Schienenverkehr

Bahn dementiert Stellenabbau

Die Bahn sieht die Beschäftigung durch Vereinbarungen mittelfristig gesichert

Die Bahn sieht die Beschäftigung durch Vereinbarungen mittelfristig gesichert

08. Dezember 2006 Die Deutsche Bahn hat Spekulationen über einen Abbau von rund 10.000 Stellen zurückgewiesen. Davon könne überhaupt keine Rede sein, erklärte Personalvorstand Margret Suckale am Freitag in Berlin.

In der Mittelfristplanung von 2007 bis 2011 werde die Zahl von rund 230.000 Beschäftigten „nahezu gleich bleiben“. Bis mindestens 2010 sei die Beschäftigung im Konzern gesichert. Spekulationen über betriebsbedingte Kündigungen entbehrten jeder Grundlage.

Lokführer gesucht

In einigen Geschäftsfeldern würden jedoch Arbeitsplätze nicht wieder besetzt, die durch natürliche Fluktuation frei würden. Die DB AG werde auch weiter, wie in den vergangenen Jahren „durch den internen Arbeitsmarkt des Konzerns Beschäftigung sichern“, sagte Suckale. Zurzeit suche das Unternehmen „aufgrund der guten Entwicklung des Schienenverkehrs beispielsweise rund 300 Lokführer bundesweit“.

Ebenfalls als unzutreffend bezeichnete die Bahn Meldungen über angeblich sinkende Gewinne im Planungszeitraum bis 2011. Die Planung, die am Freitag dem Aufsichtsrat vorgelegt worden sei, bestätige in allen Punkten die seit langem formulierten wirtschaftlichen Ziele.

Bahn sieht sich bei Umsatz und Gewinn auf dem richtigen Weg

Die angestrebte Verzinsung des eingesetzten Kapitals und eine angemessene Relation zwischen Eigenkapital und Schulden würden wie geplant 2008 erreicht.

In den ersten zehn Monaten dieses Jahres erhöhte sich der Umsatz der Bahn im Jahresvergleich um knapp 4 Milliarden Euro auf 24,6 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg um 730 Millionen auf 1,7 Milliarden Euro an, wie die Bahn weiter mitteilte.

Agentur berichtet über Stellenstreichungen

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte gemeldet, daß die Bahn innerhalb der nächsten fünf Jahre in Deutschland gut 10.000 Stellen streichen wolle. Dies betreffe vor allem den Personen- und Schienengüterverkehr sowie die Netz-Tochter. In allen drei Sparten, so die Agentur, sollen bis 2011 rund 12.500 Stellen wegfallen. Reuters berief sich auf Konzern-Unterlagen, die der Agentur vorlägen.

Weiter meldete Reuters, daß die internationale Logistik der Tochter Schenker (Lkw, Schiff, Flugzeug) massiv ausgebaut werde: Insgesamt 12.200 neue Stellen solle es dort geben. „Die größten Veränderungen (Personalaufbau) ergeben sich planerisch in den Regionen Asien/Pazifik, Osteuropa, Zentraleuropa und Westeuropa“, heiße es in den Unterlagen. In Deutschland sollen davon aber nur rund 2000 Stellen entstehen, habe es in Kreisen des Konzern geheißen. 1200 Arbeitsplätze mehr als geplant habe es den Unterlagen zufolge bereits in diesem Jahr gegeben, ein großer Teil davon in den Vereinigten Staaten.

Die Bahn hat derzeit weltweit rund 230.000 Mitarbeiter, davon rund 183.000 in Deutschland. Während sich die Gesamtzahl der Mitarbeiter durch die neuen Logistik-Stellen bis 2011 praktisch nicht verändert, werden es aber in Deutschland deutlich weniger.

Text: FAZ.NET mit Material von Dow Jones und Reuters
Bildmaterial: AP

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