Biosprit

Wie viel Raps verträgt mein Auto?

Dem Benzin wird bald mehr Biosprit beigemischt. Nämlich nicht nur fünf Prozent wie jetzt, sondern zehn Prozent. Doch Millionen Autos vertragen das nicht. Sie müssen künftig das teure Super Plus tanken. Von Nadine Oberhuber

Lesermeinungen zum Beitrag

25. Februar 2008 09:26

Alles ziemlich durcheinander...

Christopher Rothe (marthafrieda)

Ich möchte mich kurz zu diesem Artikel äussern. Der Artikel beschäftigt sich ausschliesslich mit der Situation der Beimischung von Bio-Ethanol zu Benzin und Superbenzin. Bio-Ethanol wird NICHT aus Rapsöl, sondern aus Weizen, Mais und Zuckerrohr.

Rapsöl wird zu Biodiesel verarbeitet und dem Dieselkraftstoff beigemischt.

Die Frage, die hinter der Erhöhung steht ist doch wo das benötigte Bio-Ethanol in diesen Mengen herkommen soll? Aus Deutschland auf jeden Fall nicht. Die in Deutschland aufgestellten Bio-Ethanolanlagen stehen so gut wie alle still.
Das Problem: Alle heute erhältlichen Bio-Kraftstoffe (Bio-Ethanol und Biodiesel) werden aus Rohstoffen produziert, die in direkter Konkurrenz zur Herstellung von Lebensmitteln stehen. Beispiel: Weizen, Mais, Raps und auch Palmöl.
Hier muss schnell gehandelt werden, damit die Kraftstoffe der 2. Generation (BTL-biomass-to-liquid) auf den Markt gebracht werden. Ebenso Kraftstoffe aus Reststoffen und Müll.

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25. Februar 2008 03:36

Über soviel geballten Unverstand kann man nur noch den Kopf schütteln

Thomas Spaniel (Echnaton1970)

In jedem normalen Projekt wird eine Technologiefolgenabschätzung vorgenommen, hier hält man das für nicht notwendig. Es ist ein Armutszeugnis sondergleichen, was sich der VDA hier ausstellt, das KBA kommt da nicht besser weg. Ich selbst betreibe meine beiden privaten Kfz zwar mit 100+ oktanigem Treibstoff, und ich tue offensichtlich recht daran, denn ich kann die Geiz-ist-geil-Mentalität an der Tanke nicht wirklich nachvollziehen. Wer an an einer Noname tankt, vergißt, daß die Noname keinen Namen zu verlieren hat, heute heißt sie so, morgen so, und der Halter wundert sich dann über verkürzte Laufleistung. Naja, muß jeder selber wissen, was er für richtig hält und woran er sparen mag. Glaube auch nicht, daß sich jemand auf seine GT3 runderneuerte Reifen aufziehen läßt.

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24. Februar 2008 23:18

Fehler im Artikel, Deckmantel Ökologie und Biodieselproblematik

christian haehnlein (haehnlein)

Bereits in der Überschrift ist ein Fehler enthalten. Raps dient als Ölpflanze zur Erzeugung von Bio-Diesel und nicht zur Erzeugung des im E10 enthaltenen Ethanols, das aus stärkehaltigen Pflanzen hergestellt wird.

Bei dieser neuen Regelung geht es letztendlich wieder nur um den Verkauf neuer PKW und somit um die Sicherstellung der weiteren Finanzierung der Nebenjobs diverser Politiker in der Autoindustrie. Die Umwelt wird dabei als Deckmantel vorgeschoben. Ginge es wirklich um eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauches, gäbe es sehr einfache und ökologisch wesentlich sinnvollere Maßnahmen:

- VW Lupo 3 Liter statt S-Klasse 20 Liter für unsere Steuerfahnder,
- hohe Steuern bzw. hohe Straßen- oder Citymaut ala London auf Spritschlucker usw.

Interessant ist auch die Biodieselproblematik. Der RME (Raps-Methyl-Ester) ist ebenfalls äußerst aggressiv, beispielsweise gegen Dichtungen in der Einspritzung. VW/Audi gibt die Dieselflotte seit 1996 für Biodiesel frei. Der Hersteller der Einspritzsysteme Bosch tut dies jedoch nicht. Ist die Garantiezeit einmal abgelaufen, können die Spätfolgen der Biodieselverwendung äußerst unangenehm und vor allem sehr teuer werden.

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24. Februar 2008 21:56

In vielerlei Hinsicht dumm

Moritz Petersen (Mo1234)

Der einzige Zweck von Biokraftstoffen, die Umwelt zu schützen, wird nicht erfüllt.

Die Biokraftstoffe der ersten Generation haben eine negative Treibhausgasbilanz (incl. Methan, Lachgas), sind teuer, verbrennen unsauberer und fressen große Flächen, die potetiell der Natur überlassen werden könnten. Die Abhängigkeit von Importen wurde nicht verringert. Hinzu kommt, dass die Importe, aus tropischen Ländern, besonders stark die Natur direkt belasten.

Die Biokraftstoffe der nächsten Generation, und Biogas, können zwar wirklich das Klima schützen, und haben höhere Erträge auf der gleichen Fläche, aber dennoch ist deren Verwendung im Verkehr unsinnig. Denn nach wie vor würde man deutlich mehr CO2 eingespaaren, wenn man Biomasse zur Stromproduktion und zum Heizen benützt.

Da wir nach wie vor mehr Klimaschutz brauchen, als wir uns Leisten können, sollten wir uns vorerst nur die günstigsten Klimaschutzmaßnahmen leisten, und können dann zu Anderen übergehen, wenn erstere erschöpft sind. Solarenergie, durch Solarzellen oder Pflanzen, ist nach wie vor die teuerste Methode. Beim Verkehr anzufangen, statt bei der Heizung und der Stromproduktion, verteuert es auch noch zusätzlich.

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24. Februar 2008 19:58

Hauptsache

Hans Klöffel (Wetterwitz)

Beim Biodiesel sind die Panzer, und die können fahren da ist öko schnuppe. Hauptsache unabhängig!!

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24. Februar 2008 18:02

Unerhört!

David Christoffer (nervous1)

Ein unerhörter Skandal wie ich finde! Klimawandel gut und schön, aber was mittlerweile in diesem Land in Bezug darauf geschieht mutet wie ein Schildbürgerstreich ungeahnter Dimension an!
Seit wann dürfen Lobbyisten(verbände) denn Zahlen nennen was Gesetzesvorlagen betrifft? Selbst prüfen obs stimmt, dafür scheinen unsere werten Politiker angesichts von dutzenden Nebentätigkeiten wohl keine Zeit/Lust mehr zu haben...
Dem kleinen Mann das Geld aus der Tasche zu ziehen für ein Projekt was sozial, wirtschaftlich und humanitär höchst fraglich ist?
Schon jetzt sind durch die Ausweitung von Rapsanbau in vielen Teilen der Welt mehr Menschen von Hunger und Armut betroffen als zuvor. Mal abgesehen davon, dass es weit grössere Verschmutzer des Klimas auf dieser Welt gibt...

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24. Februar 2008 17:54

alles öko, oder was?

Sepp Ludwig Gramann (S.L.Gramann)

Ein trauriger Begleiteffekt dieser gestzlichen Wahnsinnstat ist leider, dass im Namen des Biosprits auch noch die Umwelt geschädigt wird. Denn Biosprit mag zwar Bio sein, aber öko ist er noch lange nicht.

Die Energieverwertung bei der Biospriterzeugung ist denkbar schlecht, weil eben - bspw. beim Raps - nicht die ganze Pflanze verwertet wird, sondern nur die Ölfrucht. Doch die wächst nicht von allein, sondern braucht in ihrer Monokultur jede Menge Düngung und Bewässerung. Dass die Rapswüste an sich ökologisch nachteilig ist, leuchtet schon beim bloßen Betrachten ein. Doch selbst die Energiebilanz ist letztlich sehr schlecht, im Einzelfall negativ.

Wenn schon Biomasse, dann bitte Biogas mit seiner um den Faktor 3 bis 4 höheren Flächeneffizienz.

Die Lösung des Energieproblems beim Verkehr muss aber ohnehin eine ganz andere sein.

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