13 Prozent der Deutschen sind arm, hieß es kürzlich im Armutsbericht. Stimmt das etwa gar nicht?

Harsche Kritik an Datengrundlage

Streit über den Armutsbericht

Bei der Veröffentlichung des aktuellen Armutsbericht hieß es: 13 Prozent der Deutschen sind arm. Nun kommen Zweifel auf. Stimmen die Daten etwa gar nicht? Der Bundeswirtschaftsminister übt heftige Kritik an dem Papier. Das Ifo-Institut stimmt ein: Der Bericht enthalte „Brüche in der Datenbasis“.

Lesermeinungen zum Beitrag

05. Juni 2008 12:37

Ergänzung: Warum gerade die magische "Armutsgrenze" von netto € 781

Robert Hamacher (harohama)

für den Alleinlebenden im neuen Scholz'schen Manipulat ?? Die Anwort erscheint erstaunlich einfach: weil sie sich dem tatsächlichen ALG2 Satz ( 'Sozialhilfe' für arbeitsfähige Singles) allmählich von oben nähert ( durchschnittlich: ca. € 620 .. in der Spitze von bis zu € 700). Die vorherigen Armutsberichte und die aktuelle DIW Studie gingen von erheblich höheren "Grenzbeträgen" ( deutlich über € 900 ) aus. Die These Scholzens, dass staatliche Transfers alle Transferempfänger über eine formal gesetzte "Armutsgrenze" heben würden, ist damit ohnehin fragwürdiger denn je.

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05. Juni 2008 00:23

IfO Trivialitäten

Robert Hamacher (harohama)

Wer die Debatte um den Armutsbericht seit gut zwei Wochen in der FAZ und den Leserkommentaren verfolgt, kann sich eines Schmunzelns nicht enthalten. Da brauchen die IfO Kopfeten doch 2 Wochen, um das festzustellen, was manchen "Laienkommentatoren" ziemlich schnell klar war: Nichtvergleichbarkeit der neuen Daten mit den 2 Vorgängerberichten, Vermischung von versch. Datenerhebungsmethoden, Einführung neuer Statistikmodelle .... Also letztlich alles Mumpitz !! Anscheinend sollte jetzt 2004/2005 auf einer "bequemeren" Grundlage als NormalNull, Dauerreferenz und als neue "politische Statistik" eingeführt werden. Warum sich IfO, Glos & Co. so echauffieren, ist mir allerdings nicht verständlich, da eine "Rückrechnung" mittels bewährter Methoden keine Kehrtwende in der grundsätzlichen Analyse einer zunehmenden Verarmung ermöglicht. Wer eine Alternative zur Begrifflichkeit der "relativen" Armutsbestimmung ( Sie ist in der Tat ein Hilfskonstrukt ) nicht anbieten kann, macht sich eher verdächtig, Tendenzen zu leugnen, die allerorten zu besichtigen sind, wenn man es nur will, und längst begonnen haben, das gesellschaftliche Erfolgsmodell Nachkriegsdeutschlands zu demontieren.

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03. Juni 2008 12:05

Ein wissenschaftliches Problem

Herold Binsack (Devin08)

Wie nahe die Wirklichkeit in Deutschland meine „Vermutung“, nämlich, dass die wahren Armen schon tot seien (Demnach: unter den Lebenden keine Armen), eingeholt hat, zeigt folgende Antwort auf die Frage: „Haben Senioren ein höheres Risiko krank zu werden?“ Antwort: „Möglicherweise ist das aber ein wissenschaftliches Problem: es kann sein, dass die Personen im Rentenalter, die arm und krank sind, bereits verstorben sind…“ (BR-Online, Armut macht krank, gesendet: 31. Mai 2008, BR 2, Uhr: 12:05) Die Lektüre dieses Bericht empfiehlt sich, zumal da auf die Evidenz der Begleitumstände von Armut verwiesen wird, unabhängig davon, wie weit man die Armut relativieren möchte. Denn an den genannten Begleitumständen (schlechtere Gesundheit, früherer Tod), lässt sich auch rückschließen, wo Armut mal begonnen hat.

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03. Juni 2008 09:38

Es braucht doch gar keinen Mindestlohn

Rene Meyer (matrix1329)

Wenn man es sich genau überlegt, lohnt es sich nur dann, eine Arbeit anzunehmen, wenn der Lohn höher liegt als die üblichen Sozialleistungen. Deshalb braucht es ja auch im HartzIV-System diese Sanktionsregelungen, um die Leute dazu zu bringen, schlechter bezahlte Jobs anzunehmen. Das sagt nur aus, dass der Sozialhilfesatz noch zu hoch liegt, im Vergleich zum Lohnniveau. Würde man diesen nochmal um 10-20 Prozent senken, könnte man diese Sanktionsregelungen, die ja eh leicht umgangen werden können (Ausreden gibts genug), abschaffen.

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03. Juni 2008 09:13

Armut hat viele Seiten

Gerd Lehmann (Gerd_L)

"denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein ... "

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02. Juni 2008 21:40

Konsensfähig!

Herold Binsack (Devin08)

@Heinen: Mein Kompliment! Sie haben mit Hegel d i e Formulierung getroffen, die selbst in dieser Zeitung konsensfähig sein dürfte/müsste. Jetzt hat das bürgerliche Gewissen was zum grübeln.

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02. Juni 2008 17:17

@ Neubert,

Reinhold Eysel (Eysel)

was sie grandioserweise übersehen, ist das politische DYNAMIT, das durch solch eine Diskussion PRODUZIERT wird. Wenn sichs denn LOHNT, lassen sich VIELE GERNE als mal "arm" definieren. Jammern und betteln SCHEINT sich für eine erhebliche Zahl von Menschen und auch für deren "Fürsprecher" weit eher zu lohnen, als ganz normales Fleissigsein, Hirn anstrengen. Die arbeitende + schweigende Mehrheit lässt sichs ja - NOCH - gefallen. Und wenn man nur bei ein paar Prozent "aus der arbeitenden, fleissigen Mitte die "Hoffnung weckt, jetzt auch endlich mal ein paar "Wohltaten" zu erhaschen, dann hat man ne Wahl im Sack. Das LANGFRISTIGE GESAMTWOHL geht vor die Hunde. Wen scherts? SOOOO weit denkt ja keiner. Die Deutungshohheit über ALLE Probleme haben ja längst die "Wohltäter". Jede noch so einfache ökonomische oder rechtsphilosophische Überlegung ist längst als "neoliberal" diskreditiert, wird vom Mob und dessen Steigbügelhaltern NIEDERGEBRÜLLT.

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02. Juni 2008 16:25

Wenn schon ifo kritisiert, dann stimmen die Daten!

Marko Hrbat (Hrbat)

Will man etwas argumentativ untermauern, führt man immer zwei Gegner an. (Einer, Herr Glos, könte sich ja irren). Wer oder was st das ifo? Nun, das ifo-Institut ist das Haus-Institut der Bild-Zeitung, wenn es um Verhinderung des Mindestlohns geht. Herr "PROF. SINN" ist der Hausökonom der Bild-Zeitung, mit mehr als 60 Artikeln zu verschiedenen Themen. Der gleiche Herr SINN, der in der Bild Un-Sinn verzapft und weniger staatliche Leistungen für Bürger fordert, ist sich nicht zu schade, selbst für sein institut staatliche Gelder - illegal - zu beschaffen. (googlen: Kritik am Finanzgebaren des Ifo-Instituts) "Obwohl Bund und Land den Stammhaushalt des Instituts zu 100 Prozent finanzieren, habe es bei einzelnen Aufträgen noch einmal Personalkosten gegenüber dem Freistaat [Bayern] abgerechnet, heißt es im jüngsten ORH-Bericht" Also dieses ifo-Instut, dass selbst wegen mangelnder Forschungsqualität in der Kritik steht, kritisert selbst und meint, die Armut wäre ja gar nicht so schlimm. Ich persönlich neige dazu, schon die Kritik des ifo-Instituts "das eigentlich ein e.V." ist, schon als Bestätigung der anderen Seite zu sehen, obwohl ich KEIN Anhänger der SPD und Minster Olaf Scholz bin.

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02. Juni 2008 15:49

Entweder wurde....

Christian Roigk (Dubai1)

beim Arbeitsministerium schlampig an der Erstellung des Berichtes gearbeitet ( nicht vergleichbare Daten ), oder das Wirtschaftsministerium versucht einen unangenehmen Bericht zu manipulieren. Beides ist schlimm und geht darueberhinaus an der Ursache vorbei ( fehlende Bildung ). Hier sollte Frau Kohl...pardon...Merkel eingreifen und nicht aussitzen.

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02. Juni 2008 15:31

Wahlen gewinnen

Markus Teuber (arathorn)

Herr Kempe -Sie haben völlig recht.Leider sind ein Großteil "unserer" Politiker aber weniger an der Zukunft des Landes interessiert,als daran ,Wahlen zu gewinnen. Ganz besonders ausgeprägt scheint mir diese Neigung aber bei Teilen der SPD und generell bei der Linken zu sein.Deren Ideen und Vorhaben würden und werden Deutschland um Jahrzehnte zurückwerfen und das Land erst zum Armenhaus Europas machen !

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02. Juni 2008 15:27

Kritik an Armutsbericht

Walter Wasilewski (wwasilewski)

Was ist-darf nicht sein-also ist es nicht! Die Daten sind schuld, die geschönten Daten wurden nicht berücksichtigt. Die subventionierten "neuen" Arbeitsplätze auch nicht. Armut wird nicht am Reichtum Weniger gemessen sondern an den unteren "Einkommen" das als Lohn nicht gelten kann, die Hungerlöhne vergleicht man dann mit den Sozialhilfen. Stehen unsere Politiker im Dienste der Verfassung oder ?? Walter Wasilewski

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02. Juni 2008 15:17

Wohlstand für Alle

Rene Meyer (matrix1329)

Was machen mit den vielen Unterqualifizierten, die erst arbeitslos und dann arm sind? Nun, entweder qualifiziert man sie von Staatswegen in Ausbildungsprogrammen, oder man sorgt dafür, daß sich 1) Arbeit im Vergleich zu Sozialtransfer lohnt, also man senkt die Sozialleistungen oder man erhöht den Lohn (was Mindestlohn notwendig werden lassen müßte) und 2) man sucht nach Mitteln, daß Arbeitsplätze für geringqualifizierte entstehen. Letzteres ist dann möglich, wenn (s. das Buch von L. Erhardt mit gleichem Titel) die Inlandsnachfrage, die ja heute im Vergleich zu Wirtschaftswunderzeiten lahmt, groß genug ist, daß die Leute wieder bei kleinen Geschäften einkaufen, daß sie draußen essen und damit Kellner und Kellnerinnen unterstützen, daß sie kurz und gut mehr konsumieren und Dienstleistungen annehmen. Deshalb schlage ich vor, den Teufelskreis so zu durchbrechen: 1) Mittelschicht kräftig entlasten, damit der Konsum anspringt, 2) gleichzeitig Staatsausgaben einsparen, damit das finanziert werden kann, und 3) warten, daß die Wirtschaft anspringt und damit die entsprechenden Arbeitsplätze entstehen. Siehe Erhard.

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02. Juni 2008 15:07

Ich schlage vor,

Heinz Mayer (Bundespraesident)

wir holen noch die Meinungen des Oberbergsteigers und Geisterfahrer Geißler und des Herrn Professor Minifix zur sache ein. Danach entscheiden wir uns den Suizid aus vielerlei Gründen vorzuziehen. Tschüss schonmal.

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02. Juni 2008 14:59

Geisterdebatte, falsche Zahlen und Zerrbilder

Martin Gürsch (Betroffener)

Armut ist natürlich relativ damit, womit man sie vergleicht - soweit stimme ich zu. Aber was einige Mitkommentatoren hier mehr oder weniger ahnungslos ablassen, finde ich ziemlich daneben. Dass die Zahlenbasis überwiegend 2005 endet, obwohl "belastbare" Zahlen zumindest bis Anfang 2008 vorliegen, hat System. Denn sonst sähe die Misere noch schlimmer aus, als jetzt dargestellt. Auch verzerrt die Darstellung bewusst das reale Bild - aber in eine ganz andere Richtung als von Glos, ifo und DIW gewünscht. Hartz IV und das Sozialgeld in gleicher Höhe sind vielleicht temporär mal ganz lustig mit Rücklage in zulässiger Höhe, aber über einen längeren Zeitraum, wenn für vieles Ersatz oder Reparaturen nötig sind und die RÜcklage weg ist, wird es zum Albtraum. Da aber gut 8 Mio gar keine Arbeit haben, denen nur echte 500.000 offene Jobs mit größtenteils höheren Qualifikationsebene gegenüberstehen, vertieft sich das Problem im Familienumfeld automatisch - von den durch Arbeit noch ärmer gewordenen ausgebeuteten "Arbeitsdrohnen" in Zeitarbeit mal ganz abgesehen.

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02. Juni 2008 14:55

Streit über den Armutsbericht

Jürgen Vogt (Vogt8)

Das Ganze ist blanker Unsinn (Wahlkampf). 1. Kinder sind per se nicht arm, weil sie ja wohl in den meisten Fällen über kein Geld oder Einkommen verfügen. 2. Armut im Sinne von Mangel an Nahrung, Kleidung und Unterkunft gibt es in diesem Lande nur in seltenen Fällen. Man sollte mal den Blick in andere Länder wagen und dann von ,,Armut" reden. Warum müssen wir nur diese unerträglichen Dummköpfe in der Politik auch noch alimentieren? Oder: Oh Herr, wirf Hirn runter!

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02. Juni 2008 14:11

Ach ja, eine nette Debatte

Magnus Heinen (magnus54)

irgendwie erinnert mich die Debatte an das Orwellsche "Neusprech". Menschen haben einerseits zunehmend weniger Mittel zum Leben - und das gilt ja nicht nur für die Arbeitslosen. Andrerseits haben andere Menschen immer mehr Geld zur Verfügung. Auch über den Zusammenhang wird ja nicht gerade gross geschwiegen, einerseits: Lohnzurückhaltung und Sozialreformen haben zu mehr Wachstum geführt. Also gibt es mehr Reichtum. Und davon profitiert wer? Natürlich diejenigen, die nicht zu den Betroffenen gehören. Die einen bekommen für immer mehr Leistung weniger die Anderen deutlich mehr. Kaum wird dies in einem "Reichtums- und Armutsbericht" veröffentlicht, hebt nicht etwa eine Debatte über die allen sogenannten Wirtschaftstheorien (wir erinnern uns: Mehr Wachstum = mehr Reichtum für alle) widersprechende Entwicklung an. Vielmehr wird darüber debattiert, was man nun Armut nennen darf. Den Betroffenen ist das herzlich gleichgültig. Am Fakt ändert das ja überhaupt nichts. Und wenn die ganzen Experten und die Medien morgen beschliessen, dass ab 300 Euro der Wohlstand beginnt. Am Rande. Hegel hat mal gesagt, Armut ist die Bedürfnisse der bürgerlichen Gesellschaft zu haben, aber nicht die Mittel sie zu befriedigen.

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02. Juni 2008 13:58

Demnach: Unter den Lebenden - keine Armen!

Herold Binsack (Devin08)

Wenn wir unsere Armen mit denen in Bangla Desh vergleichen, dann sind unsere Armen alle Millionäre. (Und unsere Milliardäre gehören eigentlich gar nicht mehr auf diesen Planeten!) Also wo liegt das Problem Leute? – ist doch alles eine Definitionssache! Und wenn wir diese Logik konsequent verfolgen, können wir uns auch diesen Armutsbericht sparen (und das mit dem Reichtum, müssen wir noch ausdiskutieren), denn genau genommen finden wir unter den Lebenden überhaupt keine Armen (egal wo), denn die eigentlich Armen sind demnach längst verhungert (oder verdurstet, oder an nicht begriffener Verblödung verkümmert).

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02. Juni 2008 13:56

Wahrnehmungssache?

Alexander Berg (AlexanderBerg)

Was ich immer erstaunlich finde, ist, daß es so viele Menschen gibt, die wissen, was und wieviel für wiederum andere genug ist. Die unteren Schichten wissen, daß die Managergehälter zu hoch sind, ohne Kenntnis davon zu besitzen, daß ein Unternehmen den Leistungsträgern, die es braucht, etwas bieten muß, damit diese nicht woanders für mehr arbeiten. Genauso andersrum: Mitglieder der oberen Schichten wissen anscheinend meistens genau, wieviel man braucht, um menschenwürdig leben zu können, ohne sich im Alltag einer Unterschichtfamilie selbst je befunden zu haben. "Entwicklungshilfe" für einzelne ist ebenso heikel wie bei Staaten, man kann davon abhängig werden, Mißbrauch betreiben oder es sinnvoll nutzen, das hängt von den einzelnen Empfängern ab. Ein Dialog ist bei diesem emotionsgeladenen Thema extrem schwierig und die Medien, in denen sich die verschieden Parteien ausdrücken, oft völlig divergent. Während ein Bürger, der Deutsch beherrscht, z. B. hier schreiben kann, tendieren andere, bei denen die Bildungsmaßnahmen aus div. Gründen nicht gefruchtet haben, zu schwarz-weiß-Ansichten, z. B. Wahl der Linkspartei oder der Verdammung aller mittellosen als Sozialblutsauger.

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02. Juni 2008 12:53

Nebenkriegsschauplatz

Hanning Kempe (Hanning)

Die Debatte über Armut in Deutschland ist leider längst zum Instrument politischer Stimmungsmache verkommen. Die Hälfte der SPD, die Linke in Gänze sowie selbst einige Teile der Union beziehen aus der Existenz einer angeblichen Massenarmut wesentliche Teile ihrer politischen Daseinsberechtigung. Was bleibt ist ein Land mit zu kleinem Willen Konzepte durchzusetzen, die das Problem jenseits von Transferzahlungen und Neiddebatten lösen könnten. Deutschland braucht eine Bildungsdebatte mit anschliessender Umsetzung (jenseits der Qualität G8 und einem Verzicht auf Studiengebühren). In einer immer komplexeren und vernetzen Volkswirtschaft gehen Bildungsmangel und Arbeitslosigkeit beinahe zwangsläufig Hand in Hand. Somit ist dieser Armutsbericht in Wirklichkeit ein Ausweis über mangelnde Bildung in unserem Land; und die Diskussion über die Datengrundlage ist nicht anderes als ein Nebenkriegsschauplatz. Gewonnen wird dadurch wenig - ausser Wahlen vielleicht.

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02. Juni 2008 12:39

Das ganze ist doch eine Geisterdebatte.

Andreas Neubert (Citizen_Kane)

Was ist Armut? Diese Frage kann man nie(!) definitiv beantworten, da es in den Sozialwissenschaften keine exakten Aussagen geben kann. Für den einen mag Armut sein, wenn ein Mensch vom Hungertod bedroht ist und kein Dach über dem Kopf hat und für den anderen, wenn er nicht fürs Alter vorsorgen kann und aufgrund Geldknappheit sozial ausgegrenzt ist. Zudem ist Armut relativ und in Deutschland etwas völlig anderes als in Bangladesch. Interessanter als diese müßige Debatte finde ich da eher die Reaktionen auf diesen Bericht, denn hier wird doch eher um die Definition als die zunehmenden Zustände in diesem Land diskutiert. Und da scheint mir bei vielen (gerade beim IFO) zu gelten: "Was nicht sein darf, das nicht sein kann". Für mich gibt es wachsende Armut in Deutschland (Achtung: Subjektive Meinung!) und die meisten Menschen interessiert diese intellektuelle Elfenbeinturmdebatte um die Definition der selben überhaupt nicht. Wirtschaftsinstitute was das IFO und Politiker wie Glos müssen aufpassen, dass sie sich mit dieser müssigen Diskussion nicht immer weiter von der Realität und den Menschen entfernen.

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02. Juni 2008 12:34

Armut?

Wolfgang Wüst (wtf)

Es ist bei einem in Hunderte Milliarden Euro bemessenen Sozialetat geradezu grotesk, von Armut zu sprechen. In Deutschland muß niemand hungern, frieren oder obdachlos sein. Der manipulative Begriff 'Armut' dient ausschließlich dazu, Klientelpolitik zu machen und den schamlosen Griff des Staates in die Taschen der Blöden, die jeden Tag arbeiten gehen und 60% ihres Bruttogehalts entzogen bekommen, moralisch zu legitimieren.

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