02. Mai 2008 Auch zehn Jahre nach Gründung der Europäischen Währungsunion und fast sechseinhalb Jahre nach der Einführung des Euro als Bargeld wünscht sich jeder dritte Deutsche die D-Mark zurück. Das geht laut Berliner Zeitung aus einer repräsentativen Umfrage des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) hervor.
Demnach befürworten 34 Prozent eine Abschaffung des Euro und eine Wiedereinführung der D-Mark. Gegen die Rückkehr der D-Mark sind mit 65 Prozent nur knapp zwei Drittel. Als wesentlichen Grund für die weit verbreitete Ablehnung des Euro führte der Geschäftsführende Vorstand beim BdB, Manfred Weber, an, dass dieser oft als Teuro wahrgenommen werde.
Der Euro als Sündenbock
Der Umfrage zufolge machen 53 Prozent den Euro direkt und hauptsächlich für die Preissteigerungen der letzten Jahre verantwortlich. 43 Prozent sehen dafür andere Gründe. Weber betonte, dass ein Großteil der Preissteigerungen nichts mit dem Euro zu tun habe, sondern vor allem auf die Verteuerung von Energie und Nahrungsmitteln zurückzuführen sei. Tatsächlich sei die Inflation seit Beginn der Währungsunion mit durchschnittlich zwei Prozent vergleichsweise gering ausgefallen.
Zudem rechnet jeder zweite Deutsche nach Schätzung von Psychologen die Preise noch von Euro in D-Mark um. Gerade in Zeiten hoher Inflation sehnen sich die Menschen nach der D-Mark zurück, sagt der Wirtschaftspsychologe Prof. Henning Haase von der Universität Frankfurt in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Die D-Mark ist in den Köpfen immer noch als stabile Währung verankert.
Auch beim Umrechnen wird die Inflation vergessen
Vor allem Ältere rechneten oft noch um, die Häufigkeit steige mit dem Alter. Das gilt für alle, die 30 Jahre und älter sind. Bei den 50- bis 60-Jährigen ist es ein normaler Reflex, Preise mit zwei zu multiplizieren, sagt Haase. Grund dafür sei, dass Ältere über Jahrzehnte einen Bezug zur D-Mark aufgebaut hätten. Als Kind und Jugendlicher verknüpfe man automatisch Produkt und Preis: die Kugel Eis, das Brötchen, das erste Auto. Mit dem Preis dafür ist man groß geworden und verbindet damit das Gefühl von teuer oder preiswert. Die D-Mark-Preise sind Ankerpunkte im eigenen Leben.
Beim Umrechnen tappt man aber leicht in eine Falle. Das Tückische daran ist die Inflation. Alle Preise aus D-Mark-Zeiten sind auf dem Stand von 2001 eingefroren. Die Menschen beziehen sich häufig auf Preise, die gar nicht mehr Realität sind, sagt der Wirtschaftspsychologe. Die Preise wären auch höher, wenn es die D- Mark noch gäbe.
Auch der technologische Fortschritt werde häufig übersehen und führe zu Täuschungen. Ein VW Käfer hat 1960 rund 5.000 Mark gekostet. Der VW Golf kostet heute 25.000 Euro, also 50.000 Mark. Da sagen die Leute, der Preis für ein Auto habe sich verzehnfacht. An die Wertsteigerung denkt niemand. Dabei werde vergessen, dass der Golf größer und besser ausgestattet sei und man die beiden Autos gar nicht miteinander vergleichen könne.
Text: FAZ.NET mit AP und dpa
Bildmaterial: picture-alliance / dpa
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| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 5.326,63 | -1,12 |
| TecDax | 573,04 | -5,15 |
| DowJones | 9.447,11 | -5,11 |
| Nasdaq | 1.754,88 | -5,80 |
| STOXX 50 | 2.878,82 | +0,22 |
| Nikkei 225 | 10.155,90 | -3,03 |
| S&P 500 Zert. | 10,50 | -1,78 |
| Euro/Dollar | 1,36 | +0,69 |
| Bund Future | 117,28 | +0,26 |
| Gold | 886,60 | +2,89 |
| Öl | 85,76 | -1,06 |