für den Alleinlebenden im neuen Scholz'schen Manipulat ?? Die Anwort erscheint erstaunlich einfach: weil sie sich dem tatsächlichen ALG2 Satz ( 'Sozialhilfe' für arbeitsfähige Singles) allmählich von oben nähert ( durchschnittlich: ca. € 620 .. in der Spitze von bis zu € 700). Die vorherigen Armutsberichte und die aktuelle DIW Studie gingen von erheblich höheren "Grenzbeträgen" ( deutlich über € 900 ) aus. Die These Scholzens, dass staatliche Transfers alle Transferempfänger über eine formal gesetzte "Armutsgrenze" heben würden, ist damit ohnehin fragwürdiger denn je.
Wer die Debatte um den Armutsbericht seit gut zwei Wochen in der FAZ und den Leserkommentaren verfolgt, kann sich eines Schmunzelns nicht enthalten. Da brauchen die IfO Kopfeten doch 2 Wochen, um das festzustellen, was manchen "Laienkommentatoren" ziemlich schnell klar war: Nichtvergleichbarkeit der neuen Daten mit den 2 Vorgängerberichten, Vermischung von versch. Datenerhebungsmethoden, Einführung neuer Statistikmodelle .... Also letztlich alles Mumpitz !! Anscheinend sollte jetzt 2004/2005 auf einer "bequemeren" Grundlage als NormalNull, Dauerreferenz und als neue "politische Statistik" eingeführt werden. Warum sich IfO, Glos & Co. so echauffieren, ist mir allerdings nicht verständlich, da eine "Rückrechnung" mittels bewährter Methoden keine Kehrtwende in der grundsätzlichen Analyse einer zunehmenden Verarmung ermöglicht. Wer eine Alternative zur Begrifflichkeit der "relativen" Armutsbestimmung ( Sie ist in der Tat ein Hilfskonstrukt ) nicht anbieten kann, macht sich eher verdächtig, Tendenzen zu leugnen, die allerorten zu besichtigen sind, wenn man es nur will, und längst begonnen haben, das gesellschaftliche Erfolgsmodell Nachkriegsdeutschlands zu demontieren.
1. Den "Armen" sichert sie ein anstrengungsloses Leben. 2. Den ca 1 Million Armen-Betreuern sichert sie ein Einkommen bei wenig Leistungsdruck. 3. Den Sozialdemagogen sichert sie Feindbilder (die "Reichen") und Wählerstimmen der "Armen" und der Mitleidigen Schickeria. Meine Vorschläge: 1. die Gutmenschen definieren eine gerechte Einkommensverteilung, nach Höhe oder Leistungsmerkmalen. 2. Herr Scholz lässt untersuchen, wieviele "Arme" keinen Zugang zu Schulbildung haben, ohne Telefonanschluss sind, aufs Rauchen verzichten, keine wetterfeste Unterkunft haben, eine Sanitäranlage nur außerhalb ihrer Wohnung erreichen, ein Pausebrot von zu Hause mitnehmen anstatt einen Imbiss aufzusuchen. Auch vergleich er den Lebensstandard der heutigen Armen mit dem der ddr.
Wie nahe die Wirklichkeit in Deutschland meine „Vermutung“, nämlich, dass die wahren Armen schon tot seien (Demnach: unter den Lebenden keine Armen), eingeholt hat, zeigt folgende Antwort auf die Frage: „Haben Senioren ein höheres Risiko krank zu werden?“ Antwort: „Möglicherweise ist das aber ein wissenschaftliches Problem: es kann sein, dass die Personen im Rentenalter, die arm und krank sind, bereits verstorben sind…“ (BR-Online, Armut macht krank, gesendet: 31. Mai 2008, BR 2, Uhr: 12:05) Die Lektüre dieses Bericht empfiehlt sich, zumal da auf die Evidenz der Begleitumstände von Armut verwiesen wird, unabhängig davon, wie weit man die Armut relativieren möchte. Denn an den genannten Begleitumständen (schlechtere Gesundheit, früherer Tod), lässt sich auch rückschließen, wo Armut mal begonnen hat.
Wenn man es sich genau überlegt, lohnt es sich nur dann, eine Arbeit anzunehmen, wenn der Lohn höher liegt als die üblichen Sozialleistungen. Deshalb braucht es ja auch im HartzIV-System diese Sanktionsregelungen, um die Leute dazu zu bringen, schlechter bezahlte Jobs anzunehmen. Das sagt nur aus, dass der Sozialhilfesatz noch zu hoch liegt, im Vergleich zum Lohnniveau. Würde man diesen nochmal um 10-20 Prozent senken, könnte man diese Sanktionsregelungen, die ja eh leicht umgangen werden können (Ausreden gibts genug), abschaffen.
"denn der Mensch lebt nicht vom Brot allein ... "
@Heinen: Mein Kompliment! Sie haben mit Hegel d i e Formulierung getroffen, die selbst in dieser Zeitung konsensfähig sein dürfte/müsste. Jetzt hat das bürgerliche Gewissen was zum grübeln.
was sie grandioserweise übersehen, ist das politische DYNAMIT, das durch solch eine Diskussion PRODUZIERT wird. Wenn sichs denn LOHNT, lassen sich VIELE GERNE als mal "arm" definieren. Jammern und betteln SCHEINT sich für eine erhebliche Zahl von Menschen und auch für deren "Fürsprecher" weit eher zu lohnen, als ganz normales Fleissigsein, Hirn anstrengen. Die arbeitende + schweigende Mehrheit lässt sichs ja - NOCH - gefallen. Und wenn man nur bei ein paar Prozent "aus der arbeitenden, fleissigen Mitte die "Hoffnung weckt, jetzt auch endlich mal ein paar "Wohltaten" zu erhaschen, dann hat man ne Wahl im Sack. Das LANGFRISTIGE GESAMTWOHL geht vor die Hunde. Wen scherts? SOOOO weit denkt ja keiner. Die Deutungshohheit über ALLE Probleme haben ja längst die "Wohltäter". Jede noch so einfache ökonomische oder rechtsphilosophische Überlegung ist längst als "neoliberal" diskreditiert, wird vom Mob und dessen Steigbügelhaltern NIEDERGEBRÜLLT.
Will man etwas argumentativ untermauern, führt man immer zwei Gegner an. (Einer, Herr Glos, könte sich ja irren). Wer oder was st das ifo? Nun, das ifo-Institut ist das Haus-Institut der Bild-Zeitung, wenn es um Verhinderung des Mindestlohns geht. Herr "PROF. SINN" ist der Hausökonom der Bild-Zeitung, mit mehr als 60 Artikeln zu verschiedenen Themen. Der gleiche Herr SINN, der in der Bild Un-Sinn verzapft und weniger staatliche Leistungen für Bürger fordert, ist sich nicht zu schade, selbst für sein institut staatliche Gelder - illegal - zu beschaffen. (googlen: Kritik am Finanzgebaren des Ifo-Instituts) "Obwohl Bund und Land den Stammhaushalt des Instituts zu 100 Prozent finanzieren, habe es bei einzelnen Aufträgen noch einmal Personalkosten gegenüber dem Freistaat [Bayern] abgerechnet, heißt es im jüngsten ORH-Bericht" Also dieses ifo-Instut, dass selbst wegen mangelnder Forschungsqualität in der Kritik steht, kritisert selbst und meint, die Armut wäre ja gar nicht so schlimm. Ich persönlich neige dazu, schon die Kritik des ifo-Instituts "das eigentlich ein e.V." ist, schon als Bestätigung der anderen Seite zu sehen, obwohl ich KEIN Anhänger der SPD und Minster Olaf Scholz bin.
beim Arbeitsministerium schlampig an der Erstellung des Berichtes gearbeitet ( nicht vergleichbare Daten ), oder das Wirtschaftsministerium versucht einen unangenehmen Bericht zu manipulieren. Beides ist schlimm und geht darueberhinaus an der Ursache vorbei ( fehlende Bildung ). Hier sollte Frau Kohl...pardon...Merkel eingreifen und nicht aussitzen.
Herr Kempe -Sie haben völlig recht.Leider sind ein Großteil "unserer" Politiker aber weniger an der Zukunft des Landes interessiert,als daran ,Wahlen zu gewinnen. Ganz besonders ausgeprägt scheint mir diese Neigung aber bei Teilen der SPD und generell bei der Linken zu sein.Deren Ideen und Vorhaben würden und werden Deutschland um Jahrzehnte zurückwerfen und das Land erst zum Armenhaus Europas machen !
Was ist-darf nicht sein-also ist es nicht! Die Daten sind schuld, die geschönten Daten wurden nicht berücksichtigt. Die subventionierten "neuen" Arbeitsplätze auch nicht. Armut wird nicht am Reichtum Weniger gemessen sondern an den unteren "Einkommen" das als Lohn nicht gelten kann, die Hungerlöhne vergleicht man dann mit den Sozialhilfen. Stehen unsere Politiker im Dienste der Verfassung oder ?? Walter Wasilewski
Was machen mit den vielen Unterqualifizierten, die erst arbeitslos und dann arm sind? Nun, entweder qualifiziert man sie von Staatswegen in Ausbildungsprogrammen, oder man sorgt dafür, daß sich 1) Arbeit im Vergleich zu Sozialtransfer lohnt, also man senkt die Sozialleistungen oder man erhöht den Lohn (was Mindestlohn notwendig werden lassen müßte) und 2) man sucht nach Mitteln, daß Arbeitsplätze für geringqualifizierte entstehen. Letzteres ist dann möglich, wenn (s. das Buch von L. Erhardt mit gleichem Titel) die Inlandsnachfrage, die ja heute im Vergleich zu Wirtschaftswunderzeiten lahmt, groß genug ist, daß die Leute wieder bei kleinen Geschäften einkaufen, daß sie draußen essen und damit Kellner und Kellnerinnen unterstützen, daß sie kurz und gut mehr konsumieren und Dienstleistungen annehmen. Deshalb schlage ich vor, den Teufelskreis so zu durchbrechen: 1) Mittelschicht kräftig entlasten, damit der Konsum anspringt, 2) gleichzeitig Staatsausgaben einsparen, damit das finanziert werden kann, und 3) warten, daß die Wirtschaft anspringt und damit die entsprechenden Arbeitsplätze entstehen. Siehe Erhard.
wir holen noch die Meinungen des Oberbergsteigers und Geisterfahrer Geißler und des Herrn Professor Minifix zur sache ein. Danach entscheiden wir uns den Suizid aus vielerlei Gründen vorzuziehen. Tschüss schonmal.
Armut ist natürlich relativ damit, womit man sie vergleicht - soweit stimme ich zu. Aber was einige Mitkommentatoren hier mehr oder weniger ahnungslos ablassen, finde ich ziemlich daneben. Dass die Zahlenbasis überwiegend 2005 endet, obwohl "belastbare" Zahlen zumindest bis Anfang 2008 vorliegen, hat System. Denn sonst sähe die Misere noch schlimmer aus, als jetzt dargestellt. Auch verzerrt die Darstellung bewusst das reale Bild - aber in eine ganz andere Richtung als von Glos, ifo und DIW gewünscht. Hartz IV und das Sozialgeld in gleicher Höhe sind vielleicht temporär mal ganz lustig mit Rücklage in zulässiger Höhe, aber über einen längeren Zeitraum, wenn für vieles Ersatz oder Reparaturen nötig sind und die RÜcklage weg ist, wird es zum Albtraum. Da aber gut 8 Mio gar keine Arbeit haben, denen nur echte 500.000 offene Jobs mit größtenteils höheren Qualifikationsebene gegenüberstehen, vertieft sich das Problem im Familienumfeld automatisch - von den durch Arbeit noch ärmer gewordenen ausgebeuteten "Arbeitsdrohnen" in Zeitarbeit mal ganz abgesehen.