Die Bierdeckel-Steuer hat zwar ein anderer erfunden, aber die FDP lässt sich davon nicht beirren

Drei Parteien, drei Konzepte

Der Wettlauf der Steuerreformer

Die FDP hat auf ihrem Parteitag in München ein Steuerkonzept beschlossen, das radikal mit dem bisherigen Steuersystem bricht. Künftig soll es danach nur noch drei Steuersätze geben. Carsten Germis hat dieses Modell getestet - ebenso wie die Pläne der anderen Parteien.

Lesermeinungen zum Beitrag

02. Juni 2008 16:07

Ich sitze gerade an meiner Steuererklärung...

Marko Hrbat (Hrbat)

ich hatte in 2006 einen Verlust von 16.000 EUR, in 2007 kommen ich aufgrund diverser Werbungskosten auf Einkünfte von 16.000 EUR und ein zu versteuerendes Einkommen von 7.000 EUR (keine Steuern). Eine Hinterlassenschaft von saarländischen Springbrunnen-Oskar (dem zweiten SED-Vorsitzenden aus dem Saarland!) zwingt mich dazu meinen Verlustvortrag bereits in 2007 völlig auszuschöpfen ="verpulvern"- vor Sonderausgaben etc. Übrigens, das Gesetz hieß damals SteuerENTLASTUNGSgesetz. Ja, mit den Steuern wurde der Staats entlastet und der Brüger belastet. Ich persönlich wurde sogar weiter gehen: Jeder Deutsche (oder lange in D lebende Ausländer) sollte Bürgergeld in Höhe von 800 EUR beziehen können. Kinder je nach Alter weniger. Eigene Einnahmen sollen (bis zu 2000 EUR) nur anteilig angerechnet werden, damit sich arbeiten gehen lohnt! Angesichts der hohen Verbrauchssteuern (MWSt, MineralölSt etc.) sollte letztlich jeder Mensch einen monatlichen Freibetrag von 1500 EUR bekommen, bevor er real belastet wird. Eine vierköpfige Familie hätte dann - je nach Alter der Kinder - zwischen 36.000 und 72.000 EUR steuerfrei. Das wäre gleichzeitig eine Stärkung der Unter- und Mittelschicht gegenüber den Reichen. googlen: Bürgergeld.

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02. Juni 2008 11:25

Schade, liebe FDP

Marvin Parsons (mapar)

Das FDP-Konzept ist das einzig sinnvolle der drei und das einzige, das den Begriff Reform verdient, wie hier schon mehrere schrieben. Also FDP wählen und alles wird gut? Leider nicht. Nicht nur, daß die FDP bei Dingen wie dem Schutz ungeborenen Lebens eine ausgesprochen zynische Haltung einnimmt, auch ihre wirtschaftspoltischen Ideen halten nur bis zur nächsten Möglichkeit, durch eine Koalition mit wem auch immer an die Regierung zu kommen. Die etwas älteren erinnern sich noch an die "sozialliberale" Koalition der 70er, die rücksichtslos Schulden anhäufte, gesetzliche und steuerliche Drangsalierungen am Fließband produzierte und die das leistungsfeindliche Umverteilungkarussel in Gang setzte, das wir heute beklagen, alles unter williger Mitarbeit der FDP. Dann 16 Jahre Regierung mit der CDU, wo blieb denn da die echte Steuerreform? Wer dennoch der FDP noch eine Chance geben möchte, wird sich das eventuell nach dem Auftritt gewisser Parteigranden, darunter eine Bundesministerin a.D., nochmal reiflich überlegen. Peinlichkeit ist kein Zeichen von Kompetenz, nicht mal von liberaler Überzeugung.

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02. Juni 2008 10:01

Wettbewerb ?

Markus Teuber (arathorn)

Außer bei der FDP gibt es keinen Steuer-Reform-Wettbewerb! Bei keiner der anderen Parteien liest man etwas über die "Große Steuerreform" -welche nun schon seit fast 20 Jahren angesagt wäre! Denn Steuerreform hieße ja,nicht nur an den Sätzen zu drehen,sondern endlich das gesamte Haus zu ENTRÜMPELN ! Würde man dies endlich tun,hätten ALLE etwas davon - außer natürlich den Steuerberatern. Aber es steht zu befürchten,daß die (nein,nicht "Großen") kleingeistigen "Drei" (SPD-Linke und Grüne) unter "Steuerreform" nichts anderes verstehen (wollen),als die Sätze für die Leistungsträger zu erhöhen . Meine Damen und Herren von Links: Kapital- und Menschen-Flucht gab es in Deutschland schon einmal.Von Ost nach West,falls Sie das vergessen wollten ! Nur diesmal werden die,die gehen und ihr (!) Hab und Gut mitnehmen werden,nicht mehr zurückkehren oder das dann bankrotte Deutschland von einem anderen Land aus wiederaufbauen!

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01. Juni 2008 17:16

Gerade nicht für die Großen

Rüdiger Silberer (R.G.Silberer)

Leider hat der Kommentator das Steuerkonzept der FDP nicht verstanden. Ich empfehle ihm es noch einmal zu lesen, vielleicht klappt es beim dann besser. Das einfachere Konzept ist schon deshalb viel gerechter, weil es nicht mehr die bevorzugt, die sich teure Berater leisten können. Außerdem profitieren davon am meisten die kleinen und mittleren Einkommen, vor allen Dingen die Familien mit Kindern.

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01. Juni 2008 16:31

Das Modell der FDP ist das beste

Marko Hrbat (Hrbat)

Wenn allein dieser Satz aus dem Artikel stimmt >>muss eine Familie mit zwei Kindern künftig erst Steuern zahlen, wenn sie mehr als 40.700 Euro im Jahr verdient.<< dann ist die FDP die Partei derjenigen, die es besser verdient hätten als sie tatsächlich haben! 40.700 EUR steuerfrei! Wer beispielsweise gar nicht arbeitet, aber Zinsen bekommt, wäre bei 4% p.a. Zinsen bis zu einem Vermögen von 200 TEUR steuerfrei. HEUTE muss ein "Kleiner" aber schon ab einem Vermögen von 30.000 EUR Zinsabschlag bzw. ab 2009 Abschlagssteuer berappen! Und dass, obwohl doch die ach so sozialen und christlichen regieren!!! Der Artikel erinnert stark an den einen Jungen, der seine Mutter nach einem Wettrennen mit seinem Bruder erzählt: "Ich wurde zweiter, mein Bruder vorletzter..." Das Modell der FDP ist das beste - für alle (Große, Kleine, Mittlere), weil es MUDA, MURI und MURA (kaizen) abschafft.

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01. Juni 2008 15:54

Steuerkonzepte

Lutz Helmer (Armerwilli)

Der Vorschlag der FDP ist der simpelste, relativ ausgewogen und einfach umzusetzen. Daher halte ich ihn für den Besten von den Dreien. Tatsächlich jedoch gehört die Zukunft dem Bürgergeld mit einem darauf angepassten Überbau, dem Steuerrecht - einfach und durchschaubar, bitte!

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01. Juni 2008 15:30

FDP nur für die Großen - unsinn

Martin Eimer (MartinE5)

Es ist lächerlich zu behaupten, dass die FDP nur für die Großen die Steuern senk. Es ist die Mittelschicht die größtenteils entlastet wird. Hier ein kleines Bsp: 1961 musste man den Spitzensteuersatz zahlen, wenn man das 17-Fache des Durchschnittslohns verdient hat. Heute zahlt man den Spitzensteuersatz wenn man das 1,5-Fache des Durchschnittslohns verdient. Das heißt: Die Mittelschicht wird immer stärker belastet und wenn es keine Mittelschicht mehr gibt spaltet sich die Gesellschaft nur noch in REICH und ARM. Das passiert mit einem Steuermodell, bei dem nur die Reichen belastet werden (SPD) Es ist außerdem schwachsinn zu behaupten, dass die FDP nur für die Großen steht, da die kleinen genauso entlastet werden wie alle anderen.

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01. Juni 2008 15:13

Nur die FDP kann die schwarzen und die roten Sozialisten stoppen

joachim bovier (jbovier)

Wenn die schwarz-sozialistische Kanzlerin des 3%-"Merkelsteuer"-Aufschlag bei der Mehrwertsteuer und 19 weiterer Steuerehöhungen in den vergangenen 2 1/2 Jahren nicht umgehend ihren Widerstand gegen Steuersenkungen aufgibt, sondern lieber weiter mit dem rot-sozialistischen Finanzminister die Leistungsträger dieses Staates abkassiert, wird die CDU bei der Bundestagswahl ein Waterloo erleben. Es ist eine Mär, dem Staat fehle Geld. Er schwimmt geradezu darin! Also anfangen mit dem Sparen und nicht immer weiter, immer mehr Geld in irgendwelchen neu erfundenen Sozialtöpfen vernichten oder gleich großmannssüchtig in Milliardensummen für eigenen Propagandazwecke nach überall in der Welt hin verschleudern. Die CSU hat das erkannt, wollen wir hoffen, dass sie und die CDU Abgeordneten, denen auch 2009 an einer Wiederwahl liegt, dem FDP Konzept als Bundestagsantrag zustimmen. Jetzt heissts Nagelprobe, wie ernst die Parteien jeweils den Steuerzahler als Wahlbürger nehmen.

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01. Juni 2008 14:08

FAZ - Die Zeitung für Besserverdienende

Ron Krickhahn (ageispolis)

"Eine Krankenschwester, die monatlich 2.500 Euro verdient, würde dann rund zehn Prozent weniger zahlen." Mal ein wertfreier Beitrag aus der Realität: Meine Mutter ist Krankenschwester in M-V und verdient 1.300 Euro brutto. Ich bin Sozialwissenschaftler mit Uni-Abschluss, in der Wirtschaft tätitg, ebenfalls in M-V, und verdiene weniger als 2.500 Euro brutto. Nach Maßstäben der - von mir sehr geschätzten - FAZ bin ich zwar hochqualifiziert, aber nicht besserverdienend. Sollten Krankenschwestern in Hessen wirklich "so viel" Geld verdienen, erwäge ich eine Umschulungsmaßnahme. MfG

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01. Juni 2008 13:49

Was für ein Wettlauf?

Sebastian Olbrich (Basti1976)

Sorry, aber das einzige echte Alternativprogramm das ansatzweise die Bezeichnung "Reform" verdient ist der Vorschlag der FDP, der - in abgemildeter Form - die Ansätze von Paul Kirchhoff aufnimmt. Die Programme der Union und der SPD sind kosmetische Korrekturen am bestehenden Steuersystem und unterscheiden sich allenfalls im Detail. Daraus einen Wahlkampf, einen Wettkampf oder gar eine Diskussion zu machen ist lächerlich und polulistischer Parteien-Nonsens. Ich behaupte mal, ob die SPD die Reichensteur erhöht und die Arbeitslosenversicherun 0.5% senkt oder die CSU den Spitzensteuersatz von 52T auf 60T€ erhöht, ist in der Auswirkung kaum nachzuvollziehen und beeinflusst kaum einen Wähler bei der Entscheidung. Allenfalls führt diese mangelnde Unterscheidbarkeit der beiden Volksparteien zu noch mehr Verdruss.

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01. Juni 2008 13:13

sachlich falsche Unterüberschrift

Lars Vollmar (griessn)

Es erstaunt mich, dass die sonst für seriöse Berichterstattung bekannte FAZ wenig Sorgfalt bei der Wahl der Unterüberschriften walten lassen hat. Über das Steuerkonzept der FDP heißt es im Text zwar: "Mehr netto in der Tasche haben aber auch Menschen mit geringen Einkommen, weil sie nur zehn statt 15 Prozent Steuer zahlen." Dennoch wurde als Unterüberschrift "FDP: Für die Großen" gewählt. Damit bedient die FAZ - journalistisch höchst fragwürdig - gegen die Fakten das Klischee der Partei der Besserverdienenden.

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