Vorab vielen dank an Hn. Rabe für die sachliche Antwort!
Wenn man jetzt eine Schlußfolgerung für die Bestimmung des Rentenalters ziehen will, dann gilt es zu beachten dass:
1. Schon im Alter 45-50 die Chancen, in der freien Wirtschaft eine Stelle zu bekommen sehr gering sind;
2. Die Marktwirtschaft nicht Willens und in der Lage ist , Personen zu beschäftigen, die mit ihrer (vermeintlich?) geringeren Leistung die Unternehmensgewinne schmählern könnten. Wenn aus sozialen Gründen Ältere noch "mitgeschleppt" werden, kann sich dies bei höherem Konkurrenzdruck schnell ändern.
3. Selbständige Ältere stehen vor einer kummervollen Existenz.
4. Höhere, aber gerecht verteilte Steuern wären der Marktwirtschaft nicht schädlich.
Wenn dem so ist (und ich glaube auch aus eigener Erfahrung, dass H. Rabe die Wahrheit schreibt), dann heißt die Lösung: Dritter, staatlicher Arbeitsmarkt, der die weniger Leistungsfähigen auffängt und sie sinnvoll und menschenwürdig bis zur Rente beschäftigt. Wenn der Staat als Wohlfahrtsunternehmen nicht mehr finanzierbar ist, dann soll sich der Staat als Unternehmen betätigen, aber nicht bei direkten Konkurrenzaktivitäten zur Privatwirtschaft.
Fortsetzung:
5.) Steuererhöhungen schaden der kapitalistischen Wirtschaft nur dann, wenn sie zu Wettbewerbsverzerrungen und dadurch zu Fehlallokationen von Ressourcen führen. Der Staat muss also die Steuern so gestalten, daß alle gleich viel zahlen. Auch wenn viel gezahlt wird schadet es in diesem Fall nicht.
6.) Ein alter Mensch wird es auch (und grade) als Selbstständiger sehr schwer haben. Er wird altersbedingt öfters krank sein und in diesen Phasen ohne Einkünfte da stehen. Und er wird viel weniger Aufträge bekommen, weil er körperlich und geistig seiner jüngeren Konkurrenz oft unterlegen sein wird.
In der Praxis läuft es in den meisten Fällen sowieso nur auf eine Scheinselbständigkeit hinaus, denn wer z.B. als 'selbstständiger' Dachdecker' sein Glück versucht der wird im Regelfall doch voll weisungsabhängig für einen Niedriglohn ohne Sozialversicherung arbeiten.
Gerne beantworte ich ihre Fragen:
1.) Es gibt keine fixe Grenze, aber Einstellungen von Leuten über 45 sind sehr selten. Leitende Angestellte in sehr hohen Positionen können aber auch über 50 sein. Über 55 wird niemand eingestellt.
2.) 'Gemobbt' wird nicht. Generell gilt, daß Tätigkeiten bei denen es auf körperliche Leistungsfähigkeit oder große Konzentration ankommt schwerer für 'Alte' sind als solche bei denen es auf Menschenkenntnis und allgemeine Erfahrung ankommt. In Vertrieb oder Management haben sie es als 'Alter' also deutlich einfacher wie in Produktion oder Entwicklung.
3.) Unser Unternehmen handelt (auch wegen deutscher Gesetze) nicht zu 100% kapitalistisch, wir nehmen also eine Verantwortung für unsere Mitarbeiter war und beschäftigen auch Menschen deren Leistungsfähigkeit nachgelassen hat. Würde unsere Konkurrenz komplett anders handeln, dann könnten wir das auf Dauer nicht mehr, weil unsere Marge an den Kapitalmärkten dann zu stark sinken würde.
4.) Weniger leistungsfähige Menschen werden in einer sozialen Gesellschaft von den Leistungsfähigen mit versorgt. Es gibt also eine (wie auch immer geartete) Umverteilung.
Es ist schon eine ehrliche Sache, dass Sie sich selbst als "Kapitalist" bezeichnen und ich muss eine von meinen Vorstellungen abweichende Meinung respektieren. Fragen:
1. Sie schreiben, dass Ihre Firma keine Menschen über 60 einstellt. Bei welchem Alter ziehen Sie die Grenze bei Angestellten/Leitenden?
2. Sie begründen wunderbar biologisch nachvollziehbar, warum ältere Menschen (Sie sprechen von 75jährigen...vorauseilender Gehorsam?) weniger leistungsfähig sind. Ab welchem Alter werden in Ihrer Firma Mitarbeiter weggemobbt? Ist das entsprechende Alter von der hierarchischen Stellung abhängig?
3. Gibt es Ihrer Meinung nach Unterschiede zwischen den Grauzellen eines 60jährigen Abteilungsleiters, der seinen Arbeitsplatz behalten darf und denjenigen eines Gleichaltrigens, der ungewollt, z.B. wg. eines Mergers, arbeitslos wurde und eine neue Stelle suchen muß?
4. Wenn Letzterer vom Kapitalismus verworfen wird, wer soll ihn Ihrer Meinung nach bis zur Rente ernähren?
5. Wenn es der Staat sein soll, führt das nicht zu Steuererhöhungen, die gerade Gift für die kapitalistische Wirtschaft sind?
6. Wenn er sich selbstständig machen soll, meinen Sie, dass Selbstständige seniler als Angestellte sein dürfen?
Gespannt auf AW!
Unsere westlich, kapitalistische Gesellschaft verschließt die Augen vor der Tatsache, daß Menschen "alt" werden. Eine ganze Industrie von "Ewig-Jung" Ideologen (Schönheitschirugen, Kosmetikindustrie etc.) übt sich in Hirnwäsche den Menschen einreden zu wollen, daß man dem Altern und dem Nachlassen der Leistungsfähigkeit (und damit auch Wettbewerbsfähigkeit) entgehen könnte.
Hier ein paar medizinische Fakten (nach H.H. Dickhut, 2000):
Ein 75 jähriger Mensch im Vergleich zu einem 30 Jährigen hat:
- nur noch 20% der Blut PH Wertregulation
- nur noch 35% der Geschmacksknospen auf der Zunge
- nur noch 56% des Gehirngewichtes
- nur noch 56% der Lungenvitalkapazität
- nur noch 63% Anzahl an Nervenfasern
- nur noch 70% der Muskelmasse, wobei die Kraft pro Muskelfaser stark nachgelassen hat da die maximale Sauerstoffauffnahme auf 50% gefallen ist.
- selbst die Gehirndurchblutung des (jetzt deutlich leichteren) Gehirns ist auf 80% gefallen.
Damit können Menschen gesund, fröhlich und in Würde altern. Aber in einem kapitalistischen Hochleistungswettbewerb sind sie chancenlose Verlierer gegenüber 30 jährigen.
Unser Unternehmen stellt deswegen auch keine Leute über 60 ein. Wir handeln eben wie vernünftige Kapitalisten (ich bin einer...)
Sie verstehen nicht den Kern des Problems. Es geht bei dem arbeiten im Alter nicht um "wollen" sondern schlicht um "können".
Kein Mensch verbietet es heutigen Rentnern, wenn ihnen die Rente nicht ausreicht, einen Job anzunehmen und so die Rente aufzubessern.
Warum also arbeiten die heutigen Rentner nicht alle bis 80 Jahre ? Zu Faul ?
Nein (die waren ihr Leben lang fleissig!) , schlicht und einfach weil es keine Jobs gibt. Das Gerede von der angeblich so wertvollen 'Erfahrung' ist in der Praxis pure Augenwischerei.
Als hoher Manager oder Politiker ist es ihnen möglich vor allem mit "Wissen aus Erfahrung" auch jenseits der 60 zu arbeiten.
Aber eine Mannschaft benötigt eben viele Spieler und nur einen Trainer/Manager. Was soll der Rest im Alter tun ?
Als gewöhnlicher Arbeiter oder Angestellter ist man im Alter ganz objektiv weniger leistungsfähig. Da ist es für Unternehmen viel günstiger man stellt einen leistungsfähigen jungen Menschen ein als das man zwei Senioren für die Hälfte einstellt. Viele Aufgaben lassen sich nämlich nicht teilen.
Wenn sie anderer Meinung sind. Zeigen sie mir mal (per Link) die Stellenanzeigen im Internet für Menschen über 60, es müsste ja tausende geben, wenn sie recht haben...
Und wenn ein ehemals Millionen verdienender Fussballer eben später nur Anstellungen bekommt, wo er relativ gesehen wesentlich weniger verdient, dann ist es eben so!! Und die Relationen bei Normalbürgern sind nun mal ähnlich! Wenn keine Leistungsfähigkeit mehr da ist, oder aber die Erfahrung (=Wissensvorsprung) entweder gar nicht vorhanden ist (soll ja auch einfach dumme Menschen geben,die früher Leben "einfach nur Glück hatten") oder die Erfahrung wird einfach nicht mehr gebraucht, dann ist es eben so! Recht haben Sie darin, dass es Mode ist/war Erfahrung 8vor allem älterer) zu ignorieren.Und das ist grund falsch!! Genauso wie "Alte" per Definition als wertlos wegzuschieben!! Aber viele "Alte" machen heutezutage genau den gleichen Fehler,indem sie denken,sie hätten Anspruch auf mind. das gleiche Gehalt wie früher,weil sie mal (vor 5, 10, 15, 20 jahren tolle Hechte waren.Und das wird Ihnen durch soziale Gutmenschen vorgegaukelt. Letztendlich ist es aber eine Entmündigung und Bevormundung durch Leute wie Scholz und CO!Woher will der denn Wissen was ich will und was gut für mich ist?Warum darf ich nicht selber entscheiden?Das ist mein LEBEN !!!
Können Sie nicht, oder wollen Sie nicht?
Ihnen fehlt nur ein kleines Stück zur richtigen Erkenntnis, sie bringen ja sogar im Kern richtige Beispiele, denken sie nur nicht konsequent zu Ende.
Sozialismus funktioniert nun mal nicht !!Die DDR war pleite !!! Ohne "Westen" wären dort heute Zustande wie in Nigeria,simbabwe oder sonst wo!Punkt,Aus,Ende!! Aber der Reihe nach und bei Ihren Beispielen bleibend:
1. Richtig: beim FCB spielen keine 50 Jährigen, nicht mal umsonst! Dumm nur,dass bei Übertragung der alten starren Arbeits/Tarifregeln die Spieler weiter beschäftigt werden müssten bis 65?/68? mit Gehalt !!Und zwar nicht weniger Gehalt als früher, sondern MEHR, weil sie ja älter sind und ANSPRUCH haben!!Was glauben Sie, wie lange der FCB überleben würde? Aber Vereine wie Madrid, Manchester gäben ja gern Geld ab, und in Barcelona gibt es dann einen Ticketzuschlag "Notopfer für Bayern", den alle gern bezahlen...Welche Farbe hat der mond in ihrer Welt?Deswegen legt ein vernünftiger junger Spieler was auf die Seite!!!Oder er bildet sich weiter:wird Trainer,Berater,Manager oder wechselt ganz die Branche (z.B. Günther Netzer)Klar das klappt nicht immer so erfolgreich, aber so ist das eben!!!
Sie stimmen mir wohl zu, daß der Kapitalismus einer Leistungsgesellschaft vor allem 'Leistung' benötigt, oder ?
Und genau das ist doch das Problem. Bei vielen Tätigkeiten kann man als Unternehmer nicht einfach sagen, dann bezahl ich weniger wenn der arme Mann halt mit 60 nicht mehr so schnell ist wie mit 30.
Glauben Sie Bayern München würde einen 50 jährigen ProfiFußballer aufs Feld schicken, nur weil der freiwillig auf die Hälfte seines Gehaltes verzichtet ?
Natürlich nicht. Selbst umsonst dürfte der nicht mehr spielen.
Was für Bayern München gilt das gilt im Prinzip für jedes Unternehmen im Wettbewerb.
Man kann den Wettbewerb nichtgewinnen, wenn die eigenen Spieler nicht hochleistungsfähig sind. Das Unternehmen mit den schlechteren Spielern verliert !
Leider verlieren Menschen jenseits der 60 stark ihre Leistungsfähigkeit , das sieht man in allen Sportarten.
Selbst im Schachsport finden sie niemanden mehr der über 50 noch ganz oben mitspielt, erst recht nicht mit 60.
Ein Unternehmen das in der kapitalistischen Weltliga spielen will kann es sich nicht leisten, daß es viele leistungsschwache Senioren beschäftigt.
Das geht nur im relativ wettbewerbsfreien Sozialismus.
Weil ein bisschen weniger immer noch besser ist als gar nichts bzw. der Gemeinschaft auf der Tasche zu liegen oder zu Hause rum zusitzen und "nicht mehr gebraucht" zu werden!! Aber die ach so sozialen Gewerkschaften und andere Gutmenschen lassen sie ja nicht selber entscheiden!Ist das nicht meine Sache für wieviel Geld ich arbeiten will? Und wenn ich demnächst über 50 bin, ist mir das Gehalt eines 30 jährigen in meiner wesentlich lieber als gar kein Gehalt, aber sie schicken mir ja dann bestimmt Geld...
und nur weil man "jung" ist, heisst das nicht, dass man ALLES besser kann/weiss, als ein "älterer".Selbstredend nicht. Erfahrung etc. hat und muss einen grossen Stellenwert haben und behalten, nicht nur im Arbeitsleben!Aber umgekehrt gilt das gleiche,nur weil ich "alt" bin, kann/weiss ich auch nicht alles besser!!Trotzdem soll der "Alte" per se mehr Geld bekommen?`Was für ein Quatsch.Wenn in Tarifverträge im Fussball gelten würden (Ihr Beispiel!!) bekäme ein 60 jähriger wesentlich mehr als der 25 jährige!Aber wer schiesst denn mehr Tore?Da nützt auch 40 Jahre Profi-Erfahrung nichts, deswegen sind solche Leute dann entweder "Rentner" oder Manager oder Trainer!Sie sehen, diese Profis jammern nicht, sie sind flexibel !!!
Kein Wirtschaftssystem kann sich relativ unproduktive Arbeiter leisten, egal wie alt sie sind !! Denn wer soll die denn bezahlen? Sie Herr Rabe? Das könnte ein bisschen viel werden für sie!! Falls Sie es vergessen haben sollten; der real existierende Sozialismus in der DDR war am Ende, und zwar nicht durch Einwirkung von aussen (durch Krieg o. Katastrophen) Nein, die DDR war einfach Pleite !!! So wie der ganze Ostblock !!!
Und die Mode, "ältere" Menschen "auszumustern, was wirklich schlimm ist, da haben Sie recht, weil man Ihnen (sehr oft unbegründet) Leistungsfähigkeit, und Anpassungsfähigkeit abspricht ist gerade durch soziale/sozialistische Wohltaten entstanden!Das waren keine sogenannten Neoliberalen die Frühverrentung, Rente mit 60 und und und gefordert und vor allem durchgesetzt haben. Das waren sogenannte Sozialpolitiker!!! Auch das ganze typisch deutsche Arbeitsvertragswesen schmeisst älteren Menschen Knüppel zw. die Beine!!Es wird ja gemäß Tarif nicht nach Leistung/Qulifikation bezahlt sondern einfach nach Lebensalter! Und warum soll denn ein 64 Jähriger das Doppelte Gehalt eines 25 jährigen Bekommen, nur weil er älter ist, aber sonst keine "Gründe" vorweisen kann?Viele ältere würden gern für "weniger" arbeiten!!!
Herr Wüst wo in der kapitalistischen Wellt sind denn die Arbeitsplätze für Menschen über 60 ?
Im Sozialismus wäre das leicht möglich auch solche Menschen zu beschäftigen die altersbedingt weniger leistungsfähig sind.
Aber in der kapitalistischen Leistungsgesellschaft kann ein Unternehmen sich das gar nicht leisten. Alte Menschen sind ganz objektiv weniger leistungsfähig (und öfter krank) ein Unternehmen, daß Ältere beschäftigt wird also im Wettbewerb Nachteile haben.
(oder könnten sie sich vorstellen, daß Bayern München demnächst 50jährige aufstellt ?)
Deswegen geht der Trend ja auch eher in die andere Richtung, Wettbewerbsorientierte Unternehmen suchen (wie Profiteams im Sport) vor allem nach jungen Hochleistungsmitarbeitern und probieren Leute oft schon ab 50 los zu werden.
Die Beschäftigung von Älteren passt also gar nicht zur Ideologie des Wettbewerbskapitalismus
Auch Herr Scholz wird die Grundrechenarten nicht wortreich aushebeln können.
Würde er seriös rechnen, wüßte er, daß 68 noch lange nicht das Ende der Fahnenstange ist. Das ist allerdings bei der heutigen Lebenserwartung und Fitness der "Alten" kein Problem, auch wenn irgendwelche Volksbeglücker ständig ihre persönlichen Dachdecker aus der Tasche ziehen.
Es würde reichen, zunächst die Wehrpflicht abzuschaffen - dann hätten viele der wertvollsten Erwerbstätigen schon ein Jahr mehr zum Arbeiten ;)
Nein, da es in Deutschland ja so ist, daß jeder, der arbeitet, gutes Geld verdient,
kann es ja auch keine Altersarmut geben, ist ja ganz logisch. Ein Mindestlohn von
7,50 €, da lebt man in Saus und Braus, man kann schön wohnen, verreisen,
seine Kinder auf gute Schulen schicken.
Und später hat man sich dann stolze 600,- €/Monat Rente verdient!
Ich freu mich da schon richtig drauf, auf diesen wohlverdienten Lebensabend ohne
finanzielle Sorgen :-)
Herr Scholz ist wirklich mit einem Realitätsverlust sondergleichen gesegnet.
Wenn ein Schüler in einer Klassenarbeit in Sozialkunde die Rentensituation in
Deutschland so rosa schildern würde, könnte er mit 0 Punkten für schwachsinniges
Gefasel rechnen.
Er ist nicht in die Zange genommen von rechts oder links, sondern einfach nur ein weiterer gut situierter "Für-Euch-ist-ein-Zwanzigstel-von-dem-was-ich-und-meine-
Freunde-haben-eine-tolle-Sache" - Politiker (gähn)