Begrenzung der Managergehälter

SPD will Taten sehen

Hier anscheinend noch im Gleichklang: Merkel und Beck im September bei bei der Eröffnung des Neubaus des Arp-Museums Rolandseck

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08. Dezember 2007 Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) drängt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), gegen zu hohe Managerbezüge vorzugehen. Scholz machte klar, dass seine Partei Neuregelungen bei den Managergehältern befürworte: „Die Bundeskanzlerin kann sich, wenn es um Gesetze zu Vorstandsgehältern geht, auf die SPD verlassen“, sagte Scholz in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Der Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher hat hohe Antrittsgelder und Abfindungen für Manager ohne Gegenleistung ebenfalls verurteilt. Damit werde „nicht Erfolg belohnt, sondern Misserfolg bezahlt“, sagte Löscher in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung. Dies seien Exzesse.“Manager dürfen die Bodenhaftung nicht verlieren“, forderte er.

Beck: „Das darf nicht ausarten“

Scholz: Die Kanzlerin kann sich auf die SPD verlassen

Scholz: Die Kanzlerin kann sich auf die SPD verlassen

Auch SPD-Chef Kurt Beck hat sich gegen zu hohe Manager-Bezüge und Millionen-Abfindungen ausgesprochen. Manager hätten ein Recht auf anständige Bezahlung, aber das dürfe nicht ausarten, sagte Beck der „Bild“-Zeitung. „Für bedenklich halte ich vor allem die undurchsichtigen Bonus- und Aktienpakete, die mittlerweile oft Bestandteil der Bezahlung geworden sind“, fügte Beck hinzu. Das berge die Gefahr, dass die Vorstände nur noch die Kurse im Auge hätten, um die eigenen Aktienoptionen möglichst gewinnbringend in Bargeld umwandeln zu können.

Deutliche Kritik übte der SPD-Chef an den hohen Abfindungen der Manager. Wenn sie selbst bei einer Riesenpleite noch mit Millionen-Abfindungen nach Hause geschickt würden, könne er den Zorn der Leute verstehen - zumal die Arbeitnehmer oft auch noch die Zeche zahlten.“ Wir prüfen derzeit in einer Arbeitsgruppe, welche gesetzlichen Möglichkeiten bestehen, dies zu unterbinden“, kündigte Beck an.

Scholz zweifelt an Merkel

Scholz äußerte im Gespräch mit der F.A.S. Zweifel, ob Frau Merkel sich in ihrer eigenen Partei werde durchsetzen können: „Ob die CDU-Vorsitzende dann die Kanzlerin unterstützen wird, das werden wir ja sehen.“ Mit Blick auf Merkels Kritik an zu hohen Managerbezügen auf dem CDU-Parteitag sagte der Minister: „Man sollte solche Ankündigungen nur machen, wenn man auch bereit ist, Konsequenzen zu tragen.“ Er forderte mehr Transparenz bei den Gehältern der Vorstände: „Die heimlichen Gehalts- und Einkommensbestandteile, die sich in manchem Vertrag wiederfinden, gehören schon der Aktionäre wegen ans Tageslicht. Sie müssen wissen, was ihre aktiven und pensionierten Vorstandsmitglieder kosten.“

Der Arbeitsminister schlägt vor, sich an amerikanischen Regeln zu orientieren. „Da lassen sich die Managergehälter nur in begrenztem Umfang vom steuerlichen Gewinn des Unternehmens abziehen“, sagte Scholz der F.A.S.

Das vollständige Gespräch mit Arbeitsminister Olaf Scholz lesen Sie in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 9. Dezember 2007.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, dpa

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