Mit Mindestlohn bei Wind und Wetter: Ein Postfahrer auf seiner Lore von Dagebüll zur Hallig Langeness

Nach der Zustimmung des Bundestages

Glos warnt vor Dammbruch beim Mindestlohn

Wirtschaftsminister Glos hält den Mindestlohn für Briefträger für falsch. Aus Sorge vor weiteren Mindestlöhnen will er eine „Brandmauer gegen arbeitsplatzgefährdende Maßnahmen errichten“ und die Zeitarbeit schützen. Die Branche warnt vor Entlassungen. Von Andreas Mihm und Sven Astheimer

Lesermeinungen zum Beitrag

18. Dezember 2007 11:42

Den Schleier etwas lüften

Andreas Seidl (ASeidl)

Hier wird eine ideologische Sozialdebatte geführt und viele Tatsachen einfach ausgeblendet:
1. Großbritanien als Beispiel ist untauglich, da es auf einer Insel liegt, die vom Meer umgeben ist. Wir sind über das Festland leicht zu erreichen.
2. Beispiele wie USA zeigen, daß Mindestlöhne über die Zeit zu Hungerlöhnen werden, da die Industrielobby die Erhöhung wirksam bekämpfen wird.
3. Lohnrunden werden Wahlkampfbestandteil werden. Hier wittert Beck die Chance für die SPD. Vor Wahlen wird versprochen werden, was die Lobby hinterher verhindern wird.
4. Für gewisse Tätigkeiten gibt es gewisse Marktpreise. Eine Mindeslohn festzulegen der höher ist führt zu Arbeitslosigkeit und Tricks den Mindestlohn zu umgehen, mit ausländischen Firmen etc.
5. Besser als ein Mindestlohn wäre Beschäftigungsbarieren wegzuräumen und so die Arbeitslosigkeit abzubauen. Damit eröffnen sich natürliche Entwicklunsmöglichkeiten für die Arbeitnehmer.

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17. Dezember 2007 13:28

Glos ist auf der richtigen Spur.....

wolf haupricht (emilgilels)

.......die Notbehelfe, die in Zeiten deutscher Massenarbeitslosigkeit in Form von Zeit-und Leiharbeit, Minijobbs, Ich-AG und Ein- Euro-Jobs eingeführt wurden, sind heute überflüssig und hindern die Bildung von Vollerwerbsstellen.
Diese Kleinjobs haben sicherlich auch zur heute beklagten geringeren Lohnbildung und fehlender sozialer Absicherung geführt.
Je früher diese Kleinjobs reduziert werden, um so eher werden neue Ganztagsjobs geschaffen.
Es werden immer Länder ohne oder mit geringer Arbeitslosigkeit beim Mindeslohn zum Vergleich heran gezogen. Dieser Vergleich zieht allerdings nicht bei einer Mindestarbeitslosenzahl von 3,5 Mio Menschen. Nicht umsonst wurden deswegen-zur Not- diese Kleinjobs und Zeitarbeitsmaßnahmen geschaffen, um Menschen überhaupt teilweise zu beschäftigen.
Anders gesagt wäre ein Mindestlohn überflüssig, wenn in DE die Arbeitslosenzahl etwa unter einer Million läge und Arbeit dadurch nachgefragt würde.

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17. Dezember 2007 12:55

Sieger und Verlierer

Lars Kuntermann (Leserlein)

Man sollte sich in der Wirtschaftspolitik endlich mal an den Siegern orientieren. z.B. an Schweden. In Schweden gibt es einen Mindestlohn und der Grundsatz "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" ist gesetzlich festgeschrieben. Schweden hat höhere Löhne, eine geringere Verschuldung, mehr Kinder, eine geringere Arbeitslosenquote und ist bei allen Wettbewerbsranking immer in der vordersten Spitzengruppe zu finden.
Aber wenn man sich natürlich unbedingt bei den Verlierern seine Konzepte suchten möchte...

Seltsam, wir haben in der Hauptsache witschaftliche Probleme aber im Wirtschaftsressort keine Fachpolitiker, die sich mit Wirtschaft auskennen, oder eine entsprechende Ausbildung vorweisen können. War Glos nicht auch einer von diesen Elite-Ausbildungs-Apologeten...
Jedes Unternehmen (mit 10.00 - 500.000 Mitarbeitern) sollte durch bestausgebildete Manager angeleitet werden. Aber für Deutschlands 82 Millionen Einwohner ist das natürlich nicht erforderlich?
(aber Glos und Kollegen selbst benötigen - wahrscheinlich ausnahmsweise - noch nicht einmal eine Ausbildung, um bei ALLEM mitreden zu können. Ausnahmepolitiker eben..)

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17. Dezember 2007 12:42

Die einzigen "Gewinner" bei der Zeitarbeit

Alexander Weingärtner (moriv)

... sind doch die Zeitarbeitsfirmen selbst. Diese Firmen sind nichts anderes wie moderne Sklavenhändler die die Notsituation der Menschen ausnutzen und sogar noch staatlich gefördert werden.

Rechenbeispiel:
Ein Unternehmen zahlt seinem Stammpersonal 20€ die Stunde brutto zzgl. Sozialleistungen und benötigt Zeitarbeiter um Lücken zu schließen. Diese Zeitarbeiter kosten das Unternehmen ebenfalls 20€ die Stunde OHNE Sozialleistungen, welche Sie an die Zeitarbeitsfirmen für die Arbeitskräfte bezahlen. Und die Arbeitskraft selbst bekommt davon nur 10€ die Stunde.

Wer macht also den dicken Reibach? 1. Die Unternehmen die dadurch Sozialabgaben sparen und 2. Die Zeitarbeitsfirmen die 50% des gezahlten Lohns einbehalten. Wer ist der Verlierer? 1. Die Arbeitskräfte der Zeitarbeitsfirmen und 2. Das deutsche Sozialsystem.

Das ist der Grund warum in den letzten Jahren Zeitarbeitsfirmen wie Pilze aus dem Boden geschossen sind.
Und das ganze wird natürlich auch noch staatlich gefördert!

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17. Dezember 2007 12:10

Warum noch Gewerkschaften?

Harry Hain (zx10)

Wenn der Staat hier wesentliche Interessen der Gewerkschaften gesetzlich regelt, müssen sich die Gewerkschaften nicht über einen weiteren Mitgleiderschwund wundern. Statt ihrer Arbeit nachzukommen, geben die Gewerkschaften einen wichtigen Grund ihrer Existenzberechtigung preis. Dieser Dammbruch bei der Post wird auch für die Gewerkschaften teuer werden. Und das alles nur, um die Post vor unliebsamer Konkurrenz zu schützen. Welche Abgeordnete sind im Aufsichtsrat der Post? Aber wie sagte schon Bismark: "Wer weiß wie Wurst und Gesetze gemacht werden, kann nachts nicht mehr ruhig schlafen."

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17. Dezember 2007 11:48

Wert der Arbeit

Stefan Sieber (schoener-laufen)

Die ganze Diskussion um Lohn und Mindestlohn wird auf einer theoretischen Ebene geführt, bei der die eigentliche Behandlung des Wertes der Arbeit ausgeblendet wird. In unserer dem Fortschritts- und Konsumwahn verfallenen Wegwerfgesellschaft, mit Rationalisierung der Produktion - alles muss Billiger werden, der Profit muss steigen - werden menschliche und maschinelle Arbeit nicht ausreichend differenziert genug bewertet. Muss doch bei der Debatte um Mindestlöhne nicht auch die Frage gestellt werden, was das Handwerk bzw. die vom Menschen erbrachte Arbeit wert sind. Kann es beispielsweise sein, dass 3,5€ Stundenlohn einer Friseurin, 4€ für einen Briefträger, und die Liste kann man vermutlich ellenlang ausführen, dem handwerklichen Wert der Arbeit in der heutigen Zeit gerecht werden? Und dies spiegelt das absurde Werteverständnis unserer Gesellschaft wider, falls da von Verständnis überhaupt noch die Rede sein kann. Ich bin der Meinung, dass eine umfassende Debatte über die Werte in unserer Gesellschaft längst überfällig ist!

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17. Dezember 2007 11:31

Die Politik darf jetzt keinen Rückzieher machen!

Niklas Bambach (Argusauge)

Herr Glos darf natürlich seine Meinung haben. Andere auch. Aber richtig gefährlich wird es, wenn die Politik jetzt wegen Springer/PIN einen Rückzieher macht. Das wird dem Eindruck, Bundesregierung, Bundestag, die demokratischen Parteien ..., seien Marionetten der Manager.
Manager haben im Gegensatz zu den Abgeordneten keinerlei demokratische Legitimation durch das deutsche Volk. Deshalb haben sich die Manager der Politik unterzuordnen und nicht umgekehrt. Sonst brauchen wir ja keine Wahlen mehr. Das bedeutet de facto die Abschaffung der Demokratie und ist somit ein Verstoß gegen das Grundgesetz: "Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus." Vertreten die Manager das Volk?
Deshalb muß die Politik jetzt standhaft bleiben. Persönlich bin ich für einen allgemeinen Mindestlohn - wie z. B. in Großbritannien. Und dieses Land gilt als sehr "wirtschaftsfreundlich".

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17. Dezember 2007 11:25

Das Politkartell gegen Arbeitslose

norbert doerre (ndoerre)

Ist es nicht so, daß ein großer Teil der Arbeitslosigkeit in Deutschland Folge eines Lohnkartells ist? Dieses besteht darin, daß Politiker, die zu einem großen Teil als Gewerkschaftsfunktionäre in den gesetzgebenden Versammlungen sitzen, auf die Festigung ihrer eigenen Machtposition bedacht sind. Politiker und Funktionäre wollen nach außen ein soziales Erscheinungsbild abgeben, um wiedergewählt zu werden. Lohnerhöhungen werden gegen das Wohl der eigenen Mitglieder durchgesetzt, um Funktionärsmacht zu festigen. Die Folge ist, daß nach jeder Erhöhung ein Betrieb in der Belegschaft schrumpft, weil der Wettbewerb es nicht duldet. Auf diese Weise geben sich Politiker und Gewerkschafter die Hand und erzeugen Arbeitslosigkeit und ein Kartell gegen die Arbeitslosen. Im schlimmsten Fall schließen Firmen ganz oder wandern aus.
Die Löhne bei der Post lagen stets weit über der Wertschöpfung und haben dazu geführt, daß sich ein darunter liegender Marktpreis bilden konnte. In diesem Augenblick wurde das Kartell als Gesetzgeber aktiv und hat zunächst die Marktwirtschaft beendet. Die Löhne in Deutschland sind Steuerlöhne für Staatsschulden und Inflation. Die Preise steigen, und die Arbeitslosen und werden sich sehr bald zu wehren wissen.

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17. Dezember 2007 10:53

Die richtige Analyse von Glos...

Michael Menzel (Galenos)

beweist, daß die Koalition genau wußte, was sie mit dieser protektionistischen Maßnahme der staatlichen Milchkuh "Deutsche Post" tat. Das ist die Einführung von immer mehr Staat, von Staatsmonopol-Kapitalismus, durch die Hintertür in das Gesellschaftssystem.

Der "Mindestlohn" ist eine sozialistische Spinnerei, die massiv in die Tarifautonomie eingreift. Es ist nun einmal wirklichkeitsfremd und eine rein ideologische Verbohrtheit dem freien Markt die Formel "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" aufzuzwingen. Das wäre gerecht, aber das Leben ist ebenso wenig gerecht wie die Gesetzgeber es sind. Danach konsequent zu handeln, würde es zum Beispiel unmöglich machen, einem Mehdorn mehr Geld zu geben als einem Zugführer. Und hier ist wieder der sozialistisch-kommunistische Traum, nach dem alle gleich wenig haben sollen und dürfen.
Menschen sind nur bereit für eine Ware oder eine Dienstleistung soviel auszugeben, wie sie ihnen wert ist und nicht wie viel der Staat willkürlich festlegt. Das ist das Ende jeder freien Marktwirtschaft und genau das ist das Ziel von nicht aussterbenden Marxisten.
Wehret der immer wieder aufflackernden Lust an gesellschaftlichen Experimenten, die je stärker ist, je mehr eine Gruppierung an Macht besitzt.

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17. Dezember 2007 09:45

Lobbyistenvertreter als Volksparteien

A. Malliki (a.malliki)

Die "guten Erfahrungen" beim Rauchverbot im europäischen Ausland führten zum Nachahmungsaffekt mit Gesetzesänderung, aber die guten Erfahrungen mit dem Mindestlohn im europäischen Ausland lassen dagegen die CDU-Politiker mehr als kalt.

Das lässt vermuten, dass den Politikern, vor allem denen der CDU, die Wohl der Lobbyisten wichtiger ist als ihr "hoher" Auftrag "zum Wohle des Volkes".


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