
Kein wunder, dass viele akademiker mit ihrem gehalt unzufrieden sind. In den meisten fällen wird komplett am markt vorbei studiert. Bei einem solchen überangebot an geisteswissenschaftlern muss man sich über niedriege löhne nicht wundern. Wenn man sich dagegen naturwissenschaftler oder ingenieure ansieht, sieht die lage gleich ganz anders aus. Ich hab ja nichts dagegen, dass so viele sich eher für selbstverwirklichung entscheiden. Es ist ihr gutes recht. Nur müssen sie dann eben auch mit den konsequenzen leben. Entscheidungsfreiheit ohne konsequenzen gibt es nun mal nicht.

Herr Neubert, das ist doch die Spezialität der Linken Kampfgruppen; und das in zweierlei Hinsicht. Zum einen wird von denen jeder Missbeliebige als (wahlweise) Nazi/Frauenfeind/Ausländerfeind denunziert. Dabei ist es nicht nötig, der Linksbourgeoisie explizit Widerworte zu geben. Sich nicht vollständig unterordnen, den Gesslerhut nicht grüßen, reicht für das Verdikt. So wie uns das (neben Anderen) am Beispiel Eva Herman und Peter Krause (FAZ 06.05.08, Das Kesseltreiben gegen Krause) vorgeführt wird (beachten Sie dabei bitte auch die absurden Anti-Krause-Leserbriefe). Auf der anderen Seite wird die Unterstellung „mundtot machen“ gern genutzt, um auch noch die abwegigste, tausendmal widerlegte, Behauptung zum tausendstersten Mal in die Medien zu bringen. Zu höchster Perfektion hat (...) Alice Schwarzer diese Art Notwehr- und Aufklärungsrhetorik entwickelt; die Ex-Bundeskanzler Schröder (man kann ihn mögen oder nicht) schon mal rhetorisch mit Ehrenmord verknüpfte (FAZ 25.09.05, Ein Mann sieht rot) und deren herzzerreißende Berichte aus der Folterhölle Deutschland jedermann im Netz nachlesen kann. Deshalb, Herr Neubert, würde ich darum bitten, den Andersdenkenden bitte nicht ein „mundtot machen“ zu unterstellen.

Neid ist in der Tat ein Gefühl. Und wie jedes Gefühl gibt es das in einer guten und in einer schlechten Variante. Wenn er Menschen motiviert mehr Anstrengungen zu unternehmen, kann er sehr wohl positiv sein (obwohl bei Motivation der Spass ein besserer Motivator ist). Wenn Neid nur dazu führt, dass ich dem der mehr leistet oder hat absichtlich Steine in den Weg legt, dann ist das eher negativ. Was ich mit meinem Posting sagen wollte ist, dass dieses Neidargument in unserer Gesellschaft aber zunehmend zum Todschlagargument wird. Wenn immer mehr Menschen die zunehmende Spreizung der Gratifikationen (Löhne, Vermögen) kritisieren, dann steckt dahinter meist(!) (ich kann nicht für alle sprechen) ein Gefühl, das mit dieser Gesellschaft zunehmend was nicht stimmt. Wenn man das dann lediglich als Neid abtut heißt das, die Gefühle und Ängste anderer Menschen nicht ernst zu nehmen, sie als persönliche Schwäche zu verunglimpfen. Das kann man natürlich machen, nur soll man sich dann später nicht wundern, wenn man von dieser Realität (nämlich den Menschen mit ihren Ängsten) eingeholt wird. "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" hatten wir schon mal, da wurden die Belange der Menschen auch nicht ernst genommen.

Ich denke, daß die Maßstäbe, an denen Ungerechtigkeit gemessen wird, nicht mehr stimmen. Es ist viel zu opportun geworden, mit Hilfe des Wortes "Ungerechtigkeit" mehr für sich selber zu verlangen. Tatsächlich halte ich aber auch Gehälter von mehreren Mio € im Jahr für unmoralisch. Dahinter kann keine Leistung mehr stehen, sondern nur die Macht, den Futtertrog in die eigenen Hosen zu kippen. Fazit: Gier an allen Ecken und Enden. Eine Welt ohne Gott. Die Knechtschaft des Fleisches durch Atheismus.

Liebe, Haß, Neid u.s.w. sind grundlegende Gefühle. Sie sind immer wieder Grundlage von Argumentation. Sie auszulassen hieße am Menschen vorbeizureden bzw. nur eine Fiktion von Mensch vor Augen zu haben.Totalitäre Systeme leben davon, daß sie sich ihre ganz eine Menschen-Fiktion schaffen. Der Hinweis bzgl. der Neidargumentation auf die DDR entbehrt nicht einer gewissen Komik. Die Kultivierung von Neid ist eine der wesentlichen Grundlagen des Sozialismus/Kommunismus. "Du sollst begehren deines Nachbarn ..." könnte man quasireligiös Sozialismus charakterisieren. Nur Neid ist (s. u.a. bei dem Soziologen Helmut Schoeck "Der Neid - Eine Theorie der Gesellschaft") immer zerstörerisch. Das macht ihn ja so folgenschwer verheerend: Der neidvolle Mensch nimmt um des Neides willen in Kauf, daß er selbst schlechter gestellt ist - Hauptsache es geht dem anderen nicht besser. Und genau in dieser Abwärtsspirale befindet sich Deutschland. Nur der Vollständigkeit halber: Neid bezieht sich auf alles. Geld ist nur ein kleiner Ausschnitt. So kommt es nicht von ungefähr, daß z.B. Berlin das "Sitzenbleiben" abschafft. Man wird davon zwar nicht klüger, aber die anderen haben mit einer nächsten Klasse auch nichts Verwertbares vorzuweisen!

„Der Bundestag schafft per Gesetzgebung den Neid auf den Nachbarn mit dem grösseren Auto einfach ab.“ Was bedeutet das Dauertodschlagargument „Neid“ eigentlich? Im wesentlichen sagt es nichts anderes aus als „Diskussion nicht erwünscht, weiteres Nachdenken nicht erlaubt, still sein und klappe halten“. Im Grunde ist das Argument „Neiddebatte“ in seinem Wesen undemokratisch. Es unterstellt dem anderen persönliche, niedere Beweggründe um ihn mundtot zu machen. Interessant ist eine Wesensverwandschaft der „Neiddebattenrufer“ mit Gesellschaftssystemen wie der ehemaligen DDR. Auch dort galt ein Denkverbot, man hatte mit dem zufrieden zu sein was man hatte, Kritik wurde dahin umgedeutet, dass es ein persönliches Problem sei, das System konnte (und durfte) ja nicht irren.

Der Lohn in Deutschland, rechnet man aus Gründen der Vergleichbarkeit den Arbeitgeberanteil zur SV hinzu, liegt auf dem Niveau vergleichbarer Länder wie USA und Japan. Der NETTOlohn ist aber wesentlich niedriger. Das Gefühl der Ungerechtigkeit bezieht sich deshalb wohl eher auf die haarsträubend hohen Abzüge und somit letztlich auf den Nettolohn. Diese Differenz im Netto zu den Einkommen in USA und Japan ist allerdings politisch gewollt, ein Ausfluß des Wunsches der deutschen Politiker Gerechtigkeit, sprich Gleichverteilung, herzustellen. Das führt aber Jahr für Jahr mit jeder noch so kleinen Gehaltserhöhung dank kalter Progression zur verstärkt gefühlten Ungerechtigkeit. Frage ist, wo Deutschland landen wird, wenn diese gefühlte Ungerechtigkeit weiter wächst.

Seit Ende der Schröderregierung hat sich die öffentliche Debatte zum schlechten hin gewandelt. Politiker, Verbände, Parteien, Talkshows, Reportagen übertreffen siche gegenseitig in der Aufspürung neuer "Gerechtigkeitslücken", die Rentenposse des Herrn Rüttgers, die 1,1 %, die Neidkampagne gegen Manager, die Diätenerhöhung, der Mindestlohn, die Hartz-IV und Armutsdebatten, die Chancenungleichheiten, usw. usw. usw. All das ganze Geschwafel dreht sich letztendlich nur darum, wie ungerecht es doch überall zugeht. So erzeugt man mit der Zeit Stimmungen. Ob bewußt gesteuert weiß ich nicht. Zielführend auf keinen Fall, denn diese Debatten bringen nichts voran, schaffen keine Werte und schaden langfristig. Real ist die Teuerung: in 20 Jahren gilt ungefähr 1 DM entspricht 1 €. Die Löhne sind nicht in dem Maße gestiegen, es sei denn, man hat sich aktiv selbst weiterentwickelt, was nicht allen möglich ist. Ursache ist auch, daß mit dem Fall des eisernen Vorhangs auch der Elfenbeinturm BRD einstürzte und aus dem Osten qualifizierte, Konkurrenz ohne ein Meer überwinden zu müssen zu uns gelangt. Gleichzeitig schafft sich die Politik die Ungerechtigkeit selbst,indem sie ständig die Steuern- und Abgabenlast erhöht.

Die deutschen Wähler haben gewählt und wählen Politiker, die sie nach Strich und Faden um der Verteilungsgerechtigkeit willen ausnehmen. Je höher die Belastung wird, desto stärker der Ruf nach weiterer Belastung durch staatliche Gängelei. Also was soll das Gejammer. Man wollte doch weg vom grausamen Kapitalismus der Nachkriegszeit und dem "Konsumterror". Der Konsumterror ist Vergangenheit, ebenso der Kapitalismus und weitgehend auch die Marktwirtschaft - dafür können wir uns an mit Milliarden subventionierten 180 m hohen Windkraftanlagenwäldern (die Öko-Bewegung wollte keine Hochhäuser in den Städten!) , der Renaturierung der Stätte durch Schmierereien, Verdreckung etc. oder der multikulturellen Vielfalt -soweit wir Türkisch können - erfreuen. Die Generation Dutschke hat, was sie wollte: Sozialismus, der immer die Verteilung von Armut bedeutet, ausgenommen für Politiker (s. 2-malige Diätenerhöhung) plus einer Dutschkestraße in Berlin. Die undankbaren Männer haben, was sie wollten und wollen und kapieren es nicht. Wenigstens sind die Frauen da etwas logischer und erfreuen sich weiter an Wowereit und Genossen - denn es war schon immer teurer einen guten Geschmack zu haben!!!

So simpel ist das also: "Besserverdienende sind aber insgesamt zufriedener - mit einer deutlichen Tendenz: Je mehr Geld, desto mehr Gerechtigkeit." Mein realsozialistischer Vorschlag: Schafft nur noch "Besserverdienende". Wenn alle besserverdienend sind ist das Problem doch gelöst, oder etwa nicht??? Alternativ: Der Bundestag schafft per Gesetzgebung den Neid auf den Nachbarn mit dem grösseren Auto einfach ab. Etwas realistischer: Weiter so wie bisher, dann haben wir bald wenigstens die absolute Gleichheit der Einkommen, allerdings auf dem schlechterverdienenden Niveau, weil alle "Besserverdienenden" das Weite gesucht haben; das würde das System am schnellsten ad absurdum führen - leider können das nicht alle. Erst “schafft” man eine mit “Brot + Spielen” zu beeinflussende Klientel, entsprechende “Lager”, hetzt sie zum "Klassenkampf" auf. Erstaunlicherweise waren es Parteien der Mitte, die die Polarisierung, in Arm und Reich zuwege gebracht haben, Robin Hood`sche Phantastereien nähren. ( Die Linke profitiert davon) Was zur Vollständigkeit des Systems fehlt, ist die Gleichsetzung von “Reich” mit Nationalsozialismus. Wie leicht solche selbstverständlich abstruse"Gleichsetzungen" medial sind zeigte Kerner mit Eva Herrmann.