Etwas mehr unternehmerischen Wagemut wäre deutschen Unternehmen dringend angeraten, da stimme ich Herrn Meissner gerne zu.
Zu den Subventionen: seit Jahrzehnten werden in unserem Land für die unsinnigsten Dinge Milliardenbeträge verteilt, oft genug an Industriezweige ohne Zukunft. Bestes Beispiel: seit Jahrzehnten werden pro Jahr ca. 4 Milliarden Euro in sterbenden Zechen verbuddelt, letztlich nur weil die SPD sich damit ihre Mehrheit im Landtag von Nordrhein-Westfalen erkauft hatte. Und lange bevor diese Verschwendung zu Ende gehen wird (frühestens 2014, noch 28 Milliarden Euro mehr!), wird Strom aus Wind- und Sonnenenergie jährlich mit 5 Milliarden Euro bezuschußt, obwohl deren Anteil an der Stromerzeugung bis heute marginal ist. Dieser Betrag wird in den nächsten Jahren dramatisch ansteigen; für 2010 werden allein für Solarstrom 5 Milliarden Euro Zuschuß erwartet. Angesichts dieser Zahlen ist eine Anschubfinanzierung für den Transrapid im Gegenwert von 6 Monaten Kohle- oder Sonnenenergie- Subvention nur wirklich nicht zuviel verlangt. Das wäre endlich mal eine Investition in eine echte Zukunftstechnologie!
Autos wurden u.a. deswegen für (fast) jeden erschwinglich, weil mittlerweile bei der Produktion von zig Mio Fahrzeugen eine ungeheure Erfahrung mit dieser Technik gemacht wurd. Dasselbe gilt für Flugzeuge und überhaupt jedes einzelne technische Produkt. Betriebserfahrung führt zu Kostensenkungen.
Der Transrapid macht technisch eindeutig Sinn, weil er auf Entfernungen bis 1000km dem Flugzeug überlegen ist.
Transrapid: 500km/h, Fzg:1000km/h.
Einchecken TR: 30 Sekunden, Fzg: 2h.
Transporzeiten zu Start und Ziel: TR kommt in den Innenstädten am Bahnhof an. Flughäfen liegen irgendwo, nur nicht in der Innenstadt.
Wahrscheinlich ist die Verbindung zum Münchner Flughafen viel zu kurz, um die Stärken des TR auszuspielen. Sie ist aber trotzdem nötig, weil unsere umweltbeseelte deutsche Ich-bin-dagegen-Kultur alle längeren Strecken verhindert hat. Technisch ausgereifter und billiger in Herstellung und Betrieb wird er aber erst, sobald es eine echte Betriebsstrecke gibt.
Falls wir das Ding nicht endlich in München bauen, dann werden wir in 10 oder 20 Jahren für sicherlich sinnvolle Verbindungen wie Hamburg-Berlin-Warschau die Technik aus China importieren.
" Oft genug wurden bahnbrechende Erfindungen in Deutschland gemacht, aber bei der erfolgreichen wirtschaftlichen Nutzung hatten andere Länder die Nase vorn. So wird es wohl auch mit dem Transrapid kommen "
Das deutsche Unternehmen fortschrittliche Produkte oftmals nicht, oder zu spät auf den Markt bringen, liegt zum größeren Teil an der mangelnden Risikobereitschaft der Unternehmsleitungen.
Die Entwicklungskosten für den Transrapid wurden überwiegend aus Steuermitteln bezahlt, wenn es dann an die Verwirklichung geht, wollen die beteiligten Firmen die Steuerzahler erneut ausnehmen wie eine Weihnachtsgans.
Wetten das es die beteiligten Unternehmen schaffen werden den vereinbarten Kostenrahmen zu sprengen. Wenn Siemens & Co. nach vollendetem Bau der halben Strecke sagen " mehr Geld her oder nix geht mehr ", dann bremst auch kein Beckstein, die Blamage tut er sich dann sicher nicht an, zumal die meiste Kohle ja mal wieder vom Bund kommt. Der Vertrag ist für Siemens und Konsorten eine Lizenz zur Plünderung der Staatskasse. :-))
Der Transrapid wird gebaut. Die Deutschen gehen demonstrieren. Am Ende wird alles gut.
Die "Fernverkehrsanbindung" des Münchener Flughafens ist wohl das absurdeste Argument überhaupt. München als irgendwie zeitgemäß an andere Großstädte mit Ausnahme von Nürnberg "angebunden" zu bezeichnen, ist schon eine waghalsige Behauptung.
Beispielsweise trödelt aktuell der schnellste ICE nach Stuttgart mit rasanten 100 km/h (in 2:22 h) vor sich hin. Nach Frankfurt sind es 3 Stunden. Wer soll da an den Flughafen angebunden werden? Die aktuelle Fahrzeit vom Hauptbahnhof mit der (ständig haltenden) S-Bahn beträgt wie mit dem Shuttle-Bus 40 Minuten. Auf wieviel kann man die Fahrzeit durch den Transrapid reduzieren? 20 Minuten? Eine Handvoll Menschen sparen also 20 Minuten, um dann beim Checkin vor sich hin zu trödeln. Diese 20 Minuten könnten sie vermutlich auch schon annähernd sparen, wenn die S-Bahn durchfahren könnte und nicht schlappe 13mal (!) halten (incl. bremsen und beschleunigen) würde.
Wie viel sinnvoller wäre wohl eine Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit des ICE nach Stuttgart? Würde die 220 km-Strecke nach Stuttgart auf nur 1 Stunde verkürzt, wäre das ein echter Gewinn für Millionen von Reisenden und ein echter Gewinn für die Anbindung von München an andere Großstädte.
Der Transrapid zum Flughafen ist unsinnig.
Es besteht kein Zweifel dran, dass das System Magnetschwebebahn für das beabsichtigte Streckenprofil unsinn ist.
Tatsächlich handelt es sich hier einzig und allein um einen Subventionstatbestand, vermengt mit Ressortdenken.
Vielleicht kommt ja auch demnächst einer in der bay. Staatsregierung auf die Idee, Flughafen und Innenstadt mit einer steuerfinanzierten Luftschifflinie zu verbinden. Bayernlifter?
Das hatten wir doch alles schon mal -- ja, auch die eindrucksvollen Demonstrationen, damals, als verbohrte CSU-Politiker den Riesenflughafen im Erdinger Nebelsumpf geplant und dann auch gebaut haben ...
Die Realität gibt ihnen recht und den Unheilspropheten unrecht: Das Volk der Urlaubsflieger hat mit den Füßen abgestimmt.
Und in ein paar Jahren werden auch Sozis und Grüne gerne den schnellen Zug zum Flughafen nehmen. Wetten dass?
Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul !!!
Erinnert mich an die jämmerliche Vorstellung von Berlin nach der Wiedervereinigung bei der Olympia-Bewerbung!
Das jetzige neue Fussballstadion in München wurde ja auch heftigst bekämpft.
..kann man an dem Renovierungsbedarf der zwar erst kürzlich in Dienst gestellten, dafür aber bereits verschlissenen Neubaustrecke Frankfurt-Köln beobachten. Auch hier sind die Herstellungskosten gewaltig, die Instandhaltungskosten mutmaßlich höher als sie bei einem Transrapid-System wären.
München ist nicht die ideale Premiere für einen Transrapid in Deutschland. Auf derart kurzen Strecken, zumal komplett flach, kann er seine bedeutendsten Vorzüge gegenüber den konventionellen Systemen kaum ausspielen: Seine erheblich höhere Steigfähigkeit (damit durchaus konkurrenzfähige Kilometerkosten im bergigen Gelände) und seine erheblich höhere Geschwindigkeit.
Der Mut, ihn ausgerechnet in München realisieren zu wollen, könnte damit ein Bärendienst an dieser famosen Technik sein.
Aber daran, daß man in Deutschland technologisch kleinere Brötchen backen muß, nicht zuletzt dank einer geradzu esoterischen Technikfeindlichkeit der nach Mallorca und Antalya jettenden und in Zukunft möglicherweise mit Tempo 130 dahinzuckelnden Massen, haben und werden wir uns zunehmend gewöhnen müssen: Wir werden - im wahrsten Wortsinn - immer häufiger überholt.
Diese Demonstration wirft ei Schlaglicht auf die Einstellung vieler Zeitgenossen in Deutschland auf moderne Technologien. „Parteien, Naturschutzverbänden und Gewerkschaften“ unterstützen den Kampf gegen das modernste Verkehrsmittel der Welt und sie werden wohl in diesem unseren Land der Fanatiker und Hysteriker den Bau des Transrapid verhindern können. Wie viele dieser Demonstranten gehen wohl einer geregelten Arbeit nach? Der Transrapid wurde von deutschen Ingenieuren mit Milliardenaufwand entwickelt. Schon vor mehr als 10 Jahren hätten die ersten Strecken gebaut werden müssen, womit sich Deutschland als Hochtechnologieland präsentiert hätte. Oft genug wurden bahnbrechende Erfindungen in Deutschland gemacht, aber bei der erfolgreichen wirtschaftlichen Nutzung hatten andere Länder die Nase vorn. So wird es wohl auch mit dem Transrapid kommen. Die erste Strecke ist bekanntlich in Shanghai gebaut worden – eine Fahrt mit diesem futuristischen Schwebezug ist ein Erlebnis! Chinesische Ingenieure sind eifrig dabei, die Technik zu kopieren und in wenigen Jahren wird der Transrapid „made in China“ ein Exportschlager für das Reich der Mitte!
Wäre es so langsam nicht an der Zeit, dieses Verkehrssystem dort einzusetzen wo die Entfernungen bedeutend größer und die bestehenden Streckennetze bedeutend schlechter sind ?
Gute Herausforderungen für das Transrapid-Konsortium wären sicherlich die Schienennetze entlang des Orientexpresses Östlich von Wien oder Budapest.
Oder, entlang der Transibirischen Eisenbahn von Berlin über Moskau nach Peking und Shanghai.
In 20 Stunden sollten die ca 11000km machbar sein. Das wäre ein guter Wettberwerb zum Flugzeug.
Das wäre die Steigerung dessen, was Frankreich bereits vor mehr als 25 Jahren mit dem TGV Hochgeschwindigkeitsnetz in Europa gestartet hat. Der Shinkansen in Japan ist noch älter.
Die Japaner sind mit dem Maglev in 10 Jahren wohl auch mit diversen Strecken am Markt.
......Milliarden für ein Prestigeobjekt? Prestige oblige?
In dieser Situation eine Transrapidstrecke zu ebtablieren, wäre wirtschaftlich und auch ästhetisch ein Flop.
Geltungsbedürfnis steht wohl hier im Vordergrund und am Bürger vorbei, der jetzt zu Recht auf die Strasse geht.
Es gibt einen S-Bahn Verbindung zum F.J.Strauss-Flughafen im Erdinger Moos.
Wenn dieser entsprechend aktualisiert wird, ist das völlig ausreichend.
Warum sollen die Menschen zuerst in die City(Hbf) und dann per Transrapid zum Flughafen fahren.
Der Flughafen sollte zur Verkehrsentlastung von vielen Seiten angefahren werden können.
So kann man, wenn man vom Norden kommt, bereits in M-Pasing in die S-Bahn zum Flughafen einsteigen.
Das reicht.
Der Transrapid/München ist das aktuelle Topprodukt des herrschenden Wachstumzwang-Regimes in Deutschland.
Der Transrapid/München entspringt der gleichen High-Tech-Tyrannenlogik, die in Erlangen, der Siemens- und Radlerstadt, vor rd. 30 Jahren eine sog. H-Bahn-Anlage errichten wollte. Diese H-Bahn war als 200-Mio-DM-High-Tech-Alternative zur Fahrradnutzung gedacht - in einer Stadt, deren Einwohner in einem 3 km-Radius wohnen. Dieser High-Tech-Wahn ist überall dort machtstrukturell verbreitet, wo die Siemens- und IGM-Vorstände stark und einig sind.
Hier zeigt sich die deutsche Machtspitze am Werk. Der operierende Kern des deutschen Wachstumszwang-Regime besteht aus den Siemens- und IGM-Vorständen. Über diese Kapital/Siemens-und-Arbeit/IGM-Clanstruktur herrscht er nicht nur in die CSU-Spitzen hinein, sondern auch in die SPD-Spitzen hinein - und über diese werden dann die demokratischen Gremien unter Druck gesetzt. Bei solchen High-Tech-Wahnprojekten ist der fast-geheime Wachstumzwang-Tyrann (= Rumpelstilzchen) bei der Arbeit zu beobachten.
Wer die Siemens-/IGM-Spitze als das entschleiert, was sie ist, die Spitze des deutschen Wachstumzwang-Regimes, der macht sich um die Menschen in Deutschland verdient.
Da hat Edmund wohl seinem geliebten Nachfolger noch ein dickes Ei ins Nest gelegt. Ein Schelm wer da böses denkt.