürlich wissen alle, wenn sie ehrlich wären und das was nutzen würde, dass das von der Mehrheit älterer Arbeitsloser bis zum Anschlag ausgenutzt wird, das ist denen doch auch gar nicht zu verdenken, wenn sie es a la Rüttgers und mit dem hohen "C" der CDU offeriert bekommen. Z.B. die Hilfen für alleinerziehende Mütter. Gut gemeint, aber damit produziert man immer mehr alleinerziehende Mütter mit zahlungsunfähigen Vätern. Alle wissen, dass das im Kern stimmt, keiner sagt es. Z.B. die Hilfen für Asylbewerber. Gut gemeint, aber damit produziert man auch Wasserleichen im Mittelmeer. Z.B. die nimmer endenden Hilfen für Süchtige etc., damit fördert und verlängert man oft deren Sucht und vermehrt den Empfängerkreis. Z.B. die Hilfen zur zugereiste AIDS-Kranke.........
Es ist an der Zeit für eine (r)evolutionäre Umkehr. Unsere Gesellschaft ist reich, mit am reichsten auf dem Erdball. Also, was hindert uns daran, ein gesellschaftliches Experiment auszuprobieren: Abschaffung aller sonstigen Steuern und Subventionen. Ein bedingungsloses Grundeinkommen für jeden Staatsbürger. Finanzierung durch eine 50%-Mehrwehrtsteuer. Abschaffung aller Finanzbürokratie im Steuerwesen, Abschaffung aller Sozial-Verteilungsbrürokratie und Ämter einschließlich der Arbeitsverwaltung. Reduzierung der Bundesländer auf maximal 12, Halbierung der Abgeordneten im Bundestag und den Landtagen. Stärkung der direkten Demokratie durch Volksentscheide und Abstimmungen im Internet. Abschaffung der EU-Bürokratie, von Subventionen an grosse Unternehmen und Konzerne und die Landwirtschaft. Und so weiter und so fort. Wir hätten dann relativ schnell ein Innovationsparadies, einen Staat der Selbstverantwortung und eine Gesellschaft, in der es keine Diskussion mehr über "Mitte"-"Oben und Unten"-Prekariat und Manager usw. geben würde. ABER: Wir haben Angst vor Veränderungen. Also: Lassen wir das Steuer los und schauen dem Eisberg ins Gesicht.
Mich verunsichert die statistisch/volkswirtschaftliche Natur der Diskussion: ein Leser meinte treffend, wenn wir alle doppelt soviel verdienen, haben wir immer noch genausoviel Arme. Waerend des Studiums waren die meisten von uns wahrscheinlich (technisch gerechnet) "arm" , fuehlten sich aber ganz anders, und manch einer, der in einem Auto zur Arbeit fährt, das teurer ist als das ganze Studium, will trotzdem diese Zeit nicht missen. Umgekehrt kenne ich mehr als einen Fall, in dem trotz "Besserverdienerstatus" das tatsaechliche zur Verfuegung stehende "Geld in der Hand" zum Rechnen zwingt, wenn Lebensmittel gekauft werden (zB nach Scheidungen, Fehlinvestitionen etc) Wenn wir den beliebten GINI index betrachten, dann hat Deutschland ca 28%, Schweden 25 %, die Schweiz (mit ca 2.5% Arbeitlosen) bereits 33%. Dh die Schweiz hat (statistisch) deutlich mehr Ungleichheit als die Deutschen, aber bei weitem nicht die Debatte, die wir hier haben.(Quelle: Development Data Group, The World Bank. 2007. 2007 World Development Indicators Online) In Frankreich hat wurde eine Arbeitsgruppe (J Stieglitz, Armatyia Sen) beauftragt, neue Beschreibungen zu entwickeln. Die Deutschen sollten sich anschliessen.
Zum Diskussionsbeitrag von Matthias Rüttgen (MRuettgen)19. Mai 2008 20:15: „Die soziale Mobilität kann man durch Bildung längst nicht mehr erhöhen. Die einzige Chance wäre eine wirkliche Leistungsorientierung. Wenn man Einkommen in Abhängigkeit vom persönlichen Risiko und von dem persönlichen Einsatz bekäme, dann wäre Veränderung möglich. Heute zählt aber Herkunft.“ Man kann über Generationen betrachtet, durch Bildung schon einen langsamen Aufstieg schaffen, aber im Grunde genommen, haben Sie leider recht, geht es zu langsam. Wenn Amerika das Land der Unbegrenzten Möglichkeiten (durch Leistung) ist, dann ist Deutschland – um bei der Übertreibung zu bleiben - immer noch die kaiserliche Standesgesellschaft, wo der ererbte Besitz mehr zählt als die Leistung, einmal Gutsherr immer Gutsherren, vice versa. Sozialhilfekarrieren vererben sich wie Gutsbesitzerkarrieren. Die Oberschicht hütet das „Oben“ für ihre „Jungen“ eifersüchtig und trickreich gegenüber den gleichbegabten „Jungen“ der „Unterschicht“ (siehe Schulen hier und in Skandinavien). Ein Land wird nur dann gut im Wettberwerb mit anderen Ländern bleiben, wenn es die Leistung konsequent fördert und vieles aus der nächsten Generation herausholt und das Beamtendenken abschafft.
@Witte: Sie haben die Sache auch aus meiner Sicht richtig erkannt, nur das mit Amerika ist ein wenig euphorisch. Mag ja sein, dass die Durchlässigkeit von unten nach oben grundsätzlich möglich ist, aber die „200 Superreichen“ sind dies zum Teil seit vielen Jahrhunderten. Außerdem gibt es diese Möglichkeit auch nur, wenn man die Spielregeln beachtet, und die sind gnadenlos. Jemand der es von unten nach oben schaffen will, muss emphatisch betrachtet eine „Wildsau“ sein, während der reiche Sprössling sich die Kultur des „Hausschweins“ leisten kann. Dies wiederum passt natürlich zum Wildwestkapitalismus dort. Schwer zu sagen, was erträglicher ist, will heißen: kulturausgleichender. Die Frage ist nämlich, geht es wirklich darum im System den Aufstieg zu ermöglichen, wo doch das System als solches historisch auf dem Abstieg ist, zumindest sehe ich das so! Die Klassengesellschaft in Deutschland ist natürlich konservativer, da auch älter, und von noch älteren Gesellschaften geprägt, aber, es gibt hier Strukturen (es gab sie!), die eben aus dem Klassenkampf heraus entwachsen waren und die Chance zu einer Änderung der ganzen Gesellschaft in sich trugen. Nun ja, das wäre jetzt ein neues Thema.
Man muss nämlich nur deren Bildungslaufbahn mit der ihrer Brüder vergleichen. (also unter 100% gleichen Herkunfts- und Umweltbedingungen) Im Durchschnitt (!) sind diese Mädchen nämlich, wo die Eltern sie fördern, sehr ehrgeizig und haben höhere Schul- und Studienabschlüsse. Im Studium wählen sie überdurchschnittlich oft "harte" Fächer wie Ingenieurswissenschaften und im Beruf machen sie schnell Karriere. Netzwerke wie XING sind voll von ihnen. Es ist also nicht so, dass es in Deutschland keine Bildungschancen gäbe. (ohne zu bestreiten, dass vieles noch verbessert werden könnte)
Was sagt dieser Armutsbericht in seiner Limitation? Was die Zahlen allein betrifft, so sagen diese nur recht wenig ohne ergänzende Betrachtungen. In der Diskussion hat sich bisher ein Schwerpunkt gebildet, der sich um Sinn und Unsinn von Umverteilung von Steuergeldern durch den Staat dreht. Da allein jedoch schon die Erhebung der Steuersummen, die jeder einzelne dem Staat entrichten muß, in Deutschland von Absurdität und Ungerechtigkeit geprägt ist, ist schon dort der wichtigste Ansatz zu einer Änderung der Situation zu suchen. Wir haben viel Staat, das heißt der Staat nimmt viel von den Steuerzahlern. Wir haben auch wenig Staat, d. h. er leistet wenig, trotz oder wegen riesigem Verwaltungsapparat. Wäre der Staat ein Angestellter, würde er bald entlassen werden. Auf der Ausgabenseite (Subventionspannen, Unterstützung für China, "Reparaturen" für eigene Fehler aus der Vergangenheit, uswusw.) sieht es nicht viel besser aus. Armut existiert, auch in der Kommunikation zwischen den Lagern. Wer allerdings glaubt, daß Konzerne, Lobbies oder auch einzelne Gierige irgendwann einsehen werden, daß sie so nicht weitermachen sollten, ist auf dem Holzweg und dort ist der Staat eben gefordert.
Wo gibt es denn in Deutschland eine Kultur des Aufstiegs? Nirgendwo auf der Welt - so sagen es z. B. die PISA-Studie und der Bericht des UN-Bildungsbeauftragen - ist der schulische Erfolg und damit auch die frühen Weichenstellungen im Leben in Bezug auf Bildung so abhängig vom Vermögen und dem sozialen Status der Eltern. Oder kann sich jemand vorstellen, dass ein Kind, geboren aus einer Verbindung zwischen einer Deutschen und einem ausländischen Gaststudenten, von der alleinerziehenden Mutter großgezogen, klug, begabt, dass ein solches Kind einmal Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin wird? Man kann über die USA sagen, was man will, aber Senator Barack Obama hat eine solche Lebensgeschichte. In Deutschland dagegen zielt man auf eine Klassengesellschaft ab. Schuster, bleib bei deinen Leisten, so ist das Motto in Deutschland. Die Reichen und Mächtigen schotten sich ab. Es soll die da oben und die da unten geben. Noch ein Beispiel: Man möge sich doch nur einmal die Biographien der Vorstandsvorsitzenden der DAX-Konzerne ansehen. Gibt es da mehr als einen, der aus einem Arbeiterhaushalt kommt? In Deutschland gilt: reich = klug, arm = dumm. Wo soll es da eine Kultur des Aufstiegs geben?
Was momentan läuft, ist meines Erachtens eine sich verstärkende Abwärtsspirale. Durch erhebliche Personalreduzierungen, häufig von Großunternehmen, wird seit Jahren ein volkswirtschaftlicher Flurschaden angerichtet, der eben die Mittelschicht - bisher regelmäßig hochgestufte Angestellte- systematisch vernichtet. Umverteilung macht - in Maßen - Sinn, solange wir uns das durch die derzeit noch Besserverdienenden leisten können, um schwere Arbeitskämpfe zu verhindern. Neues Denken fände ich insofern interessant, daß zum Beispiel Verzicht auf Einkommen Gewinn an Lebensqualität bedeuten kann. Will sagen: warum nicht z.B. einen Platz im Controlling durch 2 Teilen (Job-sharing). So haben beide mehr Zeit zum Leben, allerdings bei weniger Geld. Und hin zu weniger Entertainment und mehr echtes Leben (Gespräche, Kinder aufwachsen sehen statt wegorganisieren etc.). Letzteres gilt natürlich nicht für die jetzt schon "Armen". Die müssen das sowieso. Macht aber einen Unterschied, ob man muß oder man entschleunigen will. Wohl dem, der die Chance sehen kann, die darin liegt.
Auch wenn die Wirtschaft mancher sog. Schwellenländer unter dem Einfluss des transnationalen Kapitals zu wachsen scheint, verarmen die Massen in den Länder Asien, Afrikas und Lateinamerikas (3.Welt) nach wie vor und verstärkt und dies absolut. Die Verarmung unseres sog. Mittelstandes (ein schwammiger Begriff) ist demgegenüber relativ. Es findet ein internationaler Klassen- und Konkurrenzkampf statt, der gewährleistet, dass die 3. Welt der Verlierer bleibt. Selbst ein mittelständisches Unternehmen im Westen kann da, auch dank der starken Währung, im Einkauf bestens konkurrieren. Nur ein Beispiel: Wenn der Reis hier um 50 % teurer geworden ist, ist er weltweit dies um 100 % und in manchen Ländern um 300 %. Aber auch hier findet eine Verarmung und vor allem Prekarisierung nicht einfach im Mittelstand statt, sondern vor allem in den unteren Schichten des Proletariats. Diese Klasse verarmt (gemessen an unseren Verhältnissen) auch absolut. Und doch gibt es auch dort weiterhin einen gigantischen Unterschied zur Lage der arbeitenden Klassen in der 3. Welt. Der „proletarische Mittelstand“ (die Arbeiteraristokratie) scheint aber zu verschwinden, was die bürgerliche Macht hierzulande nicht gerade stabilisieren wird.
Da dürfte kein Unterschied in der Moral sein. Reich hinterzieht anders als Arm. Man genehmigt sich/Familie ein Gehalt von der eigenen Firma, jongliert mit Auslandsumsätzen, hat mehrere Firmen, von denen die, die die Arbeiter und Angestellten beschäftigt, immer klamm ist, Spesen, Reisen, Auto, uws. usw. "Arm" bezieht Leistungen, geht schwarz arbeiten, verheimlicht anderweitige Einkünfte, drückt sich geschickt vor Zahlungen, versäuft, verkonsumiert oder verspielt das Kindergeld und schickt die Kinder zur „Tafel“. Es gibt sogar Reiche, die sich so arm rechnen, dass sie Sozialleistungen beziehen. Es gibt natürlich auch Reiche, die korrekt Steuern bezahlen und Arme, die wirklich bedürftig sind. Aber viele haben die neue Bauernregel, viel Jammern bringt viel Zuschüsse, auch wenn man sie gar nicht bräuchte, verinnerlicht. Ursache ist der Fehlglaube, alles irgendwie regeln zu können und dass alle Menschen im Grunde ehrlich sind. Wer soll denn so allwissend sein, dass er alles richtig regeln kann, das kann man/Verwaltung/Justiz nicht. Der Staat wird nur dann gut funktionieren, wenn er einfache Regeln hat und die streng durchgesetzt werden. Dann ist auch wieder gegenseitiges Vertrauen da. Alles andere sind Illusionen.
Da hier immer noch Menschen behaupten, es gäbe keine Armut in Deutschland, lade ich all diese mal zu uns nach Berlin ein. Und wir machen eine "Stadtrundfahrt" der anderen Art z.B. zu den div. Suppenküchen (werden von Jahr zu Jahr mehr) , den Ausgabestellen der "Tafeln" (werden auch immer mehr) und zur "Arche" nach Hellersdorf (Günter Jauch unterstützt übrigens einen Ableger der "Arche" in Potsdam) ... vielleicht gehen sie dann danach mit anderen Augen durch dieses Land !? P.S. statt Berlin, kann es auch München, Hamburg, Leipzig, Dresden, Stuttgart, Bremen usw. sein !
Der Sozialstaat wirkt- mehr gibt es dazu eigentlich gar nicht zu sagen! Damit ist auch seine Notwendigkeit bewiesen. Was die schrumpfende Mittelschicht betrifft: Ich gehe davon aus, dass sich dieses Phänomen in praktisch allen frühindustrialisierten Nationen fortsetzen wird- schliesslich leben wir in einem Zeitalter, in dem sich das ökonomische Schwergewicht nach Asien verlagert- verschiedene Exponenten aus Wirtschaft und Politik haben bereits in den Neunzigerjahren keinen Hehl daraus gemacht, dass dabei voraussichtlich die Mittelschicht unter Druck geraten wird. In der Folge steigt natürlich auch die Zahl der sozial Benachteiligten oder der sog. "Abgehängten" an, das sollte eigentlich langsam wirklich niemanden mehr erstaunen. "Verbesserungen werden in der Regel um den Preis sozialer Umschichtungen erkauft", hat dazu schon der ungarische Wirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftstheoretiker Karl Polanyi (The Great Transformation) bemerkt- eine insgesamt bedrohliche Entwicklung also, die sich aber leider kaum mehr vermeiden lässt. Eine der wichtigsten Fragen der Zukunft muss deshalb lauten WIE man im Westen in Zukunft mit diesem Wandel (sozialpolitisch) umgehen will.
Umverteilung ist typisch fuer die Linken. Die Deutschen muessen lernen sich am eigenen Schopf aus dem " Sumpf " zu ziehen. Dazu gehoert : Gute Ausbildung ( hier haben Staat und Wirtschaft in der Vergangenheit schlimm gesuendigt ), Staatliche Hilfe an Kinder und Familien mit Kindern ( mehr und besser qualifizierte Lehrer, Kita - Plaetze etc. ) Arbeitsplaetze und Motivation sie anzunehmen, Mentalitaetsaenderung bei Sozialleistungsempfaengern von Generation zu Generation, Beendigung von Neiddiskussionen und Weckung von Begehrlichkeiten durch Gewerkschaften und Politik. Freundliche Gruesse an alle die es angeht.
Die Menschen verstehen die Ursache der Misere noch nicht. Hauptursache für Armut ist und bleibt die Massenarbeitslosigkeit. Wer arbeitslos wird und keinen neuen Job findet, weil die sozialistischen Regierungsparteien durch horrende Steuern, Lohnnebenkosten und abstruse Bürokratie alle Unternehmen aus dem Land oder in die Pleite getrieben haben, ist arm und wird arm bleiben. Ein Vermögenspolster konnte er ja nicht aufbauen, von dem bißchen Nettogehalt, das man ihm gelassen hat. Demnächst werden Inflation und Abgeltungssteuer ihm völlig den garaus machen. Die sogenannte Wirtschaftsförderung ist auch völlig überflüssig: Wer tatsächlich die Wirtschaft fördern wollte, würde die Unternehmenssteuern senken. Der Staat ist ein Blutsauger, der seine Opfer auch noch überzeugt hat, jeder Euro, den sie verdienen, gehöre eigentlich ihm, und jeder Euro, den sie behalten dürfen, sei noch ein Geschenk. All das wird durch sinnlose Schlagworte wie »soziale Gerechtigkeit« versüßt, die nur vernebeln sollen, daß all die Billionen, die der Staat einkassiert, um sie für den Sozialstaat auszugeben, nicht Armut vermeiden, sondern gerade erst verursachen. Solange das niemand begreift, wird es immer weiter bergab gehen. 1-2% »Wachstum« ändern daran nichts.