
Herr Schmidt hat den Nagel auf den Kopf getroffen: Es ist eine Binsenweisheit, dass bereits heute ältere Arbeitnehmer "weggemobbt" werden und dann keine Einstellung finden, weil sie für die gängigen Klischees zu alt sind. Ich weiß aus eigener Erfahrung, der viele Gleichaltrige (51) beipflichen , dass Erfahrung bei den Personalmenschen nichs mehr zählt. Diese Leute erhalten sture Anweisungen, nach dem Motto "trau keinem über 50", die sie mit aus früheren Zeiten bekannter Kadavertreue befolgen.
Wie man VoPos schlecht von der Unsinnigkeit von Schießbefehlen gegen Republikflüchtige überzeugen konnte, so hilft einem wenig, wenn publikumswirksame Kampagnen für die Einstellung von erfahrenen Mitarbeitern gefahren werden. Ich kenne nur zwei Rezepte:
a. sehr empfindliche Steueranreize für Firmen, die Personen über 45 einstellen, und ebensolche Nachteile für solche, die Personal entlassen
b. Recht auf Arbeit (wenn schon Ostalgie, dann richtig): Der Staat stellt selbst ältere Arbeitslose ein, gibt ihnen eine Aufgabe im Dienstleistungssektor, möglichst eine, in der sie ihre Kenntnisse einbringen können, bezahlt sie leicht unterdurchschnittlich, damit sie Anreiz haben, sich bei den Privaten zu bewerben.

Es ist sicher politisch unkorrekt und nicht genehm, wenn man darauf hinweist, dass das Mißverhältnis zwischen der Zahl der Beitragszahler und der Rentenbezieher eine banale Ursache hat: ein Teil derjenigen, die Kinder bekommen könnten, bleibt bewußt kinderlos. Warum soll eigentlich die Folgen bewußten individuellen Verhaltens sozialisiert werden? Warum kann man oder darf man die Zahl der Kinder nicht entweder in der Höhe des Beitrags oder des Altersruhegelds berücksichtigen und zwar nicht in Form des zu vernachlässigenden Taschengelds, das Mütter heute schon bekommen, sondern in Form eines deutlichen, spürbaren, erheblichen Zu- bzw. Abschlags? Ich finde es durchaus unsozial, dass die Leistung von Leuten, die Kinder großgezogen haben, umverteilt wird zugunsten derjenigen, die sich diese Mühe nicht machten.

Vollbeschäftigung wäre auf kurze Sicht (bis 2020?) hilfreich, aber ist ohne eine radikale Änderung unseres deutschen Systems mit extrem hoher Belastung der Arbeitseinkommen und mangelnder Flexibilität zumindest kurzfristig politisch nicht durchsetzbar. Danach werden wir sowieso (Demographie!) an akutem Mangel an hochqualifizierten Arbeitskräften leiden!
Vermögenseinkommen in Renten umlenken? Die dienen heute schon überwiegend zur Absicherung der Alterseinkünfte: Vermietung der Einliegerwohnung, Oma's Sparbuch, Lebensversicherungen, Zinsen, Dividenden usw. Und diese Eikommen sollen sozialisiert werden? Verstehe ich hier ihr Fragezeichen richtig?
Mit 38% „Vermögenseinkommen“ liegt Deutschland gleichauf mit Australien, Japan, Korea, Frankreich und anderen entwickelten Ländern. USA, UK und Irland liegen höher, Sonderfälle wie Schweiz, Luxemburg, Monaco weit darüber. Wieso bedeuten 38% für Sie eine Schieflage. Ich sehe diese Quote als zu niedrig, private Vorsorge fürs Alter wird und muß diese Zahl noch steigern.
Ist das „Vermögenseinkommen“ nicht attraktiv, dann wird das notwendige Kapital für Investitionen nicht zur Verfügung stehen.

@Hr. Trouvain
Anzahl der Einzahler erhöhen ? Zumindestens in Ihrer Rechnung.
+ Vollbeschäftigung ?
+Vermögenseinkommen in Deutschland in Renten umlenken? Mit 38% Vermögenseinkommen im Verhältnis zu allen Einkommen in Deutschland ergibt sich eh schon eine Schieflage.
Es treibt mir die Zornesröte ins Gesicht, was ich über eine Rente mit 77 lesen muss.
Das demontiert die gesetzliche Rente als Teilhabe am Humankapital einer Gesellschaft völlig zu Unrecht.
Als liberal-bürgerlichen Zeitgenossen treiben mich Sinns Sprüche zum Waffenschrank,den ich nicht habe;-)
Grüße

In Deutschland ist (fast) alles gesetzlich geregelt.
Wie wäre es mit Flexibilität in Rentenfragen?
Soll doch jeder ab 50 entscheiden, ob er sich die Rente erlauben kann.
Wer noch fit ist, kann doch bis 70 oder mehr arbeiten, jedoch nur freiwillig.
Warum nur diese gesetzlichen Zwänge mit tausend Ausnahmen?
Das ist auch teure Bürokratie und am Ende wird die Rente auch noch falsch berechnet.
Was hat z.B. jemand davon, wenn er vor Rentenbeginn verstirbt und eine Ehefrau nicht vorhanden oder bereits verstorben ist?
Die Anteile einschl. Arbeitgeber sind futsch. Selbst die Beerdigungskosten belasten nicht die Rententräger.
Hier müsste generell das ganze System auf den Prüfstand und den heutigen Erfordernissen angepasst werden und zwar hin zu mehr Flexibilität.

Es gibt nur 3 entscheidende Einflußfaktoren, die die Stabilität unseres (bestehenden) Rentensystems beeinflussen:
Zahl der Rentenbezieher
Zahl der Einzahler
Höhe des Pflichtbeitrages
Klar ist, die Zahl der Beitragszahler sinkt, die Zahl der Rentenempfänger steigt.
Der Alterslastquotient wird lt. statistischem Bundesamt im Jahr 2050 zwischen 71% und 88% liegen, 2004 bei ca. 36%.
Bei einem Rentenniveau, das nicht unter 43% sinkt (Planzahlen des Bundes für 2030 – siehe FAZ.NET: Trotz Zusatzvorsorge sinken die Alterseinkünfte), müßten die Beitragszahler etwa 40% des Bruttoeinkommens an die GRV abführen oder die Steuerlast entsprechend erhöht werden.
Was bleibt anderes übrig als das Renteneintrittsalter zu erhöhen?

Wenn es nicht so enorm wichtig wäre, müßte man diese Vorschläge als "Lachnummer" abtun.
Warum? Aus eigener Erfahrung weiss ich genau--seit Jahren-- ältere Arbeitehmer, auch über 60 Jahre, werden von keinem Arbeitgeber übernommen. Trotz Lohnzurückhaltung etc. Wer hat von einer solchen, nicht qualifizierten Aussage einen Nutzen?

Die Meinung von Otto Normalverbraucher: Es wäre viel besser die Rentenzahlungen erst mit 100 Jahren zu beginnen, und die Zahlungen in die Rente für jeden bereits im Säuglingsalter per Bankeinzug zu erzwingen. Das hätte den Nutzen, daß sich die in jungen Jahren angesammelten Schulden locker mit den Rentenzahlungen zu einer Nullsumme verrechnen ließen, die durch die Verschuldung entstehenden Gewinne der Banken könnte man großzügig verschmerzen. So wie in ihrem Betrag geschildert, können nur Leute, die im Geld schwimmen denken. Aber was ist mit de3n anderen 90 % der Bevölkerung, ist diese Idee von der Erhöhung des Rentenalters nicht ein Zeichen von geistiger Verwirrung? Egal wie vorsorgend und sparsam jeder von uns lebt, er wird im Alter von 50 Jahren ins Elend geraten und vorher wird er zum Sklaven gemacht, oder? Und Kinderanschaffen wird zum Überlebenstraining. Meine Herren Abgeordneten, es müsste ein Aufschrei durch ihre Reihen gehen bei soviel Kurzsichtigkeit. Das erscheint mir, als ob Leute mit einer brennenden Lunte um ein Pulverfass tanzen, wie um ein goldenes Kalb!... Ich finde schon den Gedanken an Rente mit 70 pervers.

Wir schuften uns krumm für die Jubelrentner von jetzt, unsere Elterngeneration, die mit 55 in Frührente ging und bis 85 mind. mit unseren Abgaben durchgefüttert werden will, müssen unsere eigene Rente privat und selbst ansparen / vorsorgen und können uns heute schon an den Fingern abzählen, dass wir arbeiten werden, bis wir am Arbeitsplatz tot umfallen. Weil seit Jahrzehnten jede Regierung Reformen vor sich herschiebt und nur so weit denkt, wie der nächste Wahltermin angesetzt ist.

Die FAZ - wenigstens in Ihrer gedruckten Form - versteht sich als eine der letzten Bastionen des aufgeklärten Bürgertums und nimmt eine entsprechende Leserschaft für sich in Anspruch. Lezteres zu glauben fällt schwer, wenn man sich die Kommentare zu diesem Artikel vor Augen führt. Sie bewegen sich meines Erachtens bestenfalls zwischen Unverstand und Zynismus.
Einige Kommentatoren legen bei Ihren Argmentation die heutige Lebenserwartung zu Grunde und vergleichen sie mit dem von Sinn bis 2030 vorgeschlagenen Rentenalter. Dabei geht es doch gerade darum, dass bis 2030 die Lebenserwartung stark steigt - zumindest sieht es so aus - und daran das Rentenalter angepasst werden muss. Die heutige Lebenserwartung als Vergleich heranzuziehen ist nun wirklich Quatsch.
Es mag vermessen sein von einem Bandarbeiter zu erwarten, dass es bis 70 abreitet. Es ist ebenso vermessen, von einem 25 Jahrigen im Jahr 2030 zu erwarten, dass er zwei Rentner ernährt, seine Kinder sowieso und dann noch seinen eigene Kapitalrente anspart. Diesem Teil der Wirklichkeit stellen sich die, vermute ich mal, überwiegend älternen, Leser der FAZ nur ungern. Lieber polemisieren sie. Schwache Leistung.
Lothar Eckstein

Innenminister Schäuble denkt an seine Rentenwerte ?
Nobelpreisträger unter den Wirtschaftsforschern trauen Ihren eigenen Prognosefähigkeiten, wg fehlender Kenntnisse, schon längst nicht mehr !
Kapitalgedeckte Rente ist Illusion pur. Neben Renten sollen zunehmend Schulden bedient werden !
Geld wächst, diese These ist Geldillusion. Fortschritt wird teuer. Zu teuer ?
Fortschritt bezahlt es, ist / wird ebenso Illusion. Geldwert schmilzt wie Schnee.
Siehe aktuelle BankenNotstände und deren Lösungsansätze.
Deflation, sinkende Geldwerte (für Konsum morgen, in Zukunft), ist die Zukunft.
Real erleben wir täglich Inflation, d.h. tatsächlich sinkenden Geldwert.
volkswirteLaux

ich möchte den 70jährigen sehen, der täglich am Band schufftet.
Es ist wirklich lächerlich...
Statt das Rentensystem wirklich zu reformieren überlegt man lieber gleich ob der Kollege nicht bis 100 arbeiten kann! Eventuell wollen uns die Herren Wissenschaftler ja genau das durch die Blume sagen?
Das unser Rentensystem so nicht mehr funktioniert.

Ich mache ab meinem 65. Lebensjahr bei meiner täglichen Arbeit (zufällig?) ein paar gravierende Fehler, lasse mir kündigen und lebe den Rest meiner Tage als Hartz XII Empfänger von den Beiträgen der Dummen, die tatsächlich bis zu ihrem sozialverträglichen Frühableben arbeiten.
Was wird bei dieser Geschichte eigentlich aus dem hoffnungsvollen Nachwuchs? Wie einen Arbeitsplatz ergattern, wenn alle Stellen von Tattergreisen/-innen besetzt bleiben? Dann warten Schulabgänger auf den Berufseinstieg solange wie Prinz Charles auf die Königskrone!

Rentner am besten gleich umweltverträglich entsorgen. Noch traut sich niemand, diese Forderung offiziell zu stellen.

Eine Rente mit dem Tot. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Bevölkerung in Deutschland liegt bei 77 Jahren. Toll-e Rechnung.

Warum nicht bis zum letzten Atemzug ?! Warum läßt man uns nicht solange arbeiten,bis der Deckel zu ist ?
Und ein Politker,der nach einem Jahr Parlamentszugehörigkeit pensionsberechtigt wird,dessen Rente bitte bei 44 ansetzen !
Das gesamte Rentensystem an sich ist flasch und überhohlt.Dieser Diskussion ,die vor JAhren noch so heftig diskutiert wurde ,schenkt man heute nicht mehr ein müdes Lächen.Warum ist das so ?
Und warum läßt man den Menschen nicht während ihres Arbeitslebens mehr Geld -statt ihnen es durch Steuern,Abgaben,Erbschafts- und ABgeltungssteuer und die idiotische 1 zu 2 Umrechnung DM-Euro-,welches Sie in Vermögensaufbau für das Alter stecken können (sodaß auch eine Grundrente möglich wird) ? Dann erübrigt sich auch eine derartige,abstrus lächerliche Diskussion!

Eine weitere Verlängerung der Lebensarbeitszeit wird m.E. nur vorgeschlagen, um in Wahrheit eine Rentenkürzung zu verschleiern. Das ist allenfalls zumutbar bei der jüngeren Generation, die selbst noch vorsorgen kann. Und da wäre es ehrlicher, auf die kapitalgedeckte Altersversorung hinzuwirken. Die Wahrheit bei der Generation 55 Jahre und älter ist doch, daß eine zusätzliche Altersvorsorge zur gesetzlichen Rente aus Zeitgründen überhaupt nicht mehr aufgebaut werden kann. Außerdem ist Fakt, daß die überwiegende Zahl der Betriebe sich gern der Mitarbeiter ab 55 Jahre Lebensalter "entledigt".
Mir ist zwar das statistische tatsächliche Renteneintrittsalter nicht bekannt, vermute dieses jedoch bei höchstens 60 Lebensjahren. Deshalb vielleicht zunächst der Appell an die Firmenleitungen, zu beweisen, daß über 60-jährige Mitarbeiter im Betrieb gebraucht und gerne beschäftigt werden. Diesbezüglich sollten sich auch die Wissenschaftler aufgerufen fühlen, den Firmenleitungen ins Gewissen zu reden. Aber da ist es offensichtlich so wie (fast) immer: Wessen (Zusatz)-brot ich eß, dessen Lied ich singe.

Zur Zeit werden Männer im Durchschnitt etwa 74 Jahre alt. Das heisst, nach etwa 35 Jahren arbeiten, kräftig Steuer zahlen und trotz Gersundheitsreform den Krankheiten trotzen hat man im Durchschnitt noch ganze 4 Jahre für den dann überfälligen Ruhestand. Hört sich bestimmt für Menschen, deren Job nicht so viel Spass macht wie den Wirtschaftsforschern mit ihrem überaus schweren Beruf, ja hervorragent an. Bin gespannt, wann das Alter angesetzt wird für Frührentner -65? Aber jetzt noch ein ernsthafter Tip an alle Wirtschaftsforscher: Sie müssen auch all die Jobs berücksichtigen, die durch die weniger angetretenen Weltreisen ("Rentnerralley") entfallen. Ausserdem braucht man ja wohl Sie auch nicht mehr, nach dieser grandiosen Endlösung für unseren Wirtschaftsmotor. Das ist doch wohl die letze Ölung -den länger als ewig arbeiten kennen noch nicht mal die Katholiken.
Und jetzt todernst: Wenn es doch nur eine wählbare sozial-gerechte Partei gäbe...

Oder einen Ölpreis von 1.000.-$
Oder einen Daxabsturz auf 100 Punkte.
Noch mehr Meldungen aus dem Horrorbasar?
Fragen Sie Ihren Versicherungsvertreter, der fängt auch gleich an zu weinen .
Schon vergessen? Einen überraschenden (???) Wirtschaftsaufschwung in Deutschland, den die Weisen ja fast alle nicht vorhersehen konnten.
Bis auf wenige wohltuende Ausnahmen zu denen H.W.Sinn nicht gehört
Ich lasse mich nicht einschüchtern. Und ich will nicht fortlaufend bedroht werden.

Es reicht mit den Forderungen das Renteneintrittsalter heraufzusetzen. So lange die Arbeitgeber sich vehement weigern ältere Arbeitnehmer einzustellen bzw. ältere Mitarbeiter einfach rausschmeissen. Den Kündigungsschutz für Ältere auszuhebeln ist heutzutage überhaupt kein Problem und exisistier de facto nicht mehr. Wenn jemand bis zum Renteneintrittsalter arbeiten will, dann soll er es auch dürfen und nicht in Zwangsrente geschickt werden, so wie es heutzutage üblich ist. (Eigene Erfahrung). Etwas ganz anderes ist es, wenn jemand freiwillig früher in Rente gehen will, dann hat er selbstverständlich die Nachteile zu tragen. Einfach eine Forderung aufzustellen ist eine traurige Lachnummer wenn die Folgen für die Älteren auf dem Arbeitsmarkt nicht entsprechend geändert werden. Was man dagen tun will, habe ich noch nirgens gehört und gelesen. Darauf habe ich auch nie eine Antwort bekommen, nur unsinnige Ausreden. Interessiert ja auch niemanden.

Wenn schon heute, von den offiziell gefärbten Statistiken abgesehen, es fast unmöglich ist, tatsächlich einen normalen Arbeitsplatz zu bekommen, wenn man über 45 ist, wie soll das mit den 70jährigen funktionieren? Es ist mir schon klar, dass "namhafte" Volkswirte der Grossbanken ihre Stelle bis ins hohe Alter behalten können, aber dies betrifft Otto Normalverbraucher nicht. Und wie soll bitte die "Mobilität" Menschen über 60 zugemutet werden?
Wenn "Zwangsarbeit" (Laterne blinkt!) verordnet wird, dann geht es nur mit dem Pendant "Einklagbares Recht auf Arbeit" (Ostalgometer blinkt!).
Aus dem Elfenbeinturm der Hochfinanz sehen die Landschaften echt blühend aus.

Dass die Anhebung des Rentenalters keine tatsaechliche Loesung der Altersversorgung der Rentner ist, duerfte wohl den Lesern dieser Zeitung hinreichlich bekannt sein. Bereits die Einfuehrung der Rente ab 67 kann nun deutlich als misslungener Versuch gewertet werden, die Bedeutungslosigkeit der gesetzlichen Altersrente noch eine Weile zu vertuschen. Dass die Diskussion der Unzulaenglichkeit der eben beschlossenen faktischen "Rentenkuerzung" fuer einen grossen Teil der Arbeitnehmer bereits jetzt beginnt, ist daher ueberraschend. Aber die "neue Ehrlichkeit" macht seit einigen Jahren jeden Griff in die Tasche der deutschen Steuerzahler moeglich. Vorschlag: Abschaffung der gesetzlichen Rente, Einkommens- und Kapitalsteuern weiter runter und Ausbau des privaten Rentenversicherungssystems. Das waere ein ehrliches Angebot.

kann es nur sein, wenn Hans-Werner Sinn die Rente mit 70 fordert! Dazu muss ich gestehen, das ich bisher eigentlich ein Verfechter der Lehren von Hans-Werner Sinn war bzw. meistens auch noch bin. Als Ökonom weiß ich auch, das bestimmte Veränderungen notwendig sind - aber eine Rente mit 70 ist Irrsinn. Viel besser wäre, wenn man Eintrittsalter ins Berufsleben und den Verdienst als Maßzahl nimmt, das heißt, das ein Hauptschüler, der im Handwerk bspw. schon mit 15 od. 16 seine Lehre anfängt, nur bis 55 arbeiten muss oder maximal 60 - oder wer will es einem 70-Jährigen Zimmermann zumuten in dem Alter auf einem Dach herumzukrachseln. Wenn Herr Sinn mit 70 oder 80 noch arbeiten kann, dann ist es schön, aber er ist Wissenschaftler und hat wahrscheinlich noch nie in seinem Leben hart gearbeitet.

„Nach Berechnung der UN müssten die Deutschen bis 77 arbeiten, wenn man das heutige Rentenniveau ohne Erhöhung der Beitragssätze und Steuern beibehalten wollte“, sagte Sinn der Zeitung. Natürlich sei die Zahl absurd.
Natürlich ist die Rente mit 67 bereits genauso absurd wie die mit 70 oder 77. Diese vorsätzlich begangenen realitätsfernen Rentenkürzungen haben bereits jetzt zur Folge, daß Menschen ab 60 zu einem "versicherungsfreiem" Dahinvegetieren bis ans Lebensende verurteilt sind.
Wie kann man die Lebenserwartung in lineare Relation zur Arbeitsfähigkeit und Arbeitsmöglichkeit setzen? Man tut einfach.
Das ist Betrug des Staates am Rentner. Es ist doch klar, daß wir unsere hohe Lebenserwartung nur einer aufwendigen Gesundheitsvorsorge und moderner, ununterbrochener medizinischer Versorgung zu danken ist. Natürlich bedingen auch schützende, komfortable Lebensumstände ein hohes zu erreichendes Lebensalter. Aber Alter und Arbeitsfähigkeit klaffen weit auseinander.
Was passiert eigentlich mit den Rentenanwartschaften der Millionen früh verstorbenen 45-67jährigen? Pech gehabt - nicht?

...derart miefig und das "Klima der Rentendiskussion" vergiftend kann man eigentlich diese "wissenschaftlich-fundierten" Aussagen nur als das abtun was sie wirklich sind: "Blähungen der Rentendiskussion". Vielleicht sollte wirklich schnell ein neuer runder Tisch her: Bildungsforscher und Personalstrategen sollen sich schon einmal zusammensetzen um die "Personalentwicklungsstrategie von über 65-jährigen" zu entwerfen - Arbeitsmarkt-und Wirtschaftsfachleute können derweil überdenken, wie sie die Politikfelder dieser altersgrauen Arbeitsmarktreserve betitelen - "Gerontosklaven" - die neue "Arbeiterklasse des 21.Jahrhunderts" - JA MERKEN WIR EIGENTLICH NOCH - WOHIN WIR STEUERN??
Ganz nebenbei bemerkt: Die Herren "Wissenschaftler" die sich da "erleichtern", haben mit Sicherheit zukünftig kein "persönliches" Rentenproblem.

Die Wahrheit ist , dass das Geld durch die Politik der Regierung mit beiden Händen rausgeschmissen wird, trotz gestiegener Einnahmen durch den hohen Kurs des Öls/Sprits + "Ökosteuer"und die MwSt. Und dann melden sich Arbeit-gebervertreter oder Selbständige und sog. "Wissenschaftler" denen nichts beseres einfällt als auf die Arbeiter und Angestellten einzudreschen. Es wird ständig ein Angstszenario aufgebaut, dass die Rente nicht reichen wird (aber nie erklärt wo da ganze Geld jetzt bleibt?) und vollmundig propagiert man sollte sich privat Rentenversichert (da freut es die Versicherungen!). Gleichzeitig wird gemeckert, dass das Volk nicht in den Privatkonsum "investiert", sondern "zuviel" spart....Würde man auf eine zuverlässige Rente bauen können, würde vieles sich zum Positiven ändern.