14. September 2007 Die Verbraucherpreise für Energie werden nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden von Eon, Wulf Bernotat, weiter steigen. Der Bild-Zeitung (Freitagausgabe) sagte Bernotat: Für das, was Strom an Lebensqualität bietet, ist Strom eigentlich zu billig, wenn wir ehrlich sind.
Er fügte hinzu: Die Zeiten von billiger Energie sind wahrscheinlich vorbei. Der weltweite Bedarf steigt deutlich während das Angebot nicht entsprechend mitwächst. Deshalb werden die Preise längerfristig weiter steigen. Das gelte für Öl, Gas, Kohle und damit auch für Strom. Die Frage ist nur, mit welchem Tempo die Preise steigen. Bernotat ergänzte: Die Kosten für den Klimaschutz, der dringend notwendig ist, verteuern Energie für den Verbraucher zusätzlich.
Der Wettbewerb funktioniert
Den Vorwurf von Preisabsprachen mit den drei großen Mitbewerbern RWE, Vattenfall und ENBW wies Bernotat zurück: Das ist Unsinn. Viele unserer Konkurrenten haben beispielsweise zur Freigabe der Strompreise am 1. Juli die Tarife erhöht. Andere wie wir nicht. Ein Stromkartell hätte sich einheitlich verhalten. Die Preise für Strom entstehen in Leipzig an der Börse und nicht in den Hinterzimmern der Stromkonzerne!
Eon habe allein in diesem Jahr 60.000 Kunden an Billiganbieter verloren, im gleichen Zeitraum aber mit seiner eigenen Billigmarke E wie einfach 138.000 Neukunden gewonnen, sagte Bernotat. Diese Fluktuation sei Beweis dafür, dass es einen funktionierenden Wettbewerb gibt.
Barroso gibt sich kämpferisch
Im Streit über mangelnden Wettbewerb und eine mögliche Zerschlagung großer Strom- und Gaskonzerne hatte sich EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso kämpferisch gegeben. Barroso sagte am Donnerstag, er habe keine Angst vor einer Konfrontation mit großen Mitgliedstaaten wie Deutschland und Frankreich, die eine Zerschlagung ablehnen. Die Kommission werde das vorschlagen, was sie für am besten für Europa halte. Sie wolle aber auch andere Optionen darstellen. Die Mitgliedsländer und das Europäische Parlament würden dann die endgültige Entscheidung treffen, sagte Barroso.
Nach Informationen aus EU-Kreisen von Ende August werden die Staaten zwischen zwei Möglichkeiten wählen können: Nach der einen müssten große Versorger wie Eon oder RWE ihre Strom- und Gasnetze abgeben, wogegen die Konzerne seit Monaten Sturm laufen. Die andere Möglichkeit sehe vor, dass die Unternehmen ihre Netze behalten, diese aber in eigenen Gesellschaften betreiben. In Deutschland würde sich damit nichts ändern, da die Versorger die Erzeugung und den Netzbetrieb bereits in zwei Gesellschaften aufgeteilt haben. Ziel der Reform ist ein stärkerer Wettbewerb, der zu niedrigeren Preise für Strom und Gas führen könnte.
Die EU-Kommission will die Stromnetze in der Europäischen Union desweiteren vor dem unerwünschten Zugriff auswärtiger Firmen schützen. Barroso sagte, seine Behörde werde den Mitgliedsstaaten kommende Woche Vorschläge unterbreiten, um zu verhindern, dass Unternehmen außerhalb der EU aus nicht-wirtschaftlichen Motiven Energienetze in der Union kaufen.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP
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Japans Regierung will die Wirtschaft stützen
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