Einige Leser haben offenbar immer noch nicht verstanden, worum es sich handelt. Es geht um den Ankauf der noch im Besitz einiger Banken befindlichen zweitklassigen Hypotheken, um dadurch eine Lockerung der stockenden Liquidität zu erzielen. Während der gegenwärtigen Immobilienflaute haben diese Hypotheken zwar momentan an Wert verloren, aber die Grundstücke repräsentieren noch immer einen gewissen Wert, den der Staat dann später wieder zurück erhielte, so bald sich der Immobilienmarkt erholt hat.
Der Nennwert ist der legale Wert einer Sache. Wenn auf einer Banknote steht "20 Dollar", dann ist die auch 20 Dollar wert. Der legale Wert einer Sache ist der Preis, an den der Staat bei seinen Dispositionen gebunden ist. Wenn sich freilich die gesamte Intelligenz nur mit der Ermittlung von Marktwerten befasst, so darf man sich jetzt nicht wundern, dass zwischen Marktwert und Buchwert eine erhebliche Lücke klafft.
(Zitat) ''Paulson, ein langjähriger Investmentbanker, lehnt dies mit dem Hinweis ab (gemeint ist ''die Forderung zahlreicher Demokraten, die Vorstandsgehälter in den zu rettenden Banken gesetzlich zu begrenzen.''), Banken würden dann davor zurückschrecken, ihre faulen Kredite an das Ministerium zu verkaufen.'' Das mußte ich mehrfach lesen, bis ich feststellen mußte, daß es tatsächlich so geschrieben steht. Also der gute Herr Paulson ''befürchtet'' also, daß die Banken ''Angst'' haben, Ihre ''faulen'' Kredite an das Ministerium zu ''verkaufen''. Also mal tacheles gesprochen, Herr Paulson: diese ''faulen'' ''Kredite'', wie Sie es nennen, sind nicht einmal das Papier wert, auf dem sie vertraglich festgehalten wurden. Warum also sollte sich eine Bank weigern, sich von Ihnen diese ''Papiere'' gegen einen Gegenwert verschieden von Null abkaufen zu lassen? Da kann ich Sie durchaus beruhigen, Herr Paulson, da werden Sie nicht eine einzige Bank finden, die da allzu großen Widerstand Ihnen gegenüber leisten wird, wenn Sie diese ''Kredite'' aufzu''kaufen'' wünschen.
Vom Kapitalismus zum Sozialismus? Was die USA da machen, ist weder das eine, noch das andere sondern ein vergiftetes Hybrid, nämlich eine taatsmonopolkapitalistischen Kleptokratie. Wilkommen in Lateinamerika! Ja, das funktioniert auch mit weißen anglophonen Protestanten! Eine Bananrepublik sind die USA ja jetzt schon: Die Abgeordneten werden das 700-Milliardenpaket durchwinken, denn sie wissen ja, wer ihnen all die Wahlkämpfe und alles andere bezahlt. Finanzminister Paulson war selber Wall-Street-Banker und hat ein geschätztes Privatvermögen von 600 Millionen Dollar. Jetzt sollen die kleinen Leute, die ihr Haus verlieren, künftig 12 statt bisher 10 Stunden täglich arbeiten oder ihre Krankenversicherung aufkündigen, nur damit Paulsons Kollegen nicht ärmer werden. ................ Die eigentlich interessante Frage ist nicht die nach wirtschaftlichen, sondern nach den sozialpsychologischen Folgen: Werden sich die US-Bürger endgültig mit lateinamerikanischen Verhältnissen abfinden oder sich vielleicht doch endlich einmal dazu aufraffen, für die Wiederherstellung der Demokratie zu kämpfen?
Mit 700 Milliarden, das sind ja über 2.000 Dollar pro Einwohner, ca. 3.000 DM: Von diesem Geld könnte sich doch das ganze Land von Alaska bis Florida einfach mal ein paar Monate wohlverdienten Urlaub gönnen! Bis dahin sind die Immobilienpreise bestimmt wieder gestiegen und die Krise hat sich in Luft aufgelöst (harharhar). Und wenn die Banken reihenweise pleite gehen: Macht doch nichts! Ich brauch die nicht, Sie vielleicht? Der Staat behält ja die Möglichkeit, jedem sein Guthaben auszuzahlen, notfalls auch durch "deficit spending" - entweder direkt bar auf die Hand oder auf das Girokonto einer grundsoliden kommunalen Sparkasse. Und die können dann selbst entscheiden ob und wie sie es dann in den Wiederaufbau einer gesundgeschrumpften Wirtschaft investieren.
Das US Finanzministerium braucht schon bisher wöchentlich etwa 10 Mrd. Dollar Kredite für das "normale" Budget-Defizit. Jetzt will es Vollmachten, zusätzlich 700 Mrd. an Banken auszukehren. Und das ganz schnell. Aber dieses Geld ist nicht vorhanden, sondern muss zusätzlich in Kreditform beschafft werden. Z.B. innerhalb von 10 Wochen? Der wöchentliche Kreditbedarf steigt dann für diese 10 Wochen von etwa 10 Mrd. auf etwa 80 Mrd. Dollars. Wie will das Ministerium das schaffen? Steigen dann die Kreidtzinsen? Kommt das zusätzliche Geld von Banken ? Oder von Hauseigentümern?
legen den Raubtierkapitalismus "in Ketten", wie es die FAZ formulierte. Von Günter Mittag lernen, heißt siegen lernen. Hoch lebe die DDR-Wirtschaft, die allen so unendlichen Wohlstand beschert hat!
Wenn ein Wirtschaftsmann in die Politik geht, dann mutiert er dabei nicht automatisch zum Politiker, sondern er übt seinen alten Beruf auch aauf seinem neuen Posten weiter aus. Wenn Paulson kein Wallstreetmann gewesen wäre, würde der Plan heute ganz anders aussehen. z.B. würde aus dem Staat mit Sicherheit kein Shareholder. Der Staat muss sein Geld wie ein Fürst ausgeben und nicht wie ein Krämer.